Schluckauf: Hilfe mit Naturmitteln

Viele von Ihnen kennen das sicher aus eigenem Erleben: Man ist gerade mitten in einem Gespräch, redet und redet. Plötzlich wird der Redefluss von einem gefürchteten „ Hicks !“ unterbrochen. Und damit hat man minutenlang ein Riesenproblem. Der Schluckauf macht es unmöglich, dass wir weiterhin an der Unterhaltung teilnehmen. Es sei denn, wir wissen ein Rezept, mit dem man das Problem rasch lösen kann.

Der Schluckauf kommt auf geheimnisvolle Weise. Er ist nicht beeinfluß- und nicht steuerbar. Der Schluckauf ist lästig, unangenehm und störend, aber keine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit. Ausgelöst wird der Schluckauf durch einen unwillkürlichen Nervenimpuls, durch das Zusammenziehen des Zwerchfells. Dadurch verschließt sich die Stimmbandritze. Und schon folgt ein „Hick“ dem anderen. Der Körper tut beim Schluckauf 35 Millisekunden lang so, als ob er einatmen würde. Die Kunst, das Problem zu lösen, besteht darin, dass man einen wirksamen Reiz setzt.

Wenn man den Schluckauf nicht in den Griff bekommt, wenn er lange Zeit dauert und sich nicht abstellen lässt, dann muss man unbedingt den Arzt aufsuchen. Er gibt auch Medikamente die, die entspannend auf die Zwerchfell-Muskulatur wirken. Einer der Wirkstoffe in solchen Medikamenten ist das Theophyllin.

Bei einem länger andauernden Schluckauf, der immer wieder kommt, ist der Besuch beim Arzt deshalb wichtig, weil dahinter schwere Erkrankungen stecken können: Störungen des Nervensystems, eine weit zurückliegende Kopfverletzung oder ein Schlaganfall. Es kann auch ein Fremdkörper im äußeren Gehörgang dafür verantwortlich sein. Zu den häufigsten Ursachen für einen Dauer- Schluckauf gehört eine Entzündung der Speiseröhre. Aber auch Magen- und Bauchfell-Erkrankungen können Auslöser für das Problem sein. Hartnäckiger Schluckauf kann auch nach einer Operation im Bauchraum auftreten, wenn sich eine Luftblase oder ein Blutgerinnsel bilden. Wie gesagt: In solchen schweren Fällen geht der Arzt mit Medikamenten, mit einer Magenspülung oder mit einer Erweiterung der Speiseröhre dagegen vor.

Hausmittel gegen Schluckauf

Handelt es sich aber um einen ganz normalen, harmlosen, aber höchst unangenehmen Schluckauf, dann gibt es ein zahllose Rezepte. Einige Tricks hören sich recht seltsam an. Aber sie können in vielen Fällen helfen. Das Geheimnis bei etlichen Rezepten: Man muss den Organismus überraschen, man muss einen Teil des vegetativen Nervensystems auf schonende Weise reizen. Dadurch hat der Körper zu tun und vergisst auf die Krämpfe im Zwerchfell. Sie hören dadurch auf.

Im Grunde genommen muss jeder, der seinen Schluckauf selbst wieder wegkriegen möchte, aus der Fülle der Rezepte – wie ein Detektiv – jenes im Laufe der Zeit herausfinden, das individuell am besten wirkt. So findet dann jeder seine persönliche Strategie gegen den Schluckauf. Her die Maßnahmen, die sich bereits am besten bewährt haben:

  • Sobald sich der Schluckauf blitzartig aus heiteren Himmel meldet, halten Sie einfach die Luft an, schlucken Sie drei Mal hintereinander. Wichtig ist, dass Sie sich dabei die Nase zuhalten.
  • Eine Maßnahme gegen Schluckauf, die vor allen unsere Urgroßmütter und Großmütter angewendet haben: Starten Sie künstlich ein heftiges Husten oder Niesen. Das mit dem Husten geht leichter. Zur Anregung fürs Niesen kann man an einer Brise Pfeffer riechen.
  • Vor allem bei Männern wirksam: Legen Sie sich in Rückenlage auf ein Sofa oder ein Bett. Und zwar so, dass dabei der Kopf über den Rand herabhängt. In dieser Position müssen Sie tief und langsam atmen. Sie dürfen diese Stellung aber nur einnehmen, wenn Sie sich dabei wohlfühlen. Wenn Ihnen übel wird, sofort aufstehen.
  • Trinken Sie ein kleines Glas mit eiskaltem Wasser: etwa ein Achtel Liter. Sie müssen das Wasser aber in kurzen, schnellen Schlucken trinken.
  • Apropos Trinken: Man stellt sich locker hin, beugt sich leicht nach vorn, hält sich mit der linken Hand die Nase zu, greift mit den rechten Hand zu einem Glas Wasser und trinkt daraus.
  • Wenn man jemand hat, der helfen möchte, dann stellen Sie sich hin, beugen sich nach vor, halten sich mit den beiden Zeigefingern die Ohren zu, lassen sich von jemand ein Glas Wasser zum Mund führen und trinken zügig ein paar Schluck daraus. Das ist ein Rezept mit großer Erfolgsquote.
  • Sie können es allerdings auch umgekehrt machen. Sie trinken ganz normal ein Glas Wasser und lassen sich dabei von jemand anders beide Ohren zuhalten.
  • Auch kurios: Sie stellen auf einem Tisch ein Glas Wasser weit von sich weg hin. Dann beugen Sie Ihren Oberkörper weit vornüber, greifen mit dem Mund nach dem Glas und versuchen das Wasser zu trinken.
  • Die Erfahrung zeigt : Wenn Sie jemand erschreckt oder mit etwas Ungewöhnlichem überrascht, dann kann es sein, dass der Schluckauf spontan wieder aufhört.
  • Ein schnelles Ende findet der Schluckauf vielfach auch, wenn man den Betroffenen kitzelt. Das wirkt vor allem bei Frauen und Mädchen.
  • Ein weiteres Rezept: Geben Sie auf ein Stück Würfelzucker nur ein paar Tropfen frischgepressten Zitronensaft und lassen Sie den Zucker im Mund zergehen.
  • Schneiden Sie von einem altbackenen Brot ein Stück ab und kauen Sie es intensiv.

Tüten-Trick gegen den Schluckauf

Probieren Sie den Tüten-Trick: Nehmen Sie eine Papier- oder Plastik-Tüte zur Hand und starten Sie ein ungewöhnliches Ausatmen. Blasen Sie aus dem Mund Luft in die Tüte. Pressen Sie diese dabei ganz fest an die Lippen. Danach halten Sie sie mit einer Hand verschlossen. Und jetzt kommt das Wichtigste an dieser Aktion: Sie dürfen jetzt nicht gleich durch die Nase frische Luft einatmen, auch wenn Sie das Bedürfnis haben. Sie schieben die zugehaltene Tüte vom Mund zur Nase hoch, stecken die Nase rein und atmen Ihre ausgeatmete Luft wieder ein. Oft muss man diese Prozedur mehrmals wiederholen, bis es klappt. Die Erklärung für den Tüten-Trick: Sie erhöhen damit den Kohlendioxid-Spiegel im Blut. Dadurch wird der Nervenimpuls und so der Schluckauf gestoppt.

Wer weiß, dass er immer wieder bei jeder Gelegenheit urplötzlich einen Schluckauf bekommt, der sollte vorbeugende Maßnahmen setzen:

  • Trinken Sie niemals in langen, gierigen Zügen.
  • Sprechen Sie nicht beim Essen.
  • Kauen Sie jeden Bissen gut. Schlingen Sie Ihr Essen nicht eilig hinunter.
  • Kauen Sie morgens auf nüchternen Magen intensiv zwei bis drei Gewürznelken. Das verhindert besonders bei Menschen über 50 im Laufe des Tages Schluckauf-Attacken.
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