Schlaflosigkeit im Urlaub

Schlaflosigkeit im Urlaub

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Schlafloses Wälzen im durchgeschwitzten Laken, jeder Laut wird zur Bedrohung, die rauschende Brandung stört, das Klo im Nachbarzimmer hört sich an wie die Niagarafälle, ein alle halbe Stunde vorbeidonnernder Zug zeugt von der versprochenen „guten Verkehrsanbindung“, der Partner schnarcht und man selbst wird von Viertelstunde zu Viertelstunde kaputter. Rund ein Drittel aller Urlauber klagt über Schlafstörungen in der angeblich schönsten Zeit des Jahres. Dafür gibt es viele Gründe. Hier die vier wichtigsten.

Einschlafproblem Jet Lag

Egal, ob wir eine Fernreise in Richtung Westen (Amerika) oder Osten (Asien) antreten: Wir verschieben unseren Inneren Rhythmus. Richtung Westen verlängern wir den Tag, Richtung Osten verkürzen wir ihn. Das heisst, wir kommen in Amerika an und fühlen uns saumüde, weil es bei uns schon späte Nacht, dort aber heller Tag ist. Was tun? Versuchen Sie auf jeden Fall, so lange auf zu bleiben, wie Sie es schaffen. Am Besten gehen Sie ins Bett, wenn es endlich auch an Ihrem Urlaubsort Abend geworden ist. Fliegen Sie nach Osten, dann sollten Sie dort nach der Ortszeit möglichst lange aufbleiben. Notfalls lesen Sie im Bett. Da haben Sie zwar eine kurze Nacht nach dortiger Zeit, aber Sie kommen schneller in den Tag-Nacht-Rhythmus Ihres Urlaubsorts. In beiden Fällen vermeiden Sie so schlaflose Nächte.

Schlaflosigkeit bei Nervosität

Es geht für viele schon vor der Abreise los: „Habe ich alles gepackt, wo ist der Schlüsel, was wird mit der Post, hoffentlich vergisst Oma das Blumengiessen nicht.“ Ganz schlecht. Noch schlechter, wenn die Alltagssorgen mit in den Urlaub fliegen. Das Rad im Kopf dreht sich weiter, ab ca. 4.00 Uhr morgens ist es mit dem Schlaf vorbei.

Schlafproblem Essen

Die gewaltigen Abendbüffets locken. Und man hat Hunger, weil man den ganzen Tag an der frischen Luft war. Ausserdem ist das Essen ja im Preis inbegriffen. Bloss keine Gewaltportionen. Unsere Verdauungsorgane sind noch nicht umgestellt. Das Essen ist oft zu schwer, zu fett, zu süß. Auch wer sich am Abend mit Rohkost vollstopft, tut nichts Gutes für die Nachtruhe: Der Magen verdaut nicht mehr, das Grünzeug liegt schwer im Magen, es beginnt zu gären - der Schlaf ist futsch.

Schlaflosigkeit nach Alkoholkonsum

Ein bisschen ist gut, zuviel bringt eine unruhige Nacht, spätestens gegen vier bis fünf Uhr werden Sie wach, haben Durst, müssen zur Toilette. Sie schwitzen stark, Ihr Schlaf ist unruhig, Sie schnarchen und haben Atemprobleme. Alkohol macht den Körper müde, peitscht den Geist aber auf.

Was können Sie gegen Schlafstörungen tun?

Den Jetlag kriegen Sie wie beschrieben am Besten in den Griff. Noch ein Trick: Ändern Sie Ihre Leben, aber Einschlaf- und Aufstehgewohnheiten nicht. Zu Problem 2: Schalten Sie ganz bewusst schon ca. eine Woche vor dem Urlaub einen Gang zurück. Nichts Neues mehr ins Programm aufnehmen, Altes abschliessen, was nicht mehr gelöst werden kann, wird abgelegt. Wiedervorlage: Nach dem Urlaub. Ja nicht sagen: „Geben Sie mal mit, ich erledige das aus dem Urlaub.“ Zu Problem 3: Zurückhalten, eher weniger essen als zuhause. Viel Fisch, Obst und gekochtes Gemüse. Nicht alles, was fremd ist, muss auch gut sein. Selbst wenn es im Urlaubsland nicht üblich ist: Essen Sie vor 20.00 Uhr. Zu Problem 4: Verzichten Sie auf zuviel scharfe und eiskalte Drinks. Das schont die Reisekasse und verhilft zu einer ruhigen Nacht.

Hilfe aus der Apotheke

Da haben sich homöopathische Komplexmittel bewährt. Sie sind aus mehreren schlaffördernden Bestandteilen wie Passiflora, Zincum valerianicum oder Lupus zusammengesetzt. Das Schüßler Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6, gilt besonders in Form eines Heißgetränks als gute Einschlafhilfe. Präparate mit Melisse, Baldrian und Hopfen sind ebenfalls gut geeignet. Auch ein Tee aus der Passionsblume verhilft zu einem guten Schlaf.