Richtige Ernährung schützt die Bauchspeicheldrüse

Bauchspeicheldrüse

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Ohne sie geht gar nichts. Die Bauchspeicheldrüse sorgt für eine gute Verdauung, ständiger Alkoholgenuss im Übermass sorgt für eine chronische Entzündung bis hin zum Krebs. Sie hasst fettes Fleisch und braucht Bitterstoffe, sie liebt Kürbis und lange Spaziergänge. Was Sie alles für eine gesunde Bauchspeicheldrüse tun können:

Die Bauchspeicheldrüse – in der Medizin Pankreas genannt – ist etwa 15 Zentimeter lang und wiegt zwischen 70 bis 100 Gramm. Sie ist eines unserer wichtigsten Organe, denn sie regelt den Blutzucker-Haushalt und produziert die Hormone, die dafür notwendig sind: Insulin und Glucagon. Doch das ist nicht alles: Die Bauchspeicheldrüse produziert rund 30 verschiedene Verdauungs-Enzyme, die unsere Nahrung in kleinste Teile zerlegen. Wenn diese Enzyme und damit die von ihnen gesteuerten Verdauungssäfte fehlen, dann ist der Darm nicht mehr fähig, die Nahrung richtig zu verarbeiten. Die darin enthaltenen Vitalstoffe können dann nicht ins Blut aufgenommen werden. Die Folge: Verdauungsstörungen wie Durchfall, Blähungen, Bauchkrämpfe.

Kranke Bauchspeicheldrüse: Eine Katastrophe

Wenn die Bauchspeicheldrüse krank wird, dann ist das in vielen Fällen eine Katastrophe für den Organismus. Denn sie hat eine Schlüsselstellung für unsere Gesundheit. Man unterscheidet zwischen drei möglichen Störungen im Bereich der Pankreas-Drüse: Es gibt eine sehr seltene vererbte Fehlfunktion. Dann kennt man in der Medizin die akute Entzündung, die chronische Entzündung und den Tumor.

  • Bei der akuten Bauchspeicheldrüsen- Entzündung setzen plötzlich heftige, gürtelförmige Schmerzen im Oberbauch ein, die bis in den Rücken oder bis in den Brustkorb ausstrahlen. Dazu kommen oft Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Ausgelöst wird die Entzündung meistens durch chronischen Alkohol-Missbrauch oder durch Gallensteine, die den Abfluss der Bauchspeicheldrüse verstopfen und verhindern, dass die Verdauungs-Säfte weiter fließen können. Der Betroffene muss in ein Krankenhaus, wird mit Schmerz-Medikamenten versorgt und darf einige Zeit nichts essen.
  • Bei einer akuten Entzündung erholt sich der Patient binnen weniger Tage. Die chronische Entzündung wird oft jahrelang nicht bemerkt. Die Krankheit zerstört die Bauchspeicheldrüse nach und nach. Bei jedem zweiten Patienten wird eine Operation notwendig. Die wichtigste Maßnahme ist der absolute Verzicht auf Alkohol.
  • Beim Tumor in der Bauchspeicheldrüse gibt es den gutartigen und den bösartigen. Er wächst lange Zeit, ohne dass man ihn bemerkt. Wenn Oberbauch-Schmerzen, Gelbsucht und Gewichtsverlust auftreten, dann hat sich der Tumor meist schon stark ausgebreitet.

 

Alkohol ist die größte Gefahr für die Bauchspeicheldrüse

Verständlich, wenn man das alles so liest, dann stellt man sich als gesunder Mensch die Frage: „ Was kann ich selbst tun, damit meine Bauchspeicheldrüse gesund bleibt?“

Ein ganz wichtiges Thema ist regelmäßiger Alkhol-Genuss in größeren Mengen. Das ist ein wesentlicher Risiko-Faktor für eine Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung. Das betonen auch immer wieder internationale Experten der Weltgesundheits-Organisation (WHO).

Auch große Mengen an fetter Nahrung bilden eine Gefahr für die Bauchspeicheldrüse, weil jene Enzyme, die für die Fettverdauung vorhanden sind, überfordert werden. Verhängnisvoll ist die Kombination von zu viel Fett und zu viel Alkohol.

Die Bauchspeicheldrüse schätzt sehr eine ausgewogene, gesunde Ernährung und tägliche körperliche Bewegung. Experten betonen: Allein damit könnte man 58 Prozent der Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen vermeiden.

Die Bauchspeicheldrüse braucht Bitterstoffe

Auch Bitterstoffe in unserer täglichen Nahrung sind ein wertvoller Beitrag zur Gesunderhaltung der Bauchspeicheldrüse. Sobald Zunge und Gaumen Bitterstoffe wahrnehmen, schütten die Drüsen des Magens, der Galle und der Bauchspeicheldrüse ihre Verdauungssäfte aus. Parallel wird die Darmtätigkeit aktiviert. Man hat das schon sehr früh erkannt. Darum ist es seit Langem üblich, vor der Mahlzeit einen bitteren Aperitif oder nach dem Essen einen Magenbitter oder Wermutwein zu servieren. Man verwendet für Getränke, welche der Bauchspeicheldrüse gut tun, Pflanzen und Gewürze wie die Mariendistel, Kalmus, Kümmel, Gewürznelken, Curry, Zimt, Koriander, Galgant, gelber Enzian und Löwenzahn.

Natürliche Bitterstoffe aus der Nahrung liefern auf dem Teller die Salate Rucola, Radicchio, Chinakohl und als Gewürz das Lorbeerblatt. Und natürlich die Artischocke, aus deren Blättern sogar Präparate gegen Verdauungs-Probleme hergestellt werden. Alle Speisen, die mit folgenden Gewürzen zubereitet werden, tun der Bauchspeicheldrüse gut: Anis, Fenchel, , Schafgarbe, Kamille, Majoran, Hopfen, Liebstöckel, Tausendgüldenkraut, Thymian, Kerbel, Estragon und Angelika-Wurzel.

Und da die Bitterstoffe der Bauchspeicheldrüse gut tun, ist es auch gut so, wenn jemand nach dem Essen einen Espresso genießt. Er liefert ebenfalls Bitterstoffe, die auf die Darmtätigkeit anregend wirken.

Eine sehr empfehlenswerte Maßnahme für die Bauchspeicheldrüse: Legen Sie nach dem Essen eine mit warmem Wasser gefüllte Gummiwärm-Flasche auf den Bauch. Das kann mitunter sehr rasch Entspannung im Oberbauch schaffen.

Kürbis tut der Bauchspeicheldrüse gut

Wichtig für eine gesunde Bauchspeicheldrüse, damit sie gesund bleibt: Langsam essen, die Nahrung gut kauen und lange einspeicheln. Das entlastet die Arbeit des Darms. Und dabei sollte man absolute Ruhe und keinen Stress haben. Es ist im Interesse der Bauchspeicheldrüse auch sehr wichtig, dass man als berufstätiger Mensch die Mittagspause besser einteilt. Man sollte nicht gleich unmittelbar von der Arbeit aufstehen und in die Kantine eilen, sondern besser zuerst einen stressabbauenden Spaziergang im nahen Park macht und dann erst zum Essen geht.

Apropos Essen: Speziell in der kalten Jahreszeit gibt es ein sehr beliebtes Gemüse, das mit seinen Vitalstoffe – allen voran der Carotinide im Fruchtfleisch – der Bauchspeicheldrüse sehr gut tut, und das ist der Kürbis in allen Varianten zubereitet.

Die verdauungsfördernden, positiven Eigenschaften der Bauchspeicheldrüse werden massiv gestört, wenn man immer nur den Lift und die Rolltreppe nimmt und keine Bewegung macht, wenn man überwiegend vitalstoffarme Industrie-Nahrung zu sich nimmt und wenn man durch zu große Nahrungsmengen mehr Energie erzeugt, als man verbraucht. Das mag die Bauchspeicheldrüse gar nicht. Und wenn die aus der Nahrung gelöste Energie in Form von Glucose in der Blutbahn zirkuliert, steigert die Bauchspeicheldrüse ihre Hormon-Produktion für das Insulin. Nach und nach gerät der Stoffwechsel dadurch aus dem Gleichgewicht. Mit der Zeit steuert der Betroffene in eine Diabetes Typ 2- Erkrankung.

Darum sollten wir alle Tag für Tag an unsere Bauchspeicheldrüse denken und alles meiden, was für die Drüse und für uns selbst gefährlich werden kann.