Pollenallergie: Symptome und Vorbeugung

Pollenallergie: Symptome und Vorbeugung

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Wenn es draußen endlich warm wird, wenn die Sonne immer öfter vom Himmel strahlt, alles zu grünen, blühen und duften beginnt, dann herrscht bei jung und alt nicht nur Freude. Die jüngste Statistik verrät eine erschreckende Zahl: Für 15 bis 20 Prozent der Deutschen ist die Schonzeit des Winters vorbei. Es beginnt wieder das große Leiden: die Pollenallergie. Das Alarmierende dabei: Die Zahl der Betroffenen steigt und steigt von Jahr zu Jahr, immer mehr Menschen bekommen eine Allergie.

Symptome für die Pollenallergie

Die typischen Symptome für die Pollenallergie: laufende Nase, starker Niesreiz, juckende, tränende und gerötete Augen, Hustenanfälle, Hautausschläge, Atembeschwerden. Die Lebensqualität des Pollen-Allergikers ist den ganzen Sommer schlecht.

Wann weiß ich, ob ich eine harmlose Frühlings-Erkältung habe oder ob es sich um eine Pollenallergie handelt?

Auch als medizinischer Laie kann man die Symptome einer solchen Allergie erkennen: Ist das Sekret aus Nase und Bronchien wässrig und klar, und sind dabei die Augen gerötet und tränen, dann ist es eine Allergie. Ist das Sekret trübe, eitrig, schleimig und verfärbt, ist es eine Erkältung. Viele glauben jahrelang, sie leiden an einem Schnupfen und haben in Wahrheit eine Pollenallergie. Früher gab es die meisten Pollen-Allergiker im Alter zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr. Dann nahm die Allergieanfälligkeit wieder Schritt für Schritt ab. Davon ist plötzlich keine Rede mehr. Auf der einen Seite nimmt die Allergie bei Kindern enorm zu. Auf der anderen Seite erleben viele Menschen um die 40 oder 50, die ein Leben lang gesund waren, dass sie plötzlich stark unter den Pollen leiden.

In den letzten acht Jahren verzeichnet die Medizin 70 Prozent mehr Pollenallergiker. Das bedeutet: Es leiden schon fast 16 Millionen Deutsche unter dem Heuschnupfen. Solche Steigerungs-Raten hat in unseren Breiten keine andere Krankheit

So kommt es zur Pollenallergie

Die Samen,die in dieser Jahreszeit durch die Luft fliegen, treffen auf die Nasenschleimhäute. Hier quellen sie auf und platzen. Der Körper kommt nun in Kontakt mit dem artfremden Blüten-Eiweiß. Er wehrt sich heftig dagegen. Denn er unterliegt einem Missverständnis. Die Eindringlinge haben nämlich eine große Ähnlichkeit mit klassischen Krankheitserregern. Sie sind etwa gleich groß ( 0,0002 Millimeter), enthalten viel Eiweiß und kommen über die Atemwege. Das Immunsystem schätzt die Invasoren falsch ein, wird aktiv wie bei echten Krankheitserregern und produziert verstärkt Antikörper - es entwickelt sich eine Allergie.

Treffen diese auf die Pollen, werden verschiedene Mediatoren freigesetzt. Sie lösen Entzündungen aus. Die bekannteste Substanz ist das Hormon Histamin. Es ist für das Jucken der Augen, für den Heuschnupfen und für das Asthma verantwortlich.

Warum erkranken immer mehr Menschen an der Pollenallergie, und zwar aus heiterem Himmel?

Wir sind in zunehmendem Maße großen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Wir nehmen täglich - zum Teil unkontrollierbar - mit der Luft, mit dem Wasser und mit der Nahrung - Gifte und Schadstoffe auf. Eine Zeit lang verkraftet das der Organismus. Aber eines Tages ist für jedes Immunsystem das Maß voll. Und dann wehrt er sich. Und dann bricht das Immunsystem der Pollen wegen zusammen - es kommt zu Allergien.

Das hat aber nichts mit dem lebenswichtigen Kontakt mit harmlosen Keimen und normalem Schmutz zu tun. Er ist wichtig, weil das Immunsystem dadurch lernt, gesund zu reagieren und zu arbeiten. Es hat sich gezeigt, dass Kinder, die hygienisch abgeschirmt aufwachsen, besonders allergieanfällig sind. Ihr Immunsystem hat  keine Kontakte und deshalb zu wenig Erfahrung sammeln können, um Bakterien und Viren von Pollen zu unterscheiden.

Warum werden die allergischen Reaktionen Pollenflug immer stärker, und gefährlicher?

Durch massive Umweltbelastungen sind unsere Atemwege geschwächt. Die Pollen können tiefer eindringen. Gleichzeitig sind sie selbst von Giften und Schadstoffen belastet. Und obendrein schicken viele Pflanzen mehr Pollen als früher in Umlauf. Ein Kubikmeter Luft enthält derzeit etwa 3.000 Pollenkörner. Bereits 50 reichen aus, um eine allergische Reaktion auszulösen.

Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Allergiehäufigkeit. Durch die allgemeine Klima-Erwärmung in unseren Breiten fliegen die meisten Pollen längere Zeit. Und dann fast alle zur gleichen Zeit. Dazu meint Prof. Dr. Johannes Ring, Direktor der Hautklinik und Vorsitzender der deutschen Akademie für Allergologie und Umweltmedizin: "Die Heuschnupfen-Saison beginnt immer früher und endet immer später!"

Und noch ein Effekt lässt sich feststellen: neue Pflanzen breiten sich bei uns aus. Ein typisches Beispiel ist "Ragweed", das Taubenkraut aus Nordamerika. Es löst von August bis Oktober auch bei uns - wie in seiner Heimat - mit den aggressiven Pollen seiner Blüten Allergien aus.

So kann sich der Allergiker schützen:

  • Nicht bei geöffnetem Fenster schlafen. Und wenn, dann um 4 Uhr früh die Fenster schließen. Da beginnt der Pollenflug.
  • Nicht ins Grüne gehen. Bei Fahrten durch die Natur unbedingt die Autofenster geschlossen halten. Nicht die Lüftung einschalten, am besten einen Pollenfilter einbauen lassen.
  • Keine Blumen im Schlafzimmer.
  • Gehen Sie frühmorgens (in den Städten) oder spät am Abend (von 19.00 bis ca. 24.00 Uhr) an die frische Luft - da ist der Pollenflug stark abgemildert.
  • Urlaub in pollenfreien Gebieten verbringen: im Hochgebirge, am Mittelmeer, auf einer Nordsee-Insel. In jedem Fall den Urlaub mit dem Arzt besprechen.
  • Wenn Sie in die Natur gehen, dann ziehen Sie einen Laubwald vor. Er filtert die Pollen der Wiese.
  • Wenn Sie unterwegs waren, waschen Sie gleich die Haare. darin verfangen sich viele Allergieaislöser.
  • Nicht Rasenmähen. Keine anstrengenden Arbeiten im Freien.
  • In der Wohnung einen Luftreiniger mit speziellen Filtern laufen lassen.
  • Nutzen Sie die Zeit nach einem Regen zum Luftschnappen - da ist die Luft rein von Pollen.
  • Lassen Sie den Pollenfilter Ihrer Klimaanlage im Auto möglichst im Frühjahr wechseln.

Eine schnelle Hilfe bei stark tränenden Augen sind kühlende Kompressen. Auch Augentropfen die den Tränenfluss verstärken sind bei einer leichten Allergie gut zur Abhilfe geeignet. In schweren Fällen aber ist auf jeden Fall ein Antihystaminikum als Augentropfen oder Nasenspray ein erfolgreiches Mittel