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Passionsblume gegen das Burnout-Syndrom

Der „Studienkreis Entwicklungs-Geschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg hat die Arznei-Pflanze des Jahres 2011 gewählt: Es ist die Passionsblume, ein exotisches Gewächs aus den tropischen Regenwäldern Mittel-und Südamerikas. Sie hat eine lange Geschichte als Arzneipflanze und ist, was die Wirkung betrifft, ideal für die heutige Zeit, in der viele Menschen unter Nervosität, unter Ängsten und am Burnout Syndrom leiden.

Stress & Co. - Passionsblume gegen das Burnout-Syndrom Foto:© kernel - Fotolia.com
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Das Naturmittel Passionsblume hat keine Nebenwirkungen

Der große Vorteil beim Einsatz der Passionsblume gegenüber entsprechenden chemischen Medikamenten: Es gibt keine Nebenwirkungen. Bei vielen Psycho-Pharmaka kommt es zu Müdigkeit und Teilnahmslosigkeit. Bei der Einnahme eines Extrakes aus der Passionsblume treten keine muskelentspannenden Effekte auf. Die Passionsblume beruhigt, macht aber nicht müde und ist daher alltagstauglich. Man bleibt geistig und körperlich fit.

Die Passionsblume kann im herkömmlichen Sinn als Heilpflanzen-Tee zubereitet werden. Sie wird in der Medizin aber überwiegend in der Homöopathie oder als hochdosierter Extrakt in Drageeform eingesetzt, ist als natürliches Beruhigungsmittel ohne jegliche unerwünschte Nebenwirkungen anerkannt.

Der Name der Passionsblume geht auf Missionare zurück, die im neu entdeckten Amerika die Blüten unter einem christlichen Aspekt deuteten. Sie sahen in der weiß-violetten Blume die Marterwerkzeuge der Passion Christi: Die Fäden der Nebenkrone waren ein Symbol für die Dornenkrone, die fünf Staubblätter standen für die Wundmale, die Säule mit dem Fruchtknoten für den Pfahl der Geißelung und die drei Griffel mit den Narben für die Nägel am Kreuz.

Viele Indianer-Stämme setzten seit eh und je die Passionsblume bereits als Arznei ein: gegen Melancholie, Schlaflosigkeit und Schmerzen. Das haben Mönche und Ärzte, die mit den spanischen Eroberern auf den neu entdeckten Kontinent kamen, beobachtet. Es gibt die ersten Aufzeichnungen über die Passionsblume aus dem 16. Jahrhundert von dem Mediziner Dr. Francisco Hernandez.

In den USA wurden aber erst im 19. Jahrhundert Extrakte aus der Passionsblume von Ärzten und Homöopaten häufig gegen Nervosität und Schlaflosigkeit verordnet. In Mitteleuropa wurden die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen über die Wirkung der Passionsblume Mitte des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Heute ist die Blume ein wirksames Mittel gegen Stress-Belastung und das Burn out Syndrom. Diese Überlastungsstörungen sind gefährlicher als man glaubt, können zu Herzinfarkt, Depressionen, zu Atemnot, Schlafstörungen und Diabetes führen.

Die Wirkstoffe der Passionsblume schützen das Gehirn

Worauf ist die Wirkung der exotischen Pflanze zurückzuführen? Die Passionsblume ist reich an Flavonoiden, Sterinen und Alkaloiden. Diese Wirkstoffkombination hat einen direkten Einfluss auf den sogenannten GABA-Stoffwechsel des Gehirns. Das muss man sich so vorstellen: Das Gehirn hat einen Filter, der gegen Reizüberflutung schützt. Es ist der GABA-Filter, der aus Gamma-Amino-Buttersäure besteht. Wenn wir geistig überfordert sind, filtern GABA-Neuronen die aufgenommenen Wahrnehmungen, damit das lymbische System des Gehirns nicht überfordert wird. Doch diese Filterfunktion hat nur eine begrenzte Kapazität. Man kann sich vorstellen, dass speziell in unserer heutigen Zeit, wo viele Menschen nervlich und seelisch überfordert sind, der GABA-Filter in seiner Funktion gestört werden kann. Dadurch geraten viele aus ihrer inneren Harmonie, weil das Gehirn allen äußeren Einflüssen ungeschützt ausgeliefert ist. Das bedeutet: Riesige Mengen an Informationen werden nicht mehr ausgefiltert, sondern stürmen auf den Betreffenden ein. Hier helfen keine Medikamente. Hier hilft die Natur: Die Kräfte der Passionsblume lassen den GABA-Filter, der durch Streß und durch das Burnout-Syndrom in seiner Funktion gestört wird, wieder optimal arbeiten.

Entscheidend für diese verblüffende Wirkung ist, dass man den Extrakt aus der Heilpflanze möglichst hochdosiert und über einen längeren Zeitraum einnimmt.

Da die Wirkung dieser Naturkraft oft erst nach Tagen eintritt, muss man Geduld haben. Man kann nur mit einer längerfristigen Einnahme eine optimale Wirkung erzielen.

Tee aus der Passionsblume gegen Nervosität

Man kann aus der Passionsblume natürlich auch Tee zubereiten und damit leichte Nervosität bekämpfen. Das ist die klassische Form, allerdings für die Behandlung vom Burnout Syndrom nicht stark genug. Aber für alle, die den Tee ausprobieren wollen, hier das Rezept:

2 gehäufte Teelöffel getrocknete und zerriebene Passionsblüten werden mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, durchseihen, morgens und abends jeweils eine Tasse lauwarm trinken.

Da die Passionsblume, deren Pflanze übrigens bis zu 6 Meter hoch werden kann, zur Arznei-Pflanze des Jahres 2011 gewählt wurde, stellt sich die Frage: Wie weit sind die Wirkungen der Passions-Blüten nachgewiesen? Oder basieren alle Angaben einzig und allein nur auf Tradition und Erfahrung?

Es liegt ein publizierter Report der Europäischen Arzneimittel-Agentur aus dem Jahr 2008 vor. Er basiert auf 4 klinischen Studien. Eine indische Wissenschaftler-Gruppe hat die krampflösende Wirkung auf das GABA-System im Gehirn nachgewiesen und ebenfalls die Bewältigung von Ängsten belegt. Interessanter Weise liegen auch Berichte vor, dass die Passionsblume Herz und Kreislauf stärkt und vor einer frühzeitigen Arteriosklerose schützen kann.

Es macht in jedem Fall Sinn, wenn man Passionsblumen-Tee aus der Apotheke vor allem dann zuhause vorrätig hat, wenn man auf Grund beruflicher oder privater Stress-Situationen immer wieder Erschöpfungszustände an sich selbst beobachtet. Man sollte dann, um vielleicht ein drohendes Burnout-Syndrom abwenden zu können, eine 3 -Wochen-Kur mit 3 bis 4 Mal täglich einer Tasse Passionsblumen-Tee durchführen. Der Tee sollte lauwarm und eventuell mit ganz wenig Honig oder Ahornsirup getrunken werden. Am besten langsam in kleinen Schlucken. Dieser Tee hilft nicht nur gegen nervliche Erschöpfung und Ausgebranntsein, sondern ist auch ein sehr gut wirksames Naturmittel gegen Einschlaf- und Durchschlaf-Probleme.

Wenn man die Passionsblume als homöopathisches Mittel – als Passionsblumen-Urtinktur - einsetzt, nimmt man 3 mal täglich 10 Tropfen.

Da die Passionsblume durch die Wahl zur „Arzneipflanze 2011“ ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurde, werden zweifelsohne in nächster Zeit neue wissenschaftliche Studien mit der exotischen Blume durchgeführt werden.

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