Paracelsus: Seine Tipps für das Winterende

Paracelsus: Seine Tipps für das Winterende

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Der Übergang vom Winter zum Frühling hat es in sich: Sehr oft erwischt uns in dieser Übergangszeit noch eine Erkältung. Dagegen können Sie sch wappnen: Mit den uralten Weisheiten und Tipps des grossen Arztes Paracelsus. Der kannte schon vor einem halben Jahrtausend etliche Geheimnisse der Natur- und Erfahrungsmedizin. Vieles davon ist überliefert. Und ich sagen Ihnen, wie Sie diesen Erfahrungsschatz nutzen können.

 

Das große Wissen des Paracelsus

Die meisten von uns können es nicht mehr erwarten, wenn endlich wieder der Frühling ins Land zieht. Und wer bislang keine der typischen Winter-Erkrankungen vom Schnupfen über Husten bis zum grippalen Infekt hatte, der möchte jetzt gern wissen, was er tun kann, damit er auch zum Winterende verschont bleibt. Wer sich da die Kräfte der Natur zunutze machen möchte, sollte sich an die Rezepte eines großen Arztes und Naturmediziners aus dem Mittelalter halten. Und das ist Theophrastus Bombastus von Hohenheim, den meisten besser unter dem Namen Paracelsus bekannt.

Er lebte von 1493 bis 1541 und war eine der großen Persönlichkeiten der Medizin zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit. Er war der Meinung, dass die Medizin nur dann Erfolg hat, wenn man sich Erfahrungen zunutze macht und viele Experimente wagt. Und er sah es als seine Verpflichtung an, medizinisches Wissen in der Sprache des Volkes weiterzugeben. Im Mittelpunkt seiner Arbeit standen die Heilpflanzen und die Ernährung. Er hat die Menschen und ihre Erkrankungen beobachtet und seine Schlüsse daraus gezogen. Und er hat auch das überlieferte Wissen der grossen Ärzte der Antike mit in seine Schlussfolgerungen einbezogen. Vieles von dem, was er in die Heilkunde eingebracht hat, ist heute noch gültig und hat Bestand. 

Paracelus empfahl den Johanniskraut-Tee

Wenn Sie also gesund und fit durch den Rest des Winters kommen möchten, halten Sie sich an die Erfahrungsmedizin des Paracelsus. Hier einige seiner Rezepte:

Viele Menschen sind nach dem langen Winter und den vielen düsteren Tagen der letzten Monate seelisch nicht so gut drauf. Manche haben auch oft depressive Stimmungen. Mit diesem Thema hat sich Paracelsus intensiv schon zu seiner Zeit befasst. Und er hat ein Heilkraut entdeckt, das heute auch in der Neurologe und Psychiatrie anerkannt ist. Es handelt sich um das Johanniskraut. Paracelsus hat durch praktische Versuche nachgewiesen: Wer aus den getrockneten gelben Blüten des Johanniskrautes einen Tee zubereitet, ist seelisch wieder stark, sieht die Welt mit anderen Augen. Paracelsus nannte daher das Johanniskraut "Sonnenschein für die Seele". 

Und so wird der Tee zubereitet:  2 gehäufte Teelöffel getrocknete Johanniskraut-Blüten werden mit ¼ Liter kaltem Wasser  übergossen, dann bis zum Sieden erhitzt, nur 3 Minuten ziehen lassen, durchseihen. Man trinkt 3 Wochen lang 3 mal täglich 1 Tasse, am besten ungesüßt. Und wenn gesüßt, dann mit nur ganz wenig Honig. Es ist wichtig, diese Kur nicht zu unterbrechen, denn das Johanniskraut braucht eine gewisse Zeit um seine Wirksamkeit entfalten zu können. 

Heute weiß man, dass die aufbauende Wirkung vom Johanniskaut auf den Hauptwirkstoff Hypericin, auf Rutin, Flavonoide und Gerbstoffe zurückzuführen ist. Sie wirken direkt auf das Gehirn und setzen dort die Bildung von Glückshormonn in Gang.

Hirse macht fröhlich

Paracelsus hat gewusst, wie wertvoll Nahrung aus Getreide für den Menschen ist: für die geistige und körperliche Energie. Und speziell für die düstere, kalte Winterzeit und für die Übergangszeit zum Frühling hat er ein sanftes Getreide empfohlen, das obendrein im Mittelalter ein Arme-Leute-Lebensmittel war: nämlich die Hirse. Heute noch kann man in alten Märchen nachlesen: Die Menschen aßen damals Hirsebrei und Hirseauflauf. Leider ist die Hirse bei uns fast völlig aus der Mode gekommen. In Afrika und Arabien hingegen herrscht noch ein gepflegte Hirse-Kultur. 

Paracelsus bei seinen Studien beobachtete: Arme Menschen, die hart arbeiten mussten, waren in der düsteren Zeit meist viel besser drauf, wenn sie Hirse gegessen hatten. Trotz ihrer Notlage waren sie oft heiter und guter Stimmung. Und darum gab er der Hirse den schönen Beinamen "das fröhliche Getreide". 

Heute weiß man, dass diese Wirkung auf die B-Vitamine sowie auf die große Menge an Kieselsäure in der Hirse zurückzuführen ist. 

Früher wurde Hirse zu Grütze verarbeitet, mit Milch und Wasser gekocht und mit Zucker und Zimt gewürzt. Der Brei kommt auch heute manchmal noch auf den Tisch, allerdings wird er inzwischen zusätzlich mit Butter und etwas Zitrone angereichert, um den doch eher langweiligen Geschmack aufzubessern. Mit etwas Obst dient Hirse in dieser Form als gesunder Nachtisch. 

Wer in den letzten Winter- und ersten Frühlingstagen gute Laune, starke Nerven und  eine gesunde Haut haben möchte, der sollte des öfteren Hirse in den Speiseplan einbauen: als Hirseflocken in der Suppe, als Hirsefrikadellen, als Hirsebrei oder Hirseauflauf.

Ganz wichtig: warme Füße

Paracelsus hat auch beobachtet, dass alle Menschen, die im Frühling auf warme Füße achten, gesund durch das ganze Jahr kommen. Sein Aufruf, die Füße warm zu halten, hatte im Mittelalter eine besonders große Bedeutung, da viele Menschen  damals an einem einfachen Schnupfen oder an einer relativ einfachen Erkältung gestorben sind, was ja heute dank der modernen Medizin kaum mehr möglich ist.

Deshalb ein paar Tipps gegen kalte Füsse: 

  • Übergießen Sie einen Teelöffel Rosmarinblätter mit einer Tasse kochendem Wasser, sieben Minute ziehen lassen, dann trinken. Zweimal am Tag anwenden.
  • Schneiden Sie Ingwer in dünne Scheiben, übergießen Sie diese mit kochendem Wasser, ziehen lassen und heiß eine Tasse trinken. Sie werden von Wärme am ganzen Körper durchströmt.
  • Stecken Sie in die Zwischenräume der Zehen jeweils einen Finger und bewegen Sie diese kräftig. Das fördert die Durchblutung.

 

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