Norovirius: In 2017 so schlimm wie noch nie

7.2.2017

 Norovirius: In 2017 so schlimm wie noch nie. Foto:© fotoliaxrender - Fotolia.com

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Die Arztpraxen sind überfüllt, teilweise mussten schon Krankenhäuser geschlossen werden, weil Ärzte und Pflegepersonal an einer Infektion mit den Magen-Darm Viren Noro und Rota erkrankt waren. Das Robert-Koch-Institut rechnet für die Monate Februar, März und bis in den April hinein mit einer besonders hohen Zahl von Infektionsfällen durch das hochansteckende Norovirus. Jede Woche steigt die Zahl der Neuansteckungen um 3 000 gemeldete Fälle. Wir müssen also gewappnet sein - und ich sagen Ihnen, was Sie tun können. Denn Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen.

Ein extrem ansteckender Virus

Noroviren sind sehr resistent, extrem ansteckend und verursachen einen schweren Brechdurchfall, der vor allem für Kinder und ältere Menschen sehr gefährlich werden kann. Erbrechen, Durchfall, Bauch- und Kopfschmerzen sind die typischen Symptome. Fieber kommt dagegen nur selten vor. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit vergehen meistens nicht mehr als 24 Stunden. Das Robert-Koch-Institut: "Das Virus kommt vor allem in den Wintermonaten vor."

Nur absolute Hygiene hilft gegen den Virus

Eine absolute Hygiene ist der beste Schutz vor einer Ansteckung. Vermeiden Sie möglichst jeden Kontakt zu einem angesteckten Menschen. Haben Sie einen Noro-Virus-Fall in der Familie, dann sollte der möglichst isolierte werden. Tragen Sie Mundschutz und Handschuhe wenn Sie mit ihm in Berührung kommen. Die von ihm benutzten Toiletten und Gegenstände müssen sorgfältig desinfiziert werden (Sagrotan und ähnliche Mittel). Wer mit dem Kranken zu tun hat, darf auf keinen Fall das Essen für die Familie zubereiten. Alte Menschen und Kinder dürfen nicht mit dem Kranken zusammen kommen.

Immer wieder die Hände waschen verhindert Ansteckung

Ganz wichtig ist die Handhygiene: Für jedes Familienmitglied ein eigenes Handtuch. Immer wieder (mindestens fünfmal am Tag) die Hände gründlich mit Seife waschen oder mit einem Desinfektionsmittel behandeln. Sehr ratsam ist es, die Hände nach dem Waschen und der Desinfektion mit einem Wegwerfhandtuch zu behandeln.

Benützen Sie Gummihandschuhe und Wegwerftücher

Genau so wichtig ist die Haushygiene. Alles, womit der Kranke oder seine Ausscheidungen in Berührung gekommen ist, muss 100%ig gereinigt oder entsorgt werden. Dabei müssen Sie Gummihandschuhe (Einweghandschuhe) tragen und Wegwerftücher benutzen. Auch Wasserhähne, Lichtschalter und Türklinken müssen mehrmals am Tag gereinigt werden. Wenn Sie Desinfektionsmittel verwenden, müssen Sie sich erkundigen, ob sie auch gegen Viren wirken.

Noro-Viren sind zäh und können Temperaturen bis 60 Grad locker überstehen. Deshalb ist Ihr Waschgang bis 60 Grad nicht wirklich sicher, zumal diese Temperatur oft nicht erreicht wird. Die Bettwäsche und Wäsche eines Kranken muss solo gewaschen werden.

Kleinkinder sind besonders gefährdet

Rotaviren greifen vor allem Kleinkinder bis zum 5. Lebensjahr an, die in diesem Zeitraum mehrfach erkranken können. Erst dann habt sich ein körpereigener Schutz entwickelt, der dann lebenslang anhält. Besonders ansteckend ist der Rota-Virus in den Monaten Februar bis April. Die Ansteckung erfolgt meist über eine Schmierinfektion. Die Erreger gelangen über kleinste Stuhlreste an den Händen in den nMund und so in den Verdauungstrakt. Die Ansteckung kann aber auch über verunreinigtes Wasser, kontaminierte Lebensmittel. Toiletten, Armaturen oder Handläufe erfolgen. Auch hier die beste Vorbeugung: Absolute Hygiene beachten.

Was können Sie nun tun, wenn eine Erkrankung durch Noro- oder Rota-Viren vorliegt?

  • Halten Sie Bettruhe ein und vermeiden Sie den Kontakt zu anderen Menschen so weit wie möglich.
  • Sie müssen den Flüssigkeitsverlust durch Durchfall und Erbrechen unbedingt ausgleichen.  Das bedeutet Sie müssen viel trinken. Unter Umständen sind sogar Infusionen nötig.
  • Kleinkinder und Säuglinge müssen in kurzen Zeiträumen immer wieder kleine Portionen Flüssigkeit zu sich nehmen (verdünnter Kräutertee). Ist der Flüssigkeitsverlust sehr hoch, muss das Kind im Krankenhaus behandelt werden.
  • Mir der Flüssigkeit verliert der Körper viele lebenswichtige Salze. Das muss durch Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke ausgeglichen werden.
  • Essen Sie leichte und gut gesalzene Speisen wie Karotten- oder Kartoffelbrei, Haferschleim, entfettete Hühnerbrühe.
  • Antibiotika sind gegen Noro- und Rota-Viren wirkungslos. Geben Sie keine stopfenden Medikamente gegen den Durchfall. Die können nämlich die Erkrankung verlängern. Kurz gesagt: Das Gift muss raus aus dem Körper.
  • Auch wenn die Krankheit schon abgeklungen ist scheiden Sie noch mehrere Tage lang Erreger aus.  In dieser Zeit müssen Sie besonders auf die Hand- und Toilettehygiene achten.

 

 

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