Kinderärzte überlastet: Darum kommt Ihr Kind nicht dran

29.11.2017

Kinderärzte überlastet: Darum kommt Ihr Kind nicht dran. Foto:© YakobchukOlena - Fotolia.com

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Die Praxen sind überfüllt, die Wartelisten endlos lang - unsere Kinderärzte sind völlig ausgebucht. In der ganzen Bundesrepublik klagen die Kinderärzte über eine totale Überlastung: Es gibt in vielen Praxen bereits Aufnahmestopps, Kinder können nicht mehr behandelt werden, die Eltern sind hilflos. Wir sind der Frage nachgegangen: Warum kommt Ihr Kind nicht dran? Und das, obwohl viele Kinderärzte Überstunden leisten und manche Praxen sogar bis 21.00 Uhr geöffnet sind. Hier die Gründe, die von Ärzten und den zuständigen Behörden genannt werden.

Die Bedarfsplanung für Kinderärzte wurde in den Neunzigerjahren eingeführt. Damals wurde für die klassischen Kinderkrankheiten geplant: Ohrenschmerzen, Alltagsverletzungen, Magen- und Darmprobleme, Erkältungen, Husten und andere Infektionskrankheiten. Inzwischen hat sich jedoch das Krankenbild von Kindern die von ihren Eltern zum Kinderarzt gebracht werden geändert. Es kommen Kindern mit psychischen Problemen die unter Mobbing leiden, es kommen ADHS-Patienten. Deren Behandlung erfordert viel mehr Zeit und Aufmerksamkeit als der übliche Ohrenschmerzen-Patient.

Die Kinderärzte müssen zu viel leisten.

Die Ärzte müssen eben einfach viel mehr leisten: Fast doppelt so viele Impfungen wie früher, dazu kommt ein gestiegener Anteil an Vorsorgeuntersuchungen. Allein eine solche Vorsorgeuntersuchung dauert pro Kind im Durchschnitt etwa 25 Minuten. Der Nürnberger Kinderarzt Wolfgang Landendörfer hat laut der „Süddeutschen Zeitung“ einen Aufnahmestopp in seiner Praxis. Er arbeitet täglich zwölf Stunden bei etwa 140 Behandlungen. Er sagt in der „Süddeutschen Zeitung“: „In Bayern herrscht flächendeckender Notstand. Die Mehrzahl der Kollegen arbeitet am absoluten Limit.“ Das ist in den anderen Bundesländern nicht anders.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendmediziner (BVK) kritisiert, dass die sogenannte Bedarfsplanung für Ärzte völlig veraltet sei, was zur Überlastung der Ärzte führt. Verbandssprecher Kahl: „Die Mehrbelastung der Kinder- und Jugendärzte wird von der Politik vollkommen ignoriert. Wir schaffen es kaum noch, die an uns gestellten Aufgaben zu erfüllen.“ Als Gründe für die Überlastung der Kinderarztpraxen werden genannt: Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, eine wieder steigende Geburtenrate und Flüchtlingskinder sorgten für deutlich mehr Arbeit.

Ernste Folgen für die Neugeborenen

Besonders für Neugeborene hat dieser Zustand ernste Folgen. Für die ersten Regeluntersuchungen stehen nur enge Zeitfenster zur Verfügung. Wer aber stundenlang die Liste der Kinderärzte in seiner Wohngegend abtelefonieren muss, um dann vielleicht in ein, zwei Wochen einen Termin zu ergattern, der gibt vielleicht vorher auf und lässt die Vorsorge ausfallen.

Einer der Ratschläge für die Eltern lautet: Wenn möglich die leichten Erkrankungen mithilfe der Natur- und Erfahrungsmedizin und mit bewährten Hausmitteln selbst zu behandeln. Das gilt aber nur für leichte Erkrankungen.

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