Nahrungsergänzung: Vitalstoffe für ein gesundes Leben

Nahrungsergänzung: Vitalstoffe für ein gesundes Leben

© Doreen Salcher - Fotolia.com

Wir wollen möglichst lange gesund bleiben, vital und fit durchs Leben gehen. Dazu braucht unser Organismus eine Reihe von Vitalstoffen, die er nur zu einem Teil selbst herstellen kann, sonst aber zuführen muss. Die ideale Lösung ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Doch es gibt diese Nährstoffe nicht nur im Essen, sondern auch in Form von Kapseln, Tabletten oder Pulver.

Überall werden sie uns angeboten: in der Apotheke, im Drogeriemarkt, im Reformhaus und in Supermärkten. Auf meterlangen Regalen. Der Boom ist nicht zu übersehen. Das sind die Nahrungsergänzungen, die Gesundheit, Schönheit und eine verbessert Leistungskraft versprechen. Brauchen wir sie oder brauchen wir sie nicht? Sind Nahrungsergänzungen sinnvoll, unnötig oder vielleicht sogar gefährlich? Und in welchen Situationen werden sie vom Arzt sehr oft sogar empfohlen?

Wieviele Menschen in Deutschland nehmen Nahrungsergänzungen?

Prof. Dr.Michael Kunze und Frau Prof. Dr. Mag. Ingrid Kiefer vom Institut für Sozialmedizin an der Universität Wien haben dazu eine Erhebung gemacht. Daraus geht hervor: In Deutschland konsumieren zwischen 20 bis 35 Prozent der Erwachsenen Nahrungsergänzungsmittel. Frauen nehmen sie häufiger. Die Einnahmefreudigkeit steigt mit zunehmendem Alter und hängt mit einem höheren Bildungsniveau zusammen.

Die Zahlen stimmen mit den Ergebnissen anderer internationaler Studien überein. Eine niedersächsische Erhebung zeigt weiters:

  • Es werden überwiegend Multivitamin-Präparate verwendet.
  • Die Hauptbezugs-Quellen sind die Apotheken und der Lebensmittel-Handel.
  • Die meisten Verwender von Nahrungsergänzungen haben ein hohes Gesundheitsbewusstsein, ernähren sich gesünder und treiben Freizeitsport.

Wer braucht keine Nahrungsergänzungen?

Wenn jemand immer sehr gesundheitsbewusst lebt, sich ausgewogen ernährt und sich dabei nach dem Motto hält: nicht zu süß, nicht zuviel, nicht zu fett, der wird kaum Nahrungsergänzungen brauchen. Wer heimisches, reifes Gemüse und Obst aus der Region - vielleicht sogar aus Bio-Anbau - in den Speiseplan einbaut, wer nicht zuviel Stress hat und regelmäßig Sport treibt, der wird mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen und Bioaktiv-Stoffen bestens versorgt sein, solange er unter 60 Jahre alt ist.

Gibt es Risiko-Personen, die aus der täglichen Nahrung nicht genügend Vitalstoffe aufnehmen?

  • Das sind zum Beispiel Menschen über 60. Sie haben oft einen Mangel an bestimmten Verdauungsenzymen und können auch wertvolles, gesundes Essen nicht optimal auswerten.
  • Ältere Menschen, vor allem wenn sie allein leben, ernähren sich oft sehr unzureichend: weil sie sich keine Zeit fürs Speisen-Zubereiten nehmen, weil ihnen die Zähne zu schaffen machen, weil sie oft den ganzen Tag nur weiße Brötchen und Kaffee konsumieren. Sie schlittern allmählich in ein erschreckendes Defizit an Vitalstoffen:an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen und Bioaktiv-Stoffen.
  • Menschen, die regelmäßig viel Alkohol trinken und Zigaretten rauchen, haben meist einen Mangel an Magnesium, Vitamin C, an B- Vitaminen, Folsäure, Selen und Zink.
  • Wer sich vegetarisch ernährt, leidet oft an einem Mangel an Vitamin B 12, an Selen, Eisen, Jod und Zink.
  • Menschen, die abnehmen wollen, eine strenge Diät durchführen und durch die geringere Aufnahme von Nahrung auch weniger Vitalstoffe zuführen.
  • Menschen, die an einer Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden und dadurch zu wenig lebenswichtige Stoffe aus der Nahrung tanken können.
  • Zu der Risiko-Gruppe, die oft einen Mangel an lebenswichtigen Vitalstoffe haben, gehören aber auch schwangere Frauen, stillende Mütter, Jugendliche, eifrige Freizeit-Sportler, außerdem alle, die viel Stress haben und starken Umweltschadstoffen ausgesetzt sind: in erster Linie Schwermetallen und Autoabgasen.
  • Auch Singles gehören zur Risiko-Gruppe. Man muß sich vorstellen: 36 Prozent aller deutschen Haushalte sind Singel-Haushalte. Die Betreffenden gehen einem Beruf nach und haben wenig Zeit, Mahlzeiten zuzubereiten. Da wird nach Fertig-Gerichten gegriffen, da wird fast nie frisch ein knackiger Salat zubereitet. Und wenn nun tagsüber auch keine gesunde Kost zur Verfügung steht, dann entsteht mit der Zeit ein Mangel an bestimmten Nährstoffen.

Mit der täglichen Ernährung genügend Vitalstoffe aufnehmen

Ein Beispiel:

Wer jeden Tag 1 Liter Milch oder 1 Liter Joghurt konsumiert, hat er genügend Calcium für die Knochen und B-Vitamine für die Nerven und für Vitalität. Wer 2 bis 3 mal täglich je 2 Gabeln voll rohem Sauerkraut kaut, wie es viele Familien mit ihrem Kim-Chi in Korea tun, ist reichlich mit Vitamin C und mit Milchsäure-Bakterien für den Darm versorgt. Mit 4 Möhren und 1 Melone deckt man den Tagesbedarf an Vitamin A. Man muß also die tägliche Ernährung planen und gut überdenken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät daher zu 5 mal am Tag Obst und Gemüse in allen Farben, soviel, wie jedesmal in eine Hand hineingeht.

Aber das beweist: Die gesunde Ernährung ist die wichtige Basis für eine optimale Vitalstoff-Versorgung. Unsere Vorfahren zum Beispiel - etwa in der Steinzeit - haben vorbildlich gelebt: mit Wurzeln, Beeren, Wild, Nüssen und Fisch. Das Essen hat damals 3 mal so viele Vitamine und 2 mal so viele Mineralstoffe enthalten. Der Ernährungsplan hat sich im Lauf der Evolution verändert. Viele greifen nahezu ausschließlich zu einer schlappen Industriekost. Und durch moderne landwirtschaftliche Anbau- Methoden finden wir in Obst und Gemüse nur mehr sehr wenig Vitalstoffe, weil die Böden entweder ausgelaugt sind oder die Mineralstoffe und Spurenelemente durch chemische Verbindungen der Düngemittel, Insekten- und Unkraut-Vertilgungsmittel im Boden gebunden werden und nie den Menschen erreichen.