Mit einem gesunden Darm leben Sie länger

Darmgesundheit

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"Der Tod sitzt im Darm", sagte einst der griechische Arzt Hippokrates.  Das stimmt, hunderttausende Darmkrebstote belegen diese Erkenntnis. Die Asiaten haben dazu einen positiveren Spruch: "Der Darm ist das Tor zum Leben." Das stimmt auch: Denn mit einem gesunden Darm leben Sie länger. Und nicht nur länger, sondern auch gesünder. Lesen Sie, wie wichtig ein gesunder Darm für ein Verlängerung Ihrer Lebensdauer ist - und was kurzkettige Fettsäuren damit zu tun haben.

Eine gestörte Darmflora verkürzt Ihr Leben

Im Alter, also ab etwa 65 Jahren, tritt ein medizinischen Phänomen auf, das jeden zweiten Menschen in dieser Altersgruppe betrifft: Chronische Entzündungen im Körper. Die Mediziner nennen das "Inflamm-Aging", übersetzt heißt das "Entzündungsaltern." Der Grund für dieses Phänomen liegt - so sagen es Studien - im Darm. Menge und Vielfalt der Darmbakterien haben offenbar einen entscheidenden Einfluss auf Infektanfälligkeit im Alter. Wenn die Gesamtheit der im Darm befindlichen Mikroorganismen aus dem Gleichgewicht gerät, dann wird das Immunsystem dermassen stark geschwächt, das die berühmten "Alterskrankheiten" verstärkt auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Arteriosklerose, Osteoporose, Diabetes, Alzheimer und Arthritis. Auch ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt ist darauf zurückzuführen. Professor Dr. Lucia Valentini von der Hochschule Neubrandenburg hat an diesem Thema geforscht. Ihre Feststellung: "Bei gesunden Senioren befindet sich bis zum achtzigsten Lebensjahr die Darmflora im Gleichgewicht." Dieses Gleichgewicht schützt vor der permanenten Entzündung des alternden Körpers, die den Körper viel Kraft kostet und auf Dauer immer mehr schwächt. Fazit: Eine gestörte Darmflora verkürzt Ihr Leben.

Probiotika helfen dem Darm und verlängern so Ihr Leben

Die Studien ergaben einen auffallenden Mangel an den Vitaminen Folsäure und B12 bei den Probanden - der Spiegel dieser beiden Vitamine war zu niedrig. Nach Meinung der Forscherin ist daran eine einseitige Ernährung mit wenig Ballast- und Mikronährstoffen schuld. Das führt zu einem Ungleichgewicht in der gesamten Darmflora und im gesamten menschlichen Mikrobiom. In einer Kontrollgruppe, die zusätzlich eine Mischung von Probiotika zu sich nahm, verbesserten sich die schlechten Werte. Bei der Anwendung von Probiotika gelangen positive lebende Bakterienkulturen in den geschwächten Darm, das hilft offenbar.
Weitere Studien an der Universität Melbourne ergaben, das es zwischen den Bakterienstämmen im Darm und dem Immunsystem einen direkten Zusammenhang gibt. Die in unserer Ernährung immer weniger werdenden Ballaststoffe ( meist unverdauliche Fasern) dienen wichtigen Darmbakterien als Nährstoffe. Diese bilden daraus kurzkettige Fettsäuren. Die wiederum besitzen offenbar die Fähigkeit die Darmflora positiv zu verändern, sie zu stabilisieren und eine schädliche Zusammensetzung der Darmflora zu korrigieren. Sie dienen solchen Darmbakterien als "Nahrung", die eine Schutzfunktion für unseren gesamten Organismus haben: Sie können Entzündungen verhindern und Auto-Immunkrankheiten stoppen. Das sind zum Beispiel: Rheuma, Allergien, Multiple Sklerose oder Schuppenflechte. Mediziner an der Friedrich Alexander Universität (Erlangen) und der Bochumer Ruhr-Universität haben nachgewiesen: Im Körper wird die Produktion von T-Zellen (sie regulieren Entzündungen im Körper) durch kurzkettige Fettsäuren angeregt.

Mehr Ballaststoffe stärken die Darmflora, Sie leben gesünder

Um länger und gesünder leben zu können müssen wir den oft vorhandenen Mangel an kurzkettigen Fettsäuren - hervorgerufen durch die moderne, ballaststoffarme Ernährung - ausgleichen. Das geht. Zum Beispiel durch die Zuführung von Propionat, dem Salz der Propionsäure.  Dafür brauchen wir Ballaststoffe. Wir unterscheiden in wasserlösliche und weserunlösliche Ballaststoffe.

Wasserunlösliche Ballaststoffe finden wir in:
Getreide, Obst und Gemüse. Des  weiteren in Hülsenfrüchten und Kleie. Auch das Außenskelett von Krustentieren enthält wichtige Ballaststoffe.

Die Liste der wasserlöslichen Ballaststoffe ist wesentlich länger:
Obstschalen (vor allem von Äpfeln), Quitten und Gemüse. Des weiteren in Rot- und Braunalgen und im Tang. In Flohsamen-Schalen. In Chicorée und Topinambur. In Johannisbrotkernmehl und in Hülsenfrüchten (vor allem in Erbsen und Bohnen).
Ballaststoffe haben einen weiteren Vorteil: Sie erzeugen ein Sättigungsgefühl, helfen beim Abnehmen und gehören zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines gesunden Lebensstils.