Milch: Wichtig für Knochen und Nerven

Milch: Wichtig für Knochen und Nerven

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Seit Beginn seiner Sesshaftigkeit nutzt der Mensch Haustiere zur Gewinnung von Milch. Sie ist ein Grundnahrungsmittel, das vor allem durch seine beachtlichen Mengen am Mineralstoff Calcium für unsere Knochen wichtig ist. In Deutschland ist es in erster Linie die Kuhmilch, die zum täglichen Nahrungsangebot zählt. Was sie kann und wer sie meiden sollte.

Die wichtigsten Fragen sind:

  • Wie wertvoll ist Milch generell für unsere Gesundheit?
  • Was tun, wenn man keine Milch verträgt?
  • Welche Bedeutung haben Milchprodukte wie Käse, Buttermilch und Joghurt?

 

Die Milch liefert uns Calcium

Das macht die Kuhmilch so wertvoll für unsere Ernährung: Kuhmilch und Kuhmilch-Produkte liefern Eiweiß von hoher Qualität. Das heißt: Die Zusammensetzung ist besonders günstig sowie die Verfügbarkeit für den menschlichen Körper. Aus dem Milchprotein können wir besonders leicht und schnell körpereigene Eiweißstoffe und Muskelmasse aufbauen.

In erster Linie aber ist Milch als Calcium-Quelle unverzichtbar. Der Mensch braucht täglich 800 bis 900 Milligramm Calcium. Das erreicht man mit einem Glas Buttermilch, einem Becher Joghurt und 3 Scheiben Käse. Calcium ist der wichtigste Struktur-Bestand unserer Knochen und Zähne. Unser Körper hat etwa ein Kilo Calcium im Skelett gespeichert. Es ist wichtig, dass wir jeden Tag neues Calcium zuliefern, da unsere Knochen ständig auf- und wieder abgebaut werden. Dieser Abbau beginnt übrigens schon um das 30. Lebensjahr. Von da an sollte jeder vorbeugende Maßnahmen gegen Osteoporose starten.

Calcium managt unser Gehirn

Das Calcium ist im Gehirn aber auch der Manager für das Nervensystem. Daher macht es Sinn, an streßreichen Tagen Milchprodukte in den Speiseplan einzubauen. Das erklärt den seinerzeitigen Werbeslogan: "Manager trinken Milch!" Außerdem ist wichtig: Wenn die Knochen mit genügend Calcium versorgt sind, nehmen sie keine oder nur wenig Umweltschadstoffe auf, wie etwa Blei und Cadmium.

Das Milchfett hat den Vorteil im Gegensatz zu vielen anderen tierischen Fetten, dass sie leicht verdaulich ist und vom Körper restlos verarbeitet werden kann. Um Kalorien zu sparen sollte man aber fettarme Milchprodukte kaufen.

Milch hat fast alle Vitamine

Doch es gibt in der Kuhmilch noch viele interessante Inhaltstoffe: Sie liefert die ganze Palette an B-Vitaminen für Nerven, Energie und Schönheit: B 1, B 2, B 6, B 12. Milch liefert aber auch Vitamin E, ein Jungbrunnen-Vitamin. Kuhmilch enthält aber auch Magnesium für Herz und Kreislauf, Zink für die Immunkraft, Eisen für die Energie und fürs Blut.

Rohmilch ist bedenklich

Immer öfter wird speziell durch engagierte Lehrer oder Eltern für Kinder in Kindergärten oder Schulen Rohmilch oder Ab-Hof-Milch propagiert, um den Kindern ein möglichst naturbelassenes, gesundes Nahrungsmittel anzubieten. Rohmilch ist weder erhitzt, noch molkereimäßig behandelt. Für ihre Abgabe gelten zwar strenge gesetzliche Bestimmungen, trotzdem fehlt die Gewähr, dass keine krankmachenden Keime mehr enthalten sind.Im allgemeinen ist heute der Viehbestand frei von Krankheiten und ein Übertragungsrisiko ist gering. Doch aus medizinisch-hygienischer Sicht ist von Rohmilch eher abzuraten. Es können Keime für Rinder-TBC enthalten sein, die auf den Menschen übertragbar sind. Speziell bei Schwangeren und bei Kleinkindern und Säuglingen treten nach dem Genuss von Rohmilch immer wieder Erkrankungen auf. Deshalb gilt: Wenn Rohmilch, dann nur abgekocht konsumieren.

Die Rinder-TBC war seinerzeit auch der Grund, warum die Pasteurisierung der Milch in Molkereien zur Pflicht wurde. Beim Pasteurisieren gibt es nur geringe Nährwertverluste. Die Vitamine A , B 1, B 2 und Vitamin C bleiben voll erhalten. Ebenso die Mineralstoffe.

Welche Milch ist für Säuglinge geeignet? Da muss ein für alle mal betont werden: Die Muttermilch ist die einzige empfehlenswerte Milch: enorm wichtig für die Immunkraft. Kuhmilch ist absolut nicht geeignet. Sie enthält zuviel Eiweiß und zuviel Salze, welche die Nieren des Kindes belasten. Milch und Sauermichprodukte sollten für Kinder bis zum 1. Lebensjahr tabu sein.

Nicht jeder verträgt Milch

Es gibt allerdings auch Erwachsene, die mit der Kuhmilch Probleme haben. Sie leiden an einer sogenannten Laktose-Intoleranz. Das ist eine enzymatische Intoleranz. Laktose - der Milchzucker - ist ein Zweifach-Zucker und besteht aus den Zuckerbausteinen Glukose ( Traubenzucker) und Galaktose ( Schleimzucker). Um Laktose in die beiden aufnehmen zu können, ist Laktase notwendig. Die meisten Menschen können dieses Enzym ein Leben lang produzieren. Bei 15 Prozent nimmt die Produktion ab. Das heißt: Bei Milchkonsum gelangt Laktose ungespalten in den Dickdarm, wo es von Bakterien abgebaut wird. Man spricht vom Ballooning-Effekt. Die Folge: Durchfall und Blähungen. Mitunter ist der Mangel am Enzym Laktase angeboren, was schon beim Kleinkind zu schweren Durchfällen führt. Man erkennt die Laktose-Intoleranz mit einem Belastungstest, einem Bluttest.

Die Therapie lautet: Vermeiden von Milch, Milchprodukten und Lebensmittel mit Milchpulver. In kleinen Mengen werden meist Joghurt und Sauermilch und Käse von den Betroffenen vertragen. Das ist wichtig für die Kalzium-Versorgung. Es gibt seit Kurzem auch laktosefreie Milch.

Rund 12 Millionen Deutsche sind von der Milchzucker-Unverträglichkeit betroffen. Es gibt für diese Menschen in Deutschland laktosefreie Produkte wie Milch, Naturjoghurt, Butter, Frisch- oder Schnitt-Käse. Die Produkte sind als " laktosefrei" ausgewiesen.

Bei Senioren findet man oft ein Frischmilch-Unverträglichkeit. Sie haben im Laufe der Zeit einen Mangel an dem Enzym Laktase bekommen. Mit milchsauren Produkten haben sie meist kein Problem.

Viele Konsumenten fragen immer wieder, wenn Sie das Angebot an Milch in den Supermarkt-Regalen sehen: "Warum halten manche Milchsorten länger frisch?" Die Antwort ist einfach: Pasteurisierte Milch wird im klassischen Sinn bei 72 bis 75 Grad Celsius 15 bis 30 Sekunden erhitzt. Man kann nun neuerdings durch moderne Technologien zur längeren Haltbar-Machung die Milch kürzer, dafür bei etwas höherer Temperatur erhitzen. Auf diese Weise bleiben Geschmack und Nährstoffe weitgehend erhalten. Und die Haltbarkeit kann ohne Zusatzstoffe auf 12 bis 20 Tage verlängert werden.

Haltbarmilch hingegen wird sterilisiert und hält dadurch ungekühlt lange Zeit. Ist die Milchpackung einmal geöffnet, sollte sie möglichst rasch aufgebraucht werden.