Mein Kind hat Kopfläuse

Mein Kind hat Kopfläuse

© Kevin Dyer - Istockphoto.com

Sie sind ekelhaft, lästig, sie jucken und schmerzen und sie sind ungesund: Kopfläuse! Wir alle hatten sie schon längst für besiegt gehalten - jetzt sind sie wieder da - die Kopfläuse. Kaum eine Schule oder ein Kindergarten, der in letzter Zeit davon verschont geblieben ist. Die Parasiten breitet sich wieder epidemieartig aus, macht Lehrern und vor allem Eltern viel Sorgen. Und jede Menge Arbeit. Alles über die Behandlung von Juckreiz, dazu die besten Läusemittel

Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) sind ein absolutes Tabu-Thema, für die Befallenen eine Schande, da man immer noch mangelnde Sauberkeit und Hygiene damit in Zusammenhang bringt. Das ist Unsinn, Kopfläuse kann jeder bekommen. Die Übertragung findet besonders an jenen Orten statt, wo enge Kontakte entstehen: Eben an Schulen und in Kindergärten, wo auch an den Garderoben die Mäntel und Mützen der Kind eng beieinander hängen. Deshalb sind Kinder zwischen fünf und zehn Jahren am häufigsten befallen. Aber auch Erwachsene sind vor den ekeligen Parasiten nicht gefeit und leiden untere dem Juckreiz.

Warum Kopfläuse so schwer zu bekämpfen sind

Die Kopflaus ist ein flügelloses Insekt, das sich ausschließlich vom Blut der menschlichen Kopfhaut ernährt. Sie stechen in die Haut und sondern ein Gift ab um das Blut an der Gerinnung zu hindern. Läuse sind nur drei Millimeter gross und haben drei Beinpaare, die mit starken Klammern versehen sind. Damit klammern sie sich an der Haut und in den Haaren fest. Diese Klammern können das 2.000fache ihres Körpergewichts tragen. Die Übertragungswege sind vielfältig, das macht die Behandlung so schwer.

Kopfläuse werden übertragen:

  • Direkt von Kopf zu Kopf bei Nähe und Berührung
  • Über Kopfbedeckungen, Kleidung, Kämme, Bürsten, Decken, Kopfkissen und Plüschtiere

Besonders schwer zu entfernen sind die Nissen, die Eier der Laus. Die sind oval, keinen Millimeter groß, mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Die Laus klebt sie mit einem starken, wasserunlöslichen Kitt ins Haar. Deshalb kann man sie durch Kopfwaschen nicht los werden. Man braucht zur Behandlung einen extrem feinen Nissenkamm, im Volksmund "Läusehechel" genannt. Läuse und Nissen halten sowohl Kälte als auch Hitze aus. Erst bei Temperaturen über 45 Grad sterben sie ab. Ein Lausweibchen legt ca. 90 Eier in seinem Leben.

So erkennen Sie Kopflausbefall

Wenn sich jemand ständig hinter den Ohren, am Nacken und am Hinterkopf kratzt (unerträglicher Juckreiz), dann sind sicherlich Läuse im Spiel. Dann sollten Sie Haar und Kopfhaut genau untersuchen, am Besten mit einer Lupe. Nissen sind sehr oft nur schwer von Schuppen zu unterscheiden, deshalb muss der Nissenkamm her. Darin bleiben die Eier hängen, Sie haben Gewissheit. Ihre Kinder dürfen erst wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen, wenn ein Arzt die "Läusefreiheit" bestätigt hat.

So werden Sie die Läuse wieder los

Früher gab es eine Radikalkur als bestes Läusemittel: Kopf kahl scheren und mit Petroleum einreiben. Heute gibt es in der Apotheke Antiläusesprays oder Gel und Shampoos welche die Läuse und die Nissen absterben lassen. Die toten Läuse und Nissen müssen wieder ausgekämmt werden. Sie tun sich leichter, wenn Sie nach der Haarwäsche mit einer leichten Essiglösung nachspülen. Nach etwa zehn Tagen nachkontrollieren, ob nicht doch Nissen überlebt haben und die Parasiten wieder da sind.

Sind Säuglinge oder Kleinkinder von den lästigen Parasiten befallen, dann müssen Sie mit ihnen sofort zum Arzt zur Behandlung. Ebenfalls dann, wenn bereits eine Infektion der Kopfhaut nach den Läusebissen vorliegt. Dann kann der Juckreiz oft unerträglich sein.

Weitere Mittel gegen Kopfläuse und den Juckreiz

  • Handtücher und Kopfkissen auskochen
  • Die Wäsche mit 60 Grad waschen
  • Wenn das nicht geht, in Plastik verpacken und drei bis vier Woche aushungern. Oder im Gefrierfach zwei Tage einem Kälteschock aussetzen
  • Kämme, Bürsten und Haarschmuck auskochen
  • Autositze und Polstermöbel mit einem Antiläuse-Spray desinfizieren
  • Teppichböden und Polstermöbel gründlich von Haaren befreien
  • Plüschtiere und Spielzeug mit Antiläusespray desinfizieren oder in eine 80 Grad heiße Sauna lagen. Man kann sie auch eine halbe Stunde lang mit einem Föhn auf äußerster Heizstufe entlausen.
  • Auskünfte über das Verhalten bei Läusebefall gibt es bei niedergelassenen Ärzten, bei Schulärzten und bei allen Gesundheitsbehörden.