Mandeln: Süss und voller Heilkraft

Mandeln: Süss und voller Heilkraft

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Mandeln gehören in die Vor-Weihnachtszeit, sind aber auch köstliche Kerne für die Festtage. Sie gelten in vielen Familien in erster Linie als Symbol für den Advent. Sie kennen vermutlich das alte Gedicht vom Knecht Ruprecht, in dem es heißt: „ Apfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern.“ Für viele Naschereien und Süßigkeiten in der festlichen Zeit werden jedes Jahr besonders viele Mandeln in der Küche eingesetzt.

 

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene lieben den Geschmack von Mandeln, die von Natur aus ein leicht süßes Aroma mitbringen. Das sind die Mandeln, wie sie überwiegend in Mitteleuropa konsumiert werden.
 

Die drei Mandelsorten

Man sollte mehr über die Mandel wissen. Sie ist die Frucht des Mandel-Baumes oder des Mandel-Strauches, der von Natur aus vom westlichen Mittelasien bis Iran und Syrien wächst und dort stark verbreitet ist. Inzwischen aber werden Baum und Strauch in Ostasien, im Mittelmeerraum und in allen wärmeren Regionen Europas und Amerikas kultiviert. Fast jeder hat schon einmal bei einem Aufenthalt auf Mallorca die blühenden Mandelbäume im Frühling bewundert.

Die Frucht des Madelbaumes oder Mandelstrauches ist eine abgeflacht eiförmige , samtig behaarte, trockene Steinfrucht mit glattem Steinkern, der jeweils nur einen einzigen Samen enthält: Das ist die Mandel.

Die Mandel hat gastronomisch, medizinisch und kosmetisch bereits in der Antike eine große Bedeutung gehabt. Die Griechen waren absolute Mandel-Fans. Und die Römer lernten die wunderbaren Kerne von den Griechen kennen, die im heutigen Süditalien angesiedelt waren. Im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt wussten die Römer bereits, dass es süße und bittere Mandeln gibt. Beide Sorten wurden im römischen Reich als Arznei und zur Herstellung von Hautpflegemittel eingesetzt.

Es gibt aber im Grunde genommen drei Mandel-Sorten:

  • die süßen Mandeln, die hauptsächlich gefragt sind,
  • die Bittermandeln und
  • die Krachmandel, die bei uns unbekannt ist und fast nur in Spanien und Südfrankreich bekannt ist.

Die süßen Mandeln werden für die Süßwarenherstellung - zum Beispiel für Marzipan – verwendet. Und sie werden roh gegessen. Die Bittermandeln werden bei manchen Backwaren, vor alle aber für das alkoholische Getränk Amaretto eingesetzt. Die Bittermandeln geben dem Amaretto seine charakteristische Geschmacksnote. Dazu muss man wissen: Ungekocht verzehrt, könnten etwa 50 Bittermandeln einem Erwachsenen gefährlich werden. Bei einem Kind kann das bereits bei fünf bis acht Stück passieren. Denn in der Bittermandel befindet ein Stoff mit Namen Amygdalin, der bei Kontakt mit Flüssigkeit die giftige Blausäure abspaltet. Dieser Stoff geht allerdings beim Erhitzen und Verarbeiten der Bittermandel verloren. Die süßen Mandeln enthalten auf Grund der Züchtung unbedeutende und ungefährliche Mengen an Amygydalin. Es gibt auch keinen Grund zur Panik, wenn sich einmal in einer Packung mit Süßmandeln eine darunter befindet, die etwas bitter schmeckt. Das kann bei 150 Mandeln einmal der Fall sein.

Mandeln enthalten Magnesium fürs Herz

Wenn in unserer Region die Rede von Mandeln ist, sind immer die süßen Kerne gemeint. Und die sind nicht nur ein vorweihnachtliches und weihnachtliches kulinarisches Erlebnis. Sie fördern auch die Gesundheit. Man könnte sagen: Sie sind auf ihre Weise eine kleine Naturarznei.

Was macht nun die Mandeln so wertvoll? Sie versorgen uns mit dem Mineralstoff Magnesium für Herz und Kreislauf, aber auch zum Schutz gegen Stress. Weiters liefern uns Mandeln den Mineralstoff Calcium für die Knochen, Kalium für optimale Verdauung und für einen gesunden Blutdruck. Mandeln stärken die Nerven durch ihren Gehalt an B- Vitaminen, sie geben Vitalität durch Eisen und halten uns jung durch Vitamin E.

Mandeln enthalten aber auch die Aminosäure L-Arginin, welche die Durchblutung fördert und die Gefäße schützt. Ja, und die wertvollen pflanzlichen Fette in den Mandeln können einen erhöhten Cholesterinspiegel senken.

Man muss sich auch vor Augen halten: Wer zwischendurch Hunger hat und Energie-Nachschub braucht, der tut gut daran, 5 bis 6 Mandeln zu verzehren. Aber bitte: Langsam und intensiv kauen. Sie verfügen nämlich über hochwertiges Eiweiß. Kombiniert mit einem süßen Apfel, einer saftigen Birne oder einer Banane sind Mandeln eine ideale Zwischenmahlzeit. Sie sollten allerdings Natur pur sein, also nicht geröstet und nicht gesalzen. Hingegen ist Mandel-Mus, das man zum Frühstück aufs Brot streicht, durchaus gesundheitsfördernd.

Erstaunlich: Mandeln helfen beim Abnehmen

Obwohl 100 Gramm Mandeln etwa 570 Kilokalorien liefern – also eine Kalorien-Bombe sind – haben Wissenschaftler etwas Erstaunliches nachgewiesen: Die Kerne helfen beim Abnehmen. Mandeln schützen vor einem verhängnisvollen Heißhunger und steuern das Sattsein und schützen vor übermäßigem Appetit. Das heißt: Wer ein paar Mandeln kaut, hat lange keinen Hunger und isst von anderen Lebensmitteln nicht so viel.

Mandeln pflegen die Haut

Mandeln sind aber auch ein Schönheitsmittel, das attraktiv macht:

  • Mandelöl, das man in der Apotheke kaufen kann, ist besonders hautfreundlich. Das ist zum Teil auf das Vitamin E zurück zu führen. Haut und Haare werden besonders geschmeidig und elastisch, zugleich aber auch widerstandsfähiger. Außerdem kann die Haut durch die Pflege mit Mandelöl - dank der Linolsäure – länger jung bleiben.
  • Wenn im Winter die Haut rau wird, dann gibt da dafür ein Schönheitsrezept, das man selbst zubereiten kann: 55 Gramm fein geriebene, geschälte Mandeln werden mit einer Tasse warmer Milch zu einem Brei verrührt und dann auf die rauen Haustellen eingerieben. Lasse Sie die Mandelmilch 5 Minute einwirken. Danach mit einem Küchenrolle-Papier abwischen.
  • Raue Hände in der kalten Jahreszeit können ganz schnell wieder glatt werden, wenn man sie mit einem Gemisch aus Mandelöl und Puderzucker einreibt. Man muss die Mischung so ansetzen, dass ein dicker, fast trockener Brei zustande kommt. In dieser Konsistenz lässt sich die Mischung besser in die Haut einmassieren und bringt auch schneller Erfolg.
  • Und so wird eine Mandel-Maske gegen Fältchen im Gesicht angelegt: 3 Eßlöffel Naturjoghurt werden mit 1 Teelöffel Wiesenblüten-Honig und mit 4 Eßlöffel fein geriebenen Mandeln verrührt. Diese Masse trägt man aufs Gesicht auf, massiert sie einige Minuten lang ein, lässt sie 10 Minuten einwirken und wäscht sie dann mit warmem Wasser ab.

Sie sehen: Mandelgebäck, Mandelkuchen und Mandel-Lebkuchen sind nicht das Einzige, was man aus Mandeln herstellen kann. Doch jetzt ist die Zeit, in der man hauptsächlich die kulinarischen Qualitäten der Kerne nutzt und auch genießen sollte.