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Kranke Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Bauchspeicheldrüse

© mapoli-photo - Fotolia.com

Viele Menschen leiden an Blähungen, Durchfall, Völlegefühl und Gewichtsverlust, sehr oft verbunden mit Bauchschmerzen, die immer wieder auftreten. Die Betroffenen denken sich dabei nichts Besonderes, stufen ihre gesundheitliche Störung als harmlos ein, hoffen, dass sie bald wieder vergeht und suchen nicht den Arzt auf. Das kann sehr gefährlich werden. Das kann Lebensgefahr bedeuten: Es geht um die Bauchspeicheldrüse. Und hinter diesen Symptomen kann Bauchspeicheldrüsenkrebs stecken.

Das Pankreas: Die wichtigste Drüse für die Verdauung

Die Bauchspeicheldrüse - auch Pankreas genannt - ist mit ihrer Länge von 15 Zentimetern die größte Speicheldrüse des Menschen. Und sie ist die wichtigste Drüse für die Verdauung. Sie produziert jeden Tag rund zwei Liter Bauchspeichel, der reich an lebenswichtigen Verdauungsenzymen ist. Dazu gehören die Lipasen für die Fettverdauung, die Amylasen für den Abbau von Kohlenhydraten und die Proteasen für die Aufspaltung von Eiweiß. Ohne eine funktionierende Bauchspeicheldrüse können wir nicht leben. Deshalb ist dort eine akute Entzündung sehr gefährlich, ja lebensbedrohlich.

Die Enzyme machen somit Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß für den Organismus erst richtig verwertbar. Die Bauchspeicheldrüse liegt hinter dem Magen zwischen dem Zwölffingerdarm und der Milz. Der Saft des Pankreas wird über einen Gang abgegeben, der gemeinsam mit dem Gallengang in den Zwölffingerdarm mündet.
Der Hauptfeind der Pankreas ist der Alkohol, der auf Dauer zum Bauchspeicheldrüsenkrebs führen kann.

Hauptfeind des Pankreas: Der Alkohol

Außer ihrer Arbeit für die Verdauung des Menschen hat die Bauchspeicheldrüse noch eine weitere lebenswichtige Aufgabe: Sie stellt die Hormone Insulin und Glukagon her, die den Zuckerhaushalt regeln. Wenn diese Funktion gestört ist, dann führt das zum Beispiel zu Diabetes. Wie kommt es nun zu einer Entzündung der Pankreas? Sie tritt zu 80 Prozent durch den Konsum von zuviel Alkohol auf. Aber auch Diabetes und Gallensteine sind oft die Ursachen. Was bisher nicht bekannt war: Auch die Raucher gehören zur Risikogruppe. Der Hauptfeind aber ist der Alkohol. Die erste Hilfsmaßnahme bei einer derartigen Erkrankung lautet daher: Mit dem Alkohol-Trinken aufhören.

Die ersten Anzeichen für eine Pankreatitis sind meistens undefinierte Bauchschmerzen. In der Folge kommt es durch die mangelhafte Produktion der Enzyme Protease, Lipase und Amylase zu häufigen Durchfällen und zu starken Blähungen. Die Betroffenen nehmen ungewollt ab. Fette Speisen, Kohlgemüse und Hülsenfrüchte werden schlecht vertragen, der Darm rebelliert. Sobald jemand den Arzt aufgesucht hat und die exakte Diagnose Bauchspeicheldrüsenentzündung bekommt, stehen zuerst die Linderung der Schmerzen und die Beseitigung der Verdauungsstörungen im Vordergrund. Wichtig ist der völlige Verzicht auf Alkohol. Allein dadurch klingen bei jedem zweiten Patienten schon nach kurzer Zeit die Schmerzen ab.

Maßnahmen bei Pankreatitis

Bekommt der Betroffene die Diagnose Pankreatitis, dann muss die Ernährung umgestellt werden: Das Essen sollte fettarm und kohlenhydratreich sein. Fettfrei ist aber nicht sinnvoll. Sehr oft lassen sich die akute oder chronische Verdauungsbeschwerden durch den Einsatz von Enzympräparaten reduzieren, welche die fehlenden Enzyme ersetzen. Diese Enzyme wurden früher ausschließlich aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen. Heute werden sie mehr und mehr aus japanischen Pilzen hergestellt. Man nimmt die Enzyme in Form von Kapseln aus der Apotheke ein. Bei Beschwerden, die einen Verdacht auf eine Entzündung der Pankreas aufkommen lassen, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Der Tee für die Bauchspeicheldrüse

Bei der Therapie nach einer Diagnose müssen die Anweisungen des behandelnden Arztes befolgt werden. Allerdings macht es auch Sinn, unterstützend die Bauchspeicheldrüse mit natürlichen Rezepten zu kräftigen.

Der legendäre österreichische Kräuterpfarrer Hermann Josef Weidinger, der im vergangen Jahr starb, hat eine Teemischung für die Bauchspeicheldrüse entwickelt. Lassen Sie in der Apotheke folgende Mischung anfertigen: 3 Teile Käsepappel, 3 Teile Löwenzahn, 3 Teile Odermennig, 3 Teile zerriebener Maiendistelsamen, 2 Teile Mistel, 1 Teil Ringelblume, 1 Teil Schafgarbe, 1 Teil Spitzwegerich, 1 Teil Tausendguldenkraut.

Und so wird der Tee zubereitet: 2 Teelöffel dieser Heilkräuter-Mischung werden mit 2 Liter kaltem Wasser übergossen und dann zum Kochen gebracht. Einmal aufkochen, danach 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durchseihen. Man trinkt im Rahmen einer Kur 3 Wochen lang 3 mal täglich - mittags, morgens und abends - 1 Tasse, am besten lauwarm und unbedingt ungesüßt. Dann setzt man eine Woche aus und wiederholt die Kur. Dieser Tee wird in der Naturmedizin als sehr wertvoll bei Pankreatitis eingestuft.

Ein Sitzbad kräftig

Sehr sinnvoll ist es auch, zur Kräftigung ein Sitzbad in der Wanne bis zur Taille zu nehmen. So wird das Gemisch für das Bad zubereitet: Mischen Sie 30 Gramm Pfefferminze und 30 Gramm Kamille. Übergießen Sie die getrockneten Kräuter mit 2 Liter kochendem Wasser. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durchseihen und ins Badewasser gießen. Man sollte 10 bis 15 Minuten darin baden.

Danach abtrocknen und den Oberbauch und Unterleib mit kaltgepresstem Olivenöl, Weizenkeimöl oder Kamillenöl einreiben. Man kann - wenn man sich danach besonders wohl fühlt - eine Zeit lang dieses Sitzbad jeden Tag durchführen.

Wichtig danach wäre, wenn man etwa 1 Stunde im Bett ruht und sich entspannt. Eine wunderbare Ergänzung der Kur sind tägliche Spaziergänge in freier Natur, am besten in einer waldreichen Gegend. Und wenn man dann nach Hause kommt, sollte man wieder im Bett 30 bis 60 Minuten ruhen.

Alle diese naturheilkundlichen Maßnahmen ersetzen bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht die ärztliche Therapie. Aber es handelt sich dabei um wertvolle Unterstützungen. Sie müssen mit einer Behandlung der Symptome sofort nach der Diagnose beginnen, damit sich kein Krebs bilden kann. Denn ein Tumor der Pankreas ist sehr aggressiv und greift schnell auf andere Organe über. Und dann kommt Hilfe oft zu spät.

Hinter diesen Symptomen könnte sich eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) verbergen. Oft vergehen Jahre, bis es zu einer richtigen Diagnose kommt. Daher sollte man bei all den harmlosen Verdauungsstörungen zur Sicherheit immer den Facharzt aufsuchen. Nur der kann feststellen, was wirklich lost ist in Ihrem Bauch. Und manchmal ist es eben eine akute Pankreatitis.

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