Katzenkralle stärkt das Immunsystem

Die Katzenkralle wurde schon von Indianer als Heilmittel verwendet.

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Die Diskussionen rund um die neue Mexiko-Grippe, die viel zu lange und fälschlicherweise als Schweine-Grippe bezeichnet wurde, zeigen deutlich: Der beste vorbeugende Schutz gegen derartige Infektionsgefahren ist und bleibt ein starkes, gesundes Immunsystem. Und da wieder lautet der Wunsch vieler Menschen: "Ich möchte meine körpereigenen Abwehrkräfte auf natürliche Weise stärken und bewahren!" Eine kommt aus den Regenwälder des Amazonas. Welche das ist, wie sie hilft.

Indianer kannten schon die Heilkraft der Katzenkralle

Die Naturmedizin hält da für uns eine Reihe von Heilpflanzen bereit. Eine aber ist besonders interessant, weil auch die wissenschaftlichen Studien dazu überzeugend und faszinierend sind. Und das ist die Katzenkralle. Es handelt sich dabei um eine Heilpflanze, die im peruanischen Regenwald - und zwar im Amazonas-Gebiet - zuhause ist. Man nennt sie auch Katzenklaue oder Katzendorn. Der botanische Name lautet "Uncaria tomentosa". In Peru nennt man sie "Una de Gato". Es ist ein tropisches Lianen-Gewächs, das mit krallenartigen Dornen ausgestattet ist, mit denen es sich oft bis zu 30 Meter an den Regenwald-Bäumen emporrankt.

Bei den Indianern des Regenwaldes galt die Katzenkralle immer schon als Liane mit besonderer Heilkraft. Vor allem die Ashaninka-Indianer schätzten sie sehr und kurierten damit gesundheitliche Probleme im Magen, Darm, in den Nieren und in der Blase. Man setzte sie aber auch zur besseren Wundheilung ein, gegen Gelenkschmerzen und Geschwüre.

Man verwendete dazu aber weder die Blätter, Blüten oder den Stamm der Liane, sondern einzig und allein die innere Wurzelrinde, die man zu einem hellbraunen Pulver zerrieben hat. Und dieses Pulver steht ist auch heute das Wichtigste an der ganzen Pflanze.

Deutscher Arzt heilt Lungentumor

Für die westliche Welt wurde die Katzenkralle erstmals Ende der Sechzigerjahre von dem deutschen Forscher Oskar Schuler-Egg entdeckt. Sein Vater Don Luis, der sich in der abgeschiedenen Pozuzo-Region am Rande des peruanischen Regenwaldes angesiedelt hatte, war an einem bösartigen Lungentumor erkrankt Als alle schulmedizinischen Arzneimittel keinen Erfolg mehr brachten, machte sich der Sohn auf die Suche nach einem natürlichne Heilmittel. Indianer rieten ihm, die Rinde der Liane auszukochen. Der Vater sollte die Brühe täglich trinken. Nach zwei Jahren brachte diese Tee-Kur erstaunliche Erfolge: Der Tumor wurde kleiner und außerdem waren die rheumatischen Schmerzen verschwunden, die der Patient zusätzlich hatte.

Jahre später stellten Biologen der Universität Mailand fest: Das Pulver aus der Wurzelrinde der Katzenralle reduziert das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um bis zu 50 Prozent. Im Rahmen einer umfassenden Untersuchungen hat man eine interessante Beobachtung gemacht: Im Urin eines Rauchers kann man hohe Konzentrationen an krebserregenden Substanzen messen. Wenn ein Raucher nun zwei bis drei Wochen den Katzenkrallen-Tee trinkt, dann hat er trotz Belastung von Zigaretten-Giften im Urin keine krebserregenden Substanzen mehr, so wie das beim Nichtraucher der Fall ist. Damit konnte die entgiftende Wirkung der Liane nachgewiesen werden.

Katzenkralle hilft weißen Blutkörperchen

Im Jahr 1970 erkannte ein weitere deutscher Wissenschaftler die Katzenkralle und ihre Wirkung: Der Foscher Dr. Klaus Keplinger. Er hat in der Wurzel der Pfllange sechs verschiedene Alkaloide entdeckt, allen voran den Hauptwirkstoff Isopteridin, einen überaus aktive Substanze, welche die Immunkraft stärkt.

Weitere Alkaloide aktivieren die weiße Blutkörperchen im Kampf gegen Bakterien, Viren und Gifte, wieder andere - vor allem das Rynchophyllin - hält das Blut flüssig, schützt vor Thrombosen und senkt das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch eine blutdrucksenkende Wirkung konnte nachgewiesen werden.

Interessante Untersuchungen über die Heilkraft der Katzenkralle wurden am Institut für Arzneipflanzenforschung an der österreichischen Universität in Innsbruck durchgeführt. Dabei hat man entdeckt, daß der Einsatz des Katzenkrallen-Pulvers die Produktion der weißen Blutkörperchen erhöht und dass die Aktivität der Fresszellen gesteigert werden kann. Und man hat nachgewiesen, daß eine weitere Gruppe von Wirkstoffen - nämlich die sogenannten Chinova-Säureglykose - Viren im Körper bekämpfen kann. Die Folge: Es entstehen allmählich in Europa und in den USA erste Medikamente aus dem Pulver der Katzenkralle: Salben, Tees, Tropfen, Kapseln. Die häufigste Anwendung ist und bleibt nach wie vor der Katzenkralle-Tee. Und der wird folgendermaßen zubereitet: 2 Teelöffel des Pulvers werden 5 Minuten in 1 Liter Wasser geköchelt, danach muss man 15 Minuten ziehen lassen, abgießen. Der Tee wird über den Tag verteilt getrunken.

Ein typisches Zeichen für das enorme Entgiftungs-Potential der Katzenkralle: In den ersten Tagen, in denen man das Pulver einsetzt, weist der Urin einen starken, ätzenden Geruch auf und verfärbt sich, was auch sehr oft beim Stuhl der Fall ist. Das beweist die reinigende Wirkung.

Die entgiftende Wirkung

Man kann sich vorstellen, dass nach all diesen Erkenntnissen und Untersuchungen nach dem Jahr 1970 in den Regenwäldern des Amazonas in den Regionen von Mittel- und Südamerika eine regelrechte "Jagd" nach der Katzenkralle-Liane begonnen hat. Forscher waren in Sorge um den Bestand der Pflanze. In den Neunziger-Jahren ist es aber gelungen, sie zu kultivieren. Der streng kontrollierte Anbau gewährleistet den Erhalt der Pflanze. Und es ist genügend Pulver für die Naturmedizin zur Verfügung. Sehr beliebt ist die Anwendung in den USA sowie in Großbritannien, wo es als Nahrungsergänzung eingestuft ist.

Die Frage ist nun: Wogegen kann man die Katzenkralle tatsächlich mit Erfolg einsetzen? Was ist heute nachgewiesen? Es macht Sinn, das Katzenkrallen-Pulver aus der Wurzelrinde bei Arthritis, Rheuma, bei Herpes, bei Asthma, Pilzerkrankungen, chronischer Müdigkeit, Bluthochdruck einzusetzen, aber auch bei Magen- und Darmproblemen. In unserer umweltbelasteten Zeit ist aber die entgiftende Wirkung der Pflanze besonders interessant, weil man damit das Risiko für eine Reihe von Krankheiten senken und die natürlichen Abwehrkräfte beachtlich stärken kann. Außerdem werden schädliche Fremdstoffe und krankmachende Mikroorganismen neutralisiert.

Die Katzenkralle ist allerdings, was viele immer behaupten, keine Wunderpflanze. Das Pulver aus der Wurzelrinde dieser Regenwald-Liane ist eines von vielen Naturmitteln, die für den menschlichen Körper hervorragende Arbeit leisten können.