Johanniskraut: Heilung für Körper und Seele

Johanniskraut: Heilung für Körper und Seele

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Die heilende Wirkung dieses wunderbaren Krauts ist bekannt. Dass man damit leichte Depressionen besiegen kann auch. Aber es gibt auch viele körperliche Gesundheitsprobleme, gegen die Sie Johanniskraut einsetzen können. Was das ist, wie Johanniskraut hilft, wie Sie die Naturarznei selber machen können.

 

Im Saft liegt ihre Heilkraft des Johanniskrautes

Eine Heilpflanze, die kleine, aber faszinierende gelbe Blüten hat, ist das Johanneskraut, das für viele Menschen ein Symbol für den strahlenden Sommer darstellt. Es ist schon allein deshalb ein besonders wertvolles Kraut, weil es gleichzeitig für Körper und Seele da ist. Das heißt: Das Johanniskraut kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden und bekommt damit ein relativ breites Wirkspektrum.

Mit dem Johanniskraut ist das so eine Sache: Im Grunde genommen wäre es eine vollkommen unauffällige Pflanze. Sie benötigt keine besonderen Bedingungen für ihr Wachstum. Man kann sie eher, was den Boden angeht als bescheidenes Kraut bezeichnen. Die Blüten sind klein. Dennoch fallen sie enorm auf, weil sie eine so grelle, sonnige Farbe haben. Auffallend sind auch die dichten, langen Staubgefäße in der Blütenmitte. Und wenn man das Johanniskraut nicht kennt, dann ist man ganz erstaunt, wenn man so eine gelbe Blüte zwischen den Fingern zerreibt. Da quillt dunkelroter Saft heraus. Und der ist entscheidend für die Heilkraft der Pflanze.

Blüten und Kraut haben auch Heilkraft

Dieser rote Farbstoff in den gelben Blüten hat die Menschen in früherer Zeit tief beeindruckt. Man hat sich viele abenteuerliche Geschichten und Legenden erzählt, warum der Blütensaft blutrot ist. Man nannte die Pflanze in manchen Gegenden Europas auch Blut-Kraut oder Hexen-Kraut. Viele kennen das Johanniskraut auch unter dem Namen Tüpfelkraut. Dieser Name kommt von der Tatsache, daß das Blütenblatt der Pflanze , wenn man es gegen das Licht hält, mit zahllosen, kleinen Punkten übersät ist. Und man nannte solche winzigen Punkte auch in früheren Zeiten Tüpfelchen. Das ist auf die Öldrüsen zurückzuführen, die auf den Blütenblättern verteilt sind.

Was wenige wissen: Es gibt viele verschiedene Arten von Johanniskraut. Medizinisch wirksam ist aber nur jenes, das auf den Blütenblättern diese Tüpfelchen aufweist. Wer also in seinem Garten das heilsame Johanniskraut pflanzen möchte, der sollte darauf achten, dass er gezielt nur eines kauft, das die Punkte auf den gelben Blütenblättern zeigt.

Es könnte jetzt der Eindruck entstehen, daß in der Naturmedizin ausschließlich die Blüten vom Johanniskraut verwendet werden. Das stimmt aber nicht. So verordnete Pfarrer Sebastian Kneipp zur Beruhigung und zum Einsatz bei Magenverstimmungen einen Tee, der sowohl aus den getrockneten Blütenblättern, aber auch aus dem Kraut der Heilpflanze zubereitet wird. Der Tee wirkt auch gegen Krämpfe an den monatlichen Tagen der Frau. Und diese krampflösende Wirkung kommt nur durch die Kombination von Wirkstoffen aus den Kraut- und aus den Blüten-Blättern zustande.

Johanniskraut-Tee

Und so wird der Tee zubereitet: Für eine Person überbrüht man in einer Kräutertee-Tasse im Einsatz 2 gehäufte Teelöffel des Krautes mit den Blüten, egal ob frisch oder getrocknet. Und doch gibt es einen Unterschied. Bei getrockneten Blättern und Blüten muss der Tee 10 Minuten zugedeckt ziehen. Die frischen Blätter dürfen nur 2 bis 3 Minuten ziehen. Und man muss in beiden Fällen sprudelndes, heißes Wasser aufgießen.

Die Erfahrung von Hausärzten, die mit Naturrezepten arbeiten, zeigt:

Wer morgens und abends eineTasse Johnniskraut-Tee trinkt, der kann damit positiv gegen so manche Magenverstimmung, gegen leichte Gastritis und gegen nervöser Unruhe vorgehen. Seit jeher trinkt man Johanniskraut-Tee auch gegen depressive Stimmungen. Viele bevorzugen da den Tee aus frischen Blätter und Blüten, weil er einen so angenehmen Geschmack von frischem Grün hat, was einer irritierten Seele besonders gut tut.

Wer im Garten Kräuter pflegt, der sollte unbedingt auch Johanniskraut anbauen. Wer die Heilpflanze dann erntet, zerkleinert, trocknet und in dunklen Gläsern aufbewahrt, baut verständlicherweise eine besonders starke Beziehung zu diesem Kraut auf. Psychologen betonen: Das verstärkt auch die Chance für eine gute Wirkung.

Johanniskraut-Öl das Wundermittel

Der Tee ist die innerliche Anwendung des Johanniskrautes. Doch es gibt auch eine äußere Anwendung, die nicht so bekannt ist. Dazu muss man aus den gelben Blüten des Johanniskrautes ein Heilpflanzen-Öl herstellen. Dieses samtrote Öl, das auch schon Pfarrer Sebastian Kneipp eingesetzt hat, wirkt schmerzstillend und antibakteriell. Und das alles kann man mit dem Johanniskraut-Öl bewirken:

  • Ein kleiner Schnitt an der Hand verheilt schneller, wenn man ihn mit Johanniskrautöl einmassiert.
  • Sehr wirksam ist das Öl auch bei Wunden am Knie nach einem Sturz, bei einem Bluterguß oder einer Quetschung.
  • Man kann aber auch 10 Tropfen vom Johannkiskraut-Öl in etwas lauwarmes Wasser geben und damit intensiv gurgeln. Das hilft gegen Halsentzündungen.

Johanniskraut-Öl selber machen

Man kann Johanniskraut-Öl in der Apotheke und im Reformhaus kaufen. Doch es ist für jeden, der sich mit Pflanzenheilkunde befaßt, ein besonderes Erlebnis, wenn er sein Johanniskraut-Öl selbst herstellt. Damit kann man auch Freunde, Verwandte und Nachbarn zum Staunen bringen. Und das ist das Rezept zur Eigenproduktion von Johanniskraut-Öl:

Besorgen Sie eine sterilisierte, helle Flasche aus Glas. Füllen Sie die Flasche zu einem Drittel mit den gelben Blüten oder mit Blütenknospen vom Johanniskraut. Jetzt füllen Sie die Flasche mit einem hochwertigen Pflanzen-Öl an: mit kalt gepreßtem Olivenöl, Rapsöl oder Leinöl. Danach wird die Flasche fest verschlossen und muss nun 6 Wochen lang an einem sonnigen Platz-am besten am Fenster - stehen. In dieser Zeit bekommt das Öl aus dem roten Blütensaft eine rote Farbe. Jetzt kann man das Johanniskraut-Öl bereits verwenden. Es macht Sinn, wenn man das Öl in dunkle, kleine Flaschen abfüllt und einem dunklen Ort aufbewahrt. Mankann dann ein zu rasches ranzigwerden des Öls verhindern.

In den USA hat man schon vor Jahren nachgewiesen: Einreibungen mit Johanniskrautöl -speziell an den Gelenken und am Rücken - können ganz erheblich rheumatische Beschwerden besiegen. In unseren Breiten wird das Öl für derartige Massagen noch gar nicht so lange eingesetzt, erfreut sich aber immer größerer Beliebtheit.

Wer nach einem anstrengenden Tag zuhause seine müden Beine hochlagert, der sollte die Fußsohlen sanft mit Johanniskraut-Öl einmassieren. Das bringt ein ungeheuer starkes Wohlfühl-Erlebnis. Das ist ein Geheimtipp für alle, die beruflich den ganzen Tag viel stehen oder gehen mussten.

Wenn wir einen Sommer, wie diesen erleben, wo wenig Sonne scheint und viel Regen auf uns herunterprasselt, dann kann man mit einer Tasse Johanniskraut-Tee den Wetterfrust wegzaubern. Pfarrer Kneipp hatte dafür eine Erklärung: "Das Johanniskraut hat in seinen Blüten Sommer, Sonne und Licht gespeichert. Mit dem Tee gibt sie uns ein wenig davon ab und kann auf diese Weise unsere Laune verbessern."