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Insektenstiche: Lebensgefährlich für Allergiker

Sie sind nützlich, sie bringen uns den Honig, in ihren Waben stecken große Heilkräfte, ohne sie würden viele Obsternten ausfallen - die Bienen. Aber sie sind leider auch gefährlich. Weniger gefährlich, aber genau so unangenehm sind die Stiche von Wespe und Hornisse. In den kommenden Monaten haben diese Insekten Hochsaison. Und nicht zu vergessen: Die Mücken. Wie Insektenstiche wirken, wie gefährlich sie sind, wie man sich schützen kann.

 

Der Stich der Biene

In ihren Stacheln tragen Bienen ein Gift, das für Allergiker lebensbedrohlich werden kann. Und diese Gefahr wird immer größer, weil die Zahl der allergieanfälligen Menschen immer größer wird. Bedarf es bei einem "normalen" Menschen einer Giftmenge von ca. 50 Bienenstichen, um ihn ernsthaft in Gefahr zu bringen, so genügt bei einem Allergiker schon ein einziger Stich - und dann muß der Notarzt her, und zwar schnell.

Es gibt in Deutschland fast zweieinhalb Millionen Menschen, die auf Insektengift allergisch regieren - aber die wenigsten wissen es. Jedes Jahr haben Notärzte fast 3 500 Einsätze wegen eines Insektenstichs, mindestens 50 Menschen sterben an den Folgen. Wobei die Dunkelziffer viel höher liegen dürfte. Besonders unangenehm ist es, daß die allergischen Auswirkungen eines Bienenstichs nicht schon beim ersten Kontakt mit dem Gift auftreten müssen - das kann auch erst nach dem achten, oder zehnten Stich der Fall sein.

Wie erkenne ich eine Allergie gegen Bienengift

Wenn nach einem Bienenstich die betroffenen Körperstelle anschwillt, so bedeutet das noch keine Allergie. Die Symptome für einen Allergie gegen Bienengift sind:

  • Spontanes Herzrasen
  • Juckreiz, eine Rötung der Haut die sich über den ganzen Körper hinziehen kann
  • Atemnot, das Gefühl zu ersticken
  • Schwindelanfälle
  • Allgemeine Übelkeit
  • Darmbeschwerden
  • Schwellungen an den Nasen- und Rachenschleimhäuten
  • Schluck- und Sprachbeschwerden

Bei einer Allergie reagiert der Körper vor allem an Stellen, wo der Stich gar nicht sitzt (Herz, Lunge, Darm, Rachenraum und Atemwege).

Die Stiche von Wespen und Hornissen sind ähnlich dem Bienenstich. Wobei aber offenbar die Giftkonzentrationen geringer sind. Und es gibt einen grundlegenden Unterschied: Der Stachel der Biene hat Widerhaken, so daß er von der Biene nicht mehr herausgezogen werden kann, wenn sie in menschliche Haut gestochen hat. Das bedeutet für eine Biene immer den Tod, wenn sie sticht. Noch etwas: Beim Stich hinterlässt die Biene am Einstich einen Duftstoff der anderen Bienen signalisiert: "Das ist ein Feind, sofort angreifen." Man muß also einen Bienenstich ganz schnell mit Wasser abwaschen, sonst erfolgen weitere Stiche durch andere Bienen.

Was also sofort beim Insektenstich tun

  • Die Einstichstelle waschen und kühlen.
  • Das Einreiben mit Zitrone, Limone oder auch Zwiebeln desinfiziert und ist entzündungshemmend.
  • Stiche in die Lippen, den Mund oder gar den Rachen sind besonders gefährlich, da die gestochenen Körperstellen sofort anschwellen. Wenn möglich sofort Eiswürfel lutschen, ein kaltes Tuch um den Hals legen, ärztliche Hilfe rufen.
  • Bei Bienen den zurückgelassenen Stachel nicht herausziehen, wegen der Widerhaken reißt er meist ab, die Wunde entzündet sich. Versuchen Sie, den Stachel herauszukratzen.
  • Sehr oft haben Menschen nach einem Insektenstich Kreislaufprobleme: Kopf tief und Beine hoch lagern .
  • Kommt es zu einer echten Schockreaktion wie Atemnot und Pulsrasen, dann muß der Notarzt her.

So schützen sie sich gegen Insektenstiche

  1. Langärmelige Hemden und lange Hosen tragen.
  2. Durchdringende Gerüche (Parfüm, Schweiß) vermeiden.
  3. Heftige Abwehrbewegungen ( um sich schlagen) gegen Bienen und Wespen vermeiden, sonst werden sie aggressiv.
  4. Vor Antritt einer Autofahrt den Innenraum des Autos auf Insekten untersuchen. Ist ein Insekt drin: Alle Fenster runter, Klimaanlage und Gebläse auf höchste Stufe stellen.
  5. Insektengitter (Baumarkt) an den Fenstern abbringen.
  6. Nicht barfuß durch Wiesen laufen (dort lauern vor allem Wespen).
  7. Wenn Bienen schwärmen, sich nicht in deren Flugrichtung stellen.
  8. Mülltonnen geschlossen halten.
  9. Niemals aus undurchsichtigen offenen Behältern trinken. Wenn Sie im Freien sitzen, immer vor dem Trinken ins Glas schauen.
  10. Wenn Sie im Freien essen, keine Reste auf dem Tisch zurücklassen, das lockt Insekten unweigerlich an.
  11. Duftarme Deos, Sprays und Sonnenschutzmittel verwenden.
  12. Insektenstiche nicht kratzen. Sie verletzen die Haut, es können böse Entzündungen entstehen.

Sind Sie ein Insektengift-Allergiker, dann sollten Sie immer ein Notfall-Set bereit halten. Das enthält:

  • Adrenalin zum Inhalieren.
  • Ein Kortison-Präparat.
  • Ein schnell wirkendes Antihistaminikum.

Das Antihistaminikum und das Kortison-Präparat müssen sofort nach dem Insektenstich genommen werden.

Der Volksmund kennt eine Faustregel: "Drei Wespenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd." Das ist blühender Unsinn und durch keine medizinische Erkenntnis belegt.

Hausmittel Tipps: Hausmittel Insektenstiche

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