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Im Alter: Naturmittel besser als Tabletten

Im Alter: Naturmittel besser als Tabletten

© Daniel Fuhr - Fotolia.com

Immer mehr alte Menschen greifen zu immer mehr Tabletten: Bis zu 15 verschiedene Medikamente werden da eingeworfen. Ohne Rücksicht auf die Folgen und die Nebenwirklungen. Nach dem Motto "Viel hilft viel" wird geschluckt was das Zeug hält. Dabei sind oft die Nebenwirkungen schlimmer als die Krankheiten. Dabei bietet die Natur so viele Möglichkeiten, diesem Teufelskreis zu entgehen. Ob Bluthochdruck, Demenz, zu hohe Cholesterinwerte - man kann auch mit Naturmitteln große Erfolge erzielen. Was Sie vermeiden sollten, wie Sie sich selbst behandeln können.

 

Ältere Patienten schlucken bis zu 15 Tabletten täglich

Viele Ärzte geben zu, daß speziell ältere Patienten täglich bis zu 15 verschiedene Arzneien schlucken. Viele dieser Arzneien davon wären gar nicht notwendig. Ganz abgesehen davon, daß viele dieser Medikamente erhebliche unerwünschte Nebenwirkungen haben. Wie kommt es dazu, daß ein Patient im Laufe der Zeit immer mehr Tabletten in seine tägliches Programm aufnimmt und sich daran gewöhnt? Ein Beispiel: Zuerst ist da der hohe Blutdruck. Der muß mit Arzneien gesenkt werden. Keine Frage. Doch die meisten Betroffenen denken, daß sie mit den Tabletten wieder gesund werden und denken nicht daran, einen neuen Lebensstil anzupeilen: mit mehr Beweung, mit Abnehmen und mit gesunder Ernährung. Das alles wird nicht gemacht. Die Folge: Der Blutdruck wird einzig und allein mit den Tabletten niedrig gehalten. Das ist absolut nicht im Sinne des Arztes.

Denn da kommt dann ganz schnell zu hohes Cholesterin dazu. Wieder nimmt der Patient Tabletten, ändert aber auch jetzt nicht sein Leben. Und so gesellen sich immer wieder neue Beschwerden und schlechte gesundheitliche Probleme dazu, die gezielt mit zusätzlichen Arzneien behandelt werden. Speziell bei Menschen über 65 treten Beschwerden auf, die den Betroffenen sofort in Panik versetzen. Oft wird gar kein Facharzt konsultiert, aber zu Medikamenten gegriffen. Hier ein paar Beispiele:

  • Jemand findet seine Schlüssel nicht oder es fällt ihm der Name des Nachbarn nicht ein. Das muß nicht gleich eine gefährliche Demenz-Erkrankung sein. Oft ist es bloß eine vorübergehende Konzentrations-Störung oder Vergeßlichkeit, die sich mit Fisch, Walnüssen und einer Ernährung beheben lassen, die reich an B-Vitaminen ist, wie zum Beispiel Vollkorn-Produkte. Auch erhöhte Bewegung fördert die geistigen Kräfte.
  • Sie haben Schwierigkeiten beim Gehen. Sie stolpern öfter, es wird Ihnen gelegentlich schwindelig, sie könne auch schon mal die gerade Richtung nicht einhalten. Das kann eine Schwäche in Muskeln, Gelenke oder Knochen sein. Das muß noch lange nicht der Beginn von Parkinson sein.
  • Sprachschwierigkeiten beim Formen von Lauten, bei der Aussprache einzelner Worte, das verschleifen von Konsonanten vor allem bei S-Lauten können durch ein Zahnproblem verursacht werden und sind nicht unbedingt die Folge eines leichten Schlaganfalles.

Viele Ärzte warnen in diesem Zusammenhang dringend: Im Alter - je nachdem, wie man lebt - läßt Manches eben einfach nach. Das muß nicht immer gleich eine schwere Krankheit sein, die medikamentös behandelt werden muß. Es werden heute oft unangenehme Symptome viel zu schnell und automatisch mit Medikamenten behandelt. Oft stecken dahinter ganz normale Alterserscheinungen, die mit Medikamenten nicht wirklich verbessert werden können. Nicht jede Auffälligkeit im Alter ist gleichbedeutend mit einer Krankheit.

Teufelskreis Tablettensucht

Das weiß man alles im Grunde genommen, wie kommt es es nun aber trotzdem dazu, daß Millionen Frauen und Männer bis zu 15 verschiedene Tabletten am Tag einnehmen? Dahinter steckt oft ein Teufelskreis. Da die Menschen heutzutage viel älter werden, erleben sie bestimmte gesundheitliche Probleme viel stärker. Dagegen nehmen sie Tabletten und bekommen prompt Probleme mit den Nebenwirkungen, die dann im Laufe der Jahre zu Krankheiten werden. Gegen diese Nebenwirkungen gibt es wieder neue Arzneien - damit sind sie im Teufelskreis gelandet.. Außerdem sind die Menschen von heute zu einem Großteil schmerzempfindlicher als in früheren Zeiten. Sie greifen oft - ohne einen Arzt zu befragen - viel zu schnell zu Schmerztabletten.

Die Zahlen der WHO sind erschreckend: Bis zu 25 Prozent der Siebzig- bis Achtzigjährigen leiden nicht an Krankheiten, sondern an Nebenwirkungen von oft unnötig eingenommen Medikamenten. Sobald jemand mindestens sechs verschiedene Medikamente nimmt, spricht man in der Medizin von einer "Poly-Pharmako-Therapie". Das ist sehr oft der Fall. Vielfach ist der Bevölkerung nicht bewußt, daß es immer häufiger auch zu Wechselwirkungen kommt, die gar nicht mehr überblickt und berechnet werden können.

Gesund leben spart Tabletten

Umfragen bei niedergelassenen Ärzten haben ergeben: Der Mediziner bringt einen Patienten leichter dazu, 10 bis 15 verschiedene Tabletten am Tag zu schlucken als ein paar Schritte zu Fuß zu gehen. Sportmediziner wissen aus ihrer Erfahruhung: Wer sich einen Schrittzähler kauft und jeden Tag bis zu 10.000 Schritte schafft, der könnte viele Tabletten sparen. Mitunter drängt der Patient sogar auf die Verschreibung eines neuen, weiteren Medikamentes, in der Fehlannahme, daß es sich um eine "Zaubertablette" handelt. Frauen und Männer sollten sich mehr darüber im Klaren sein: Aktiver und gesünder leben erspart mir Tablettenschlucken. Das bedeutet:

  • Junge Menschen müssen lernen: Der Knochenabbau beginnt nicht erst im Alter, sondern mit 25 bis 30. Das bedeutet: Wer sich im Alter Tabletten gegen die gefürchtete Osteoporose ersparen möchte, sollte schon ab 20 genau darauf achten, daß er in der täglichen Nahrung ausreichend Calcium mit Milchprodukten und Kohlgemüse aufnimmt und reichlich Sport treibt.
  • Menschen zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr sollten bedenken: Bewegung ist Leben, Leben ist Bewegung. Jeden Tag 30 Minuten Freizeitsport - Wandern, schnelles Gehen, Radfahren - ist eine wesentliche präventive Maßnahme für eine bessere Beweglichkeit, für weniger Schmerzen.
  • Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, der kann sich vor vielen Krankheiten schützen. Das bestätigen zahllose Studien im Rahmen der Europäischen Union. Das Prinzip der gesunden Ernährung ist einfach: nicht zuviel, nicht zu üppig, nicht zu fett, nicht zu süß, nicht zu salzig. Ein Fastentag pro Woche wäre ideal.
  • Ein übersäuerter Körper macht krank. In unserem Organismus sollten immer 70 Prozent Basen und 30 Prozent Säuren vorhanden sein. Die basischen Elemente müssen vorherrschen. Dazu sollte man sich die Faustregel merken: Die Säuren liefern der Fleischemeister, der Zuckerbäcker und der Streß. Die Basen liefern der Obst- und Gemüsehändler. Fazit: drei- bis viermal Fleisch in der Woche sind genug.
  • Zuviel Alkohol und Nikotin machen krank sind mit die Hauptübeltäter an unserer Gesundheit. Wer darauf verzichtet, muß später nicht soviele Arzneien zu sich nehmen.
  • Und damit man keine Tabletten gegen Demenz-Erkrankungen einnehmen muß, sollte man rechzeitig auf ein Gehirn-Training achten: Bis ins hohe Alter können sich Gehirnzellen regenerieren. Also: Gedichte lernen, Fremdsprachen studieren, Kreuzwort-Rätsel lösen erhalten uns geistig fit. Nicht immer nur vor dem Fernseh-Apparat sitzen.
  • Ganz wichtig: Jeder, der täglich eineinhalb bis zwei Liter Wasser trinkt, kann damit frühzeitiges Altern und eine Reihe von Krankheiten verhindern. Und muß später einmal täglich nicht bis zu 15 Tabletten einnehmen.
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