Heimische Wildbeeren liefern viele Vitalstoffe

Heimische Wildbeeren liefern viele Vitalstoffe

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Gerade im Herbst haben unsere heimischen Wildbeeren die stärkste Heilkraft. Sie sind Vitamin-Bomben, stärken die Immunabwehr, helfen bei Schmerzen, man kann damit Gicht und Arthrose behandeln. Wir können sie roh, gekocht, als Marmelade und vor allem als Tee zu uns nehmen. Was die gesündesten Wildbeeren sind, wo sie helfen und wie man sie zubereitet.

Wildbeeren machen uns fit

Wenn man jetzt hinaus in die Natur wandert, dann leuchten an vielen Büschen und Sträuchern viele verschiedene Wildfrüchte, die man auch essen kann. Sie sind randvoll mit Vitalstoffen und machen uns fit für den Herbst und Winter. Manche sind schon vor Wochen geerntet worden. Andere wieder sollten erst eingebracht werden, wenn es den ersten Frost gibt. Und das sind die herbstlichen Beeren oder beerenähnlichen Früchte unserer Region: Schlehen, Ebereschen, Kornell-Kirschen, Berberitzen und auch die Hagebutten, die allerdings keine Beeren sind, sondern die Samenkapseln der wilden Heckenrose.

Was macht denn die Hagebutte so wertvoll für uns? Das ist in erster Linie der hohe Vitamin-C-Gehalt. Dazu kommt noch: Das Vitamin C in der Hagebutte ist besonders beständig. Durch ganz bestimmte Enzyme bleibt es auch beim Erhitzen der Frucht im Hagebutten-Tee erhalten. Normalerweise geht Vitamin C beim Kochen zugrunde. Allerdings muß man den Hagebuttentee innerhalb von 5 Stunden trinken. Dann verflüchtigt sich auch da das Vitamin C.

Hagebutte: Alles verwerten

Hier das klassische Rezept für den Tee: 1 gehäufter Teelöffel Hagebutten-Fruchtfleisch und zerstoßene Kerne werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser angesetzt, am besten über Nacht stehen lassen. Dann seiht man durch, bringt dieses Wasser zum Kochen und überbrüht damit die eingeweichten Hagebutten-Bestandteile. Man läßt das Ganze 10 bis 15 Minuten ziehen. Danach durchseihen, mit etwas Honig süßen und nicht zu heiß trinken.

Wichtig ist, daß bei der Tee-Zubereitung wirklich alle Bestandteile der Hagebutte dabei sind: Schale, Fruchtfleisch, die Kerne, aber auch die zarten weißen Fäden, die sich zwischen den Kernen und dem Fruchtfleisch befinden. Neben dem Vitamin C liefert uns die Hagebutte aber auch Magnesium für Herz und Kreislauf , Zink und Selen für die Immunkraft, alle B-Vitamine und den roten Farbstoff Lycopen, wie wir ihn aus den Tomaten kennen.

Interessant ist eine jüngste dänische Studie an der Universität von Kopenhagen. Das Zusammenspiel all dieser Vitalstoffe macht die Hagebutte zu einer interessanten Naturarznei gegen rheumatische Beschwerden. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Man kann Hagebuttentee aber auch gegen Zahnfleischbluten und vorbeugend gegen Parodontose einsetzen. Vor allem aber kann man sich stark machen gegen die Gefahr für die ersten Erkältungen im Herbst. Wichtig zu wissen: Es muß nicht immer Hagebutten-Tee sein. Man tankt die wertvollen Stoffe der Hagebutte auch mit Hagebutten-Marmelade und mit Hagebutten-Mark.

Schlehen: Nach dem ersten Frost ernten

Welche Bedeutung haben die blauen Schlehen für uns ? Die Früchte vom Schlehdorn-Strauch schmecken herb und sauer. Man sollte sie erst nach dem ersten Frost pflücken. Dann sind die Wirkstoffe erst biochemisch für den Menschen verwertbar. Es gibt aber auch einen Trick: Man kann die Früchte schon vorher ernten und kurzfristig in die Tiefkühltruhe legen. Als Frostersatz. In den Schlehen befinden sich reichlich Vitamin C, Magnesium, organische Säuren und viel verschiedene Bio-Flavonoide.

In erster Linie sind Schlehen ein Stärkungsmittel, das schnell fit macht: Wenn man sich müde und erschöpft fühlt, verrührt man 5 Eßlöffel Schlehensaft, am besten aus dem Reformhaus, in ein Glas Wasser und trinkt die Mischung langsam in kleinen Schlucken. Die Kraft der Schlehen wirkt binnen weniger Minuten. Man kann das Getränk lauwarm oder kalt konsumieren.

Man kann mit Schlehensaft auch bei Schmerzen im Hals, im Rachen und im Mund gurgeln. Man kann damit Entzündungen und Schmerzen bekämpfen. Schon die Heiligen Hildegard von Bingen hat das Rezept gekannt. Man verrührt 2 Eßlöffel Schlehensaft in 1/4 Liter Wasser, rührt 1 Teelöffel Honig dazu, trinkt davon und gurgelt damit. Die Schulmedizin setzt den Schlehensaft zur Behandlung von Nieren und Blase ein. Der herbe Saft hat nämlich nicht nur eine kräftigende und aufbauende,sondern auch eine reinigende und harntreibende Wirkung.

Man kann aus Schlehen auch Tee zubereiten: 2 Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Früchte kurz mit einer Tasse Wasser aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen, durchseihen, mit etwas Honig oder Birnendicksaft süßen und langsam in kleinen Schlucken lauwarm trinken. Das hilft gegen den ersten Schnupfen.

Vogelbeeren stärken die Immunkraft

Wie wichtig sind die Ebereschen - auch Vogelbeeren genannt - für unsere Gesundheit? Ebereschen sind ein uraltes Hausmittel gegen Erkältungen . Sie enthalten enorm viel Vitamin C, aber auch die Spurenelemente Zink und Selen, beides für die Immunkraft sehr wichtig. Manche werden vielleicht nur den Vogelbeer-Schnaps kennen. Für die Gesundheit wichtig ist die Vogelbeer-Marmelade, die man am besten mit Äpfel, Birnen oder Quitten mischt und mit Zimt oder Kardamon würzt. Die Vogelbeer-Marmelade macht sich gut zum Pudding oder aufs Frühstücksbrot mit ganz wenig Butter darunter. Manche reichen Vogelbeer-Marmelade zu Wildgerichten, wie man das ja auch mit Preiselbeeren macht.

Die wilde, sogenannte echte Eberesche schmeckt nicht gut. Sie ist sehr bitter. Unsere Großmütter hatten da ein Geheimnis: Damit die Vogelbeer-Marmelade nicht zu bitter geschmeckt hat, hat man die Beeren vor der Verarbeitung einige Stunden in Essigwasser gelegt. Dann hat man sie abgewaschen, gekocht und durch ein Sieb passiert. Damit konnte man einen Teil des bitteren Geschmackes wegbringen. Die gute Nachricht: Es gibt seit einigen Jahren kultivierte, gezüchtete, süße Vogelbeer-Sorten. Die schmecken viel besser.

Berberitzen: Gut bei Rheuma

Dann gibt es ja noch die ganz kleinen roten Früchte, die wie Mini-Pflaumen aussehen, die vor allem am Waldrand auf Hecken wachsen: die Berberitzen. Ihr Vitamin-C-Gehalt ist etwas mit jenem der Hagebutte zu vergleichen. Also sehr hoch. Berberitzen kann man als Saft und als Marmelade zubereiten. Man kann damit Leber und Galle aktivieren. Mit Berberitzen fördert man den Harnfluß und scheidet Harnsäure aus. Dadurch helfen Berberitzen bei Rheuma-Beschwerden, Gicht-Schmerzen und Arthritis. Es ist daher sehr sinnvoll, zu Fleischgerichten oder nach Fleischgerichten Berberitzensaft zu trinken oder Marmelade zu essen.

Kornell-Kirschen heilen Entzündungen

Schließlich werden jetzt auch die Kornell-Kirschen reif. Trotz des Namens sind die Früchte nicht mit der Kirsche verwandt. Das Fruchtfleisch ist schwer vom Kern zu trennen. Die Früchte schmecken herb-säuerlich. Man kann sie zu Marmelade, Glee und Schnaps oder Wein verarbeiten.

Die Kornell-Kirsche hat starke Heilkräfte, ist reich an Vitamin C , enthält den Farbstoff Anthocyan, der ja antibakteriell wirkt. Dadurch kann die Kornell-Kirshe Entzündungen bekämpfen. Die heilige Hildegard hat über die Kornell-Kirsche geschrieben: „ Sie hilft dem Menschen,weil sie reinigt und stärkt und die Gesundheit fördert !“ Sehr sinnvoll ist es, die Marmelade der Kornell-Kirsche zum Stärken des Magens einzusetzen. Man kann damit in Streßsituationen einer Gastritis vorbeugen.