Mundgeruch Hausmittel

Mundgeruch

© Kurhan -Fotolia.com

Mundgeruch (Halitosis) stößt ab und macht einsam. Ein Problem, dass mit Scham und Ängstlichkeit behaftet ist. 15 Millionen Deutsche leiden an Mundgeruch. Erfahren Sie, was Sie gegen dieses Übel - hinter dem sich sehr oft eine handfeste Krankheit verbirgt - tun können, und wie Mundgeruch entsteht. Es wird Zeit, dass wir dieses Tabu brechen und darüber reden.

Viele Menschen haben dieses Problem - aber es wird verschwiegen, ist mit Scham und Ängstlichkeit behaftet: Mundgeruch. Nun muss ich da mal grundsätzlich feststellen: Jeder Mensch hat Mundgeruch. Er ist individuell verschieden und hängt von vielen Faktoren ab. Und er muss nicht immer unangenehm sein. Im Gegenteil: Intensives Küssen kann die Zuneigung und das Begehren steigern. Es kann aber auch beides zum Erliegen bringen. Nämlich dann, wenn der Atem unangenehm ist. Wenn einem jemand, wie der Volksmund sagt „nicht schmeckt.“ Natürlich hat Mundgeruch sehr viel mit den Essgewohnheiten zu tun. Wer stark würzt, viel Zwiebeln oder gar Knoblauch verwendet, der hat nun mal einen strengen Atem, der oft als unangenehm empfunden wird. Noch schlimmer ist es, wenn er durch Krankheiten im Mund-, Rachen-, Zahn- oder Verdauungsbereich entsteht. Denn der hat immer etwas Fauliges an sich.

Einen Gegenüber zu haben der aus dem Mund riecht, kann eine qualvolle Belästigung sein. Noch schlimmer ist es, wenn uns selbst das passiert. Und das Allerschlimmst ist: Wir merken das gar nicht. Und es sagt uns auch niemand, weil Mundgeruch ein Tabu-Thema ist. Dabei ist das Blödsinn, weil jeder fünfte Deutsche das Problem hat. Für unseren persönlichen Mundgeruch gibt es mehrere normale Gründe:

  • Die chemische Zusammensetzung unseres Speichels (kann sich immer wieder verändern).
  • Die Bakterien auf der Mundschleimhaut.
  • Die Ausdünstungen aus der Speiseröhre und aus den Atemwegen.
  • Das Essen, das wir am Vortag zu uns genommen haben.
  • Die Getränke, die wir getrunken haben.

Alle diese Komponenten ergeben unseren normalen und natürlichen Atem. Dazu kommt aber noch der Geruch, der aus Krankheiten im Mund-Rachenraum und in der Speiseröhre und im Magen entstehen kann.

Der Test

Testen Sie selbst, wie es um Ihren Atem steht. Halten Sie jeden Morgen und jeden Abend die hohle Hand vor den Mund, hauchen Sie hinein, halten Sie die Hand vor die Nase und riechen Sie blitzschnell an dieser ausgeatmeten Luft. So kontrollieren Sie, wie es um Ihren Atem steht. Ist natürlich sinnlos, wenn Sie sich kurz vorher die Zähne geputzt haben.

Ursachen des Mundgeruchs

Rauchen

Wussten Sie, das Rauchen üblen Mundgeruch erzeugen kann? Vielleicht haben Sie selbst schon gemerkt, dass Sie nach dem Genuss vieler Zigaretten (schlimmer noch Pfeife oder gar Zigarren) scharf und stechend aus dem Mund riechen. Der Grund ist einfach. Die geruchserzeugenden Partikel des Tabaks setzen sich in den Schleimhäuten fest, werden dort von Flüssigkeiten zersetzt und verströmen diesen scharfen Geruch. Sehr gesundheitsschädlich.

Mangelnde Zahnhygiene

Der häufigste Grund für üblen Mundgeruch ist mangelnde Zahn- und Mundhygiene. Nach dem Essen sitzen Essensreste in den Zahnlücken und Zahntaschen. Sie werden sofort von Bakterien angegriffen, zersetzt und beginnen im wahrsten Sinn des Wortes zu faulen und zu gären. Sie verbreiten sehr schnell einen üblen Geruch. Deshalb müssen Sie sich nach jedem Essen die Zähne putzen. Oft langt das aber nicht, weil die Zahnbürste die Essensreste zwischen den Zähnen nicht rauskriegt. Deshalb sollten Sie - vor allem nach dem Genuss von Fleisch - die Zahnzwischenräume nach dem Essen mit Zahnseide reinigen. Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe:

1. Sie beseitigen diese Quelle des üblen Geruchs.

2. Sie helfen Ihren Zähnen. Denn bei dem Faul- und Gärungsprozess der zersetzten Essensreste entstehen scharfe Substanzen, die den Zahnschmelz angreifen können.

Ganz wichtig: Sie sollten Ihre Zahnbürste nicht länger als drei Monate benutzen, denn dann verlieren die Borsten ihre Reinigungskraft. Sie pflegen Ihre Zähne, Sie putzen sie dreimal täglich - und trotzdem haben Sie Mundgeruch - dann gibt es noch folgende Möglichkeiten:

Sie halten sich sehr oft in beheizten Räumen mit niedriger Luftfeuchtigkeit auf. Das trocknet Ihre Schleimhäute aus, eben so wie Schnarchen mit offenem Mund. Auf trockenen Schleimhäuten setzen sich Bakterien fest - es entsteht ein übler Geruch. Da hilft: Regelmäßig viel trinken.

Stress

Auch Stress kann Mundgeruch auslösen. Vor allem, wenn er mit persönlichen Kränkungen verbunden ist.

Er kann aber auch durch nervöse Verdauungsstörungen entstehen. Weitere Ursachen sind: Eine gestörte Darmflora, ein krankes Darmmilieu, eine Magenschleimhautentzündung, vereiterte Mandeln, eine Darmgrippe oder Pilze in der Mundhöhle. In allen diesen Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Mundgeruch kann aber auch durch bestimmte ärztliche Behandlungen entstehen. Wenn zum Beispiel ein Spray verwendet wird.Da sollten Sie sosofort nach jeder Behandlung gurgeln.

Diabetes

Jetzt wird es richtig ernst: Wenn Sie feststellen, dass Sie einen süßlichen oder ammoniumartig riechenden Atem haben, dann sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Im ersten Fall deutet das auf Diabetes hin, im zweiten Fall besteht die Gefahr einer Nierenerkrankung. Üblen Mundgeruch können Sie aber auch durch Essen bekommen. Da steht an erster Stelle natürlich der Knoblauch. Aber auch rohe Zwiebeln, Lauch in allen Variationen, Käse mit sehr deftigem Geschmack, Bier, Rotwein oder Schnaps machen schlechten Atem. Dagegen helfen altbewährte Hausmittel:

  • Kauen Sie ein Bündel frische Petersilie gegen Knoblauchgeruch.
  • Kauen Sie getrocknete Salbeiblätter, gehackte Minze oder gurgeln Sie mit Pfefferminztee.
  • Essen Sie einen Apfel, der nimmt viel vom üblen Atem.

Natürlich hilft es auch, wenn Sie ganz einfach einen Kaugummi kauen.

Tipps gegen Mundgeruch

  • Gurgeln Sie mit einem Mundwasser aus der Apotheke. Wenn Sie es natürlicher haben wollen: Verrühren Sie einen Teelöffel naturtrüben Apfelessig in 1/8 Liter lauwarmem Wasser. Trinken und gurgeln.
  • Spülen Sie den Mund regelmäßig mit lauwarmem Salbeitee aus.
  • Spülen Sie den Mund regelmäßig mit sieben Tropfen Myrrhetinktur in 1/4 Liter Wasser.
  • Machen Sie eine Kur mit Propolis aus dem Bienenstock. Ist nur sinnvoll, wenn Geruch vom Magen her kommt.
  • Gurgeln Sie mit zehn Tropfen australischem Teebaumöl, aufgelöst in 1/4 Liter Wasser.
  • Lutschen Sie Pastillen mit Eukalyptus.
  • Kauen Sie folgende Kräuter oder Gewächse: Thymian, Majoran, Fenchel, Anis, kleingehackte Petersilie, Kaffeebohnen, geriebener Apfel oder Dill.