Gesundheit aus der Tomate

Gesundheit aus der Tomate

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Reife Tomaten sind eine wahre Hausapotheke mit unendlich wertvollen Inhaltsstoffen. Sie enthalten Vitamin und Mineralien, vor allem aber Lycopin. Das ist besonders wirksam in der Krebsvorsorge. Die Folsäure schützt Embryos vor Missbildungen, das Schönheitsvitamin Botin ist gut für Nägel, Haut und Haare. Warum die Tomate erhitzt besonders wertvoll ist.

 

Reife Tomaten für Ihre Gesundheit

Stellen Sie sich vor: Es ist ein wunderschöner, lauer Sommerabend. Sie wollen ein Stück Mittelmeerküche auf den Tisch zaubern, haben aber nicht viel Zeit. Und dann haben sie eine einfache, aber sehr schmackhafte Idee: 4 vollreife, aromatische, dunkelrote Tomaten werden klein geschnitten und grob püriert. Dann kommen 3 ausgepreßte Knoblauchzehen dazu. Jetzt rühren Sie 3 bis 4 Eßlöffel kaltgepreßtes Olivenöl und ein paar Spritzer Zitronensaft dazu. Das Ganze wird nun kräftig durchgerührt, mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dann rühren Sie 2 bis 3 frische Blätter vom Basilikum - fein gehackt - dazu. Jetzt schneiden Sie ein Baguette in Scheiben und rösten diese. Das geröstete Brot bekommt ein paar Tropfen Olivenöl auf der Oberseite. Dann gibt man das Tomaten-Püree darauf. Das Tomaten-Brot muß sehr warm serviert werden.

Und wissen Sie, was das Schöne an dieser köstlichen Vorspeise ist, die man durchaus abends als volle Mahlzeit genießen kann? Das Tomatenpüree macht das Ganze zu einer supergesunden Speise.

Wenn also jetzt auf Märkten, in Gemüseläden oder in den Gemüse-Abteilungen der Supermärkte reife, dunkelrote Tomaten angeboten werden, dann greifen Sie zu. Es lohnt. Denn Tomaten konsumieren ist immer ein Gewinn für unsere Gesundheit. Man könnte die Tomaten im Grunde genommen als " Arznei aus dem Genmüsebeet" bezeichnen. Dafür gibt es stichhaltige wissenschaftliche Beweise.

Reife Tomaten, wie wir sie jetzt in diesen Wochen ernten können, sind ein wertvoller Bestandteil einer gesunden Ernährung.

  • Sie sind reich am Schönheitsvitamin Biotin aus der Gruppe der B-Vitamine, stärken Haut, Haare, Nägel und haben einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.
  • Sie liefern uns aber auch das Vitamin B 3 Niazin, das wichtig für unsere Stimmungslage und für einen erholsamen Schlaf ist.
  • Tomaten versorgen uns mit Folsäure für Herz und Kreislauf
  • Sie beliefern uns mit Vitamin C fürs Immunsystem bei Erkältungen, aber auch gegen Stressbelastung.
  • Wir tanken mit Tomaten auch Vitamin E für mehr Vitalität.
  • Tomaten enthalten Kalium für eine gute Verdauung, weiters Zink für die Immunkraft und auch wieder für gute Laune.

Lycopin in der Tomate ist ein Radikalenfänger

Im Mittelpunkt aber steht bei der Tomate der rote Farbstoff, das Bioflavonoid Lycopin aus der Gruppe der Carotinoide. Lycopin ist einer der stärksten und bekanntesten Radikalfänger, schützt den Körper vor hochaggressiven Umweltschadstoff-Molekül-Stücken und körpereigenem Stoffwechselmüll.

Man mu sich das so vorstellen: Die freien Radikalen sind Molekül-Trümmer, die auf der verzweifelten Suche nach dem fehlenden Elektron die Wände von Zellen zerstören und die darin befindliche Erbinformation schädigen. Sie fördern damit das frühzeitige Alt- und Krankwerden. Und was hat der rote Farbstoff Lycopin aus der Tomate damit zu tun? Lycopin bremst diese Vorgänge, indem es das gewünschte Elektron spendet. Lycopin kann auf diese Weise sogar bereits vorhandene Zellschäden reparieren.

Lycopin kann aber noch eine sehr wichtige Aufgabe erfüllen: Wenn wir Nahrung, die mit Nitratsalzen zubereitet wurde, wie etwa alles Geräucherte, dann nehmen wir Nitrat und Nitrite auf, die bei der Verarbeitung der Nahrung in krebserregende Nitrosamine verwandelt werden. Diesen Umwandlungsprozess kann Lycopin stoppen und verhindern.

Aus Studien in den USA geht hervor, dass die starke Schutzwirkung vom Lycopon in der Tomate zur Risikosenkung von Prostata-, Lungen- und Magenkrebs nützlich ist. Die am meisten beeindruckenden Studie wurden dazu an Medical School der Harvard Universität in Boston, USA, gemacht. Was den Schutz vor Prostata-Krebs betrifft, so hat man in Harvard nachgewiesen: Schon eine einzige Mahlzeit pro Tag mit Tomaten, Tomatenpüree oder Tomatensoße oder Suppe verringert das Risiko für diese Krankheit um bis zu 20 Prozent.

Lycopin schützt vor der Makula-Degeneration

Es macht zum Beispiel auch Sinn, bei der Grillparty zum gebratenem Fleisch vom Rost ein Glas Tomatensaft zu trinken, weil das Lycopin die schädlichen Röststoffe neutralisiert.

Es gibt aber auch Hinweise, daß das Lycopin aus der Tomate ausserdem vor der gefürchteten Augenkrankheit Makula-Degeneration schützen kann. Diese Krankheit tritt im höheren Alter des Menschen auf und führt zu einer starken Sehfeld-Einschränkung, die oft fast einer Erblindung nahekommt.

An der Universitätvon North Carolina hat Prof. Dr. Steven Zeisel nachgewiesen, dass Lycopin aus der Tomate Herz und Kreislauf stärkt, eine frühzeitige Arteriosklerose bremst oder verhindert. Prof. Dr. Zeisel appellierte damals bereits: Man möge das Ketchup als Lieblings-Würze der Kinder nicht verurteilen. Das Lycopin im Ketchup wäre für die Kids so unendlich wichtig für Herz und Kreislauf. Die Nahrungsmittel-Industrie hat darauf hin reagiert und Ketchup-Sorten mit wenig Zucker oder gar zuckerfrei auf den Markt gebracht. Daher sollte man beim Kauf im Supermarkt genau darauf achten, dass es sich um zuckerfreies oder zuckerarmes Ketchup handelt.

Tomatenmark wirkt am stärksten

Nun aber kommt über das Lycopin die entscheidende Erkenntnis, die auch an der deutschen Universität Hohenheim dokumentiert wurde:

  • Wenn man die Vitamine und Mineralstoffe aus der Tomate nützen möchte, so sollte man sie roh verzehren.
  • Will man aber die gigantischen Schutzmaßnahmen für Herz und Kreislauf sowie das herabgesetzte Risiko für einige Krebsarten nützen, dann muss man wissen: Der rote Farbstoff Lycopin wirkt am besten, wenn die Tomate erhitzt und verarbeitet wurde. Am besten als Tomatenmark.

Entscheidend dabei aber ist, dass es sich um Tomatenmark von vollkommen ausgereiften Tomaten handelt, denn nur dann konnte sich in der Frucht der Bioaktivstoff Lycopin mit all seinen Wirkmechanismen entfalten. Die gesundheitlichen Vorteile - aber auch die Gaumenfreude des Geschmackes - kann man nur dann erwarten, wenn es sich um sonnengereifte, süße dunkelrote Tomaten handelt.

Natürlich wachsen auch bei uns Tomaten. Aber wir sollten nicht vergessen: Die Tomate stammt ursprünglich aus Zentral- und Südamerika. Sie gedeiht heute wunderbar in südeuropäischen Ländern, wo sie in südlicher Sonne ihre volle Reife erlangen kann, die zur Bildung von Lycopin so wichtig ist. Spitzenköche lassen sich daher für ihre Arbeit seit vielen Jahren das Tomatenmark aus Italien kommen. Und wenn man Tomaten in unseren Regionen erntet, so sollte man niemals die Früchte zu früh ernten. Sie müssen voll ausgereift sein.