Share

Gesundes Heilfasten zu Hause

Gesundes Heilfasten zu Hause

© Andreas Berheide - Fotolia.com

Das Heilfasten dürfte wohl zu den ältesten Naturheilverfahren der Menschheit gehören. Es spielt in allen großen Welt- und Naturreligionen eine herausragende Rolle. Und es kehrt immer stärker als ein Heilmittel in unser Bewusstsein zurück. Wobei wir es nicht als eine Diät zum Abnehmen verstehen dürfen: Heilfasten ist ein langfristiges Reinigungsritual für Körper und Seele, eine Ruhepause für die Regeneration von wichtigen Körperorganen und -funktionen - und es hat nebenbei den wunderbaren Effekt, dass wir überflüssige Pfunde los werden. Die wichtigsten Tipps, Hinweise und Rezepte für ein gesundes Heilfasten zu Hause.

Heilfasten zu Hause Anleitung

Vor Beginn des Heilfastens zu Hause muss der Darm gründlich entleert werden. Dazu genügt es nicht, der Natur einfach ihren Lauf zu lassen - wir müssen nachhelfen: Durch Abführmittel (Glaubersalz), Einläufe, Darmspülungen oder eine abführende Ernährung (Sauerkraut, Molke, Joghurt etc.) Erfahrungsgemäß dauert es etwas zwei Tage, bis der Darm vollständig entleert ist. Eine positive Rolle spielen auch Leinsamen und indischer Flohsamen. Sie müssen viel trinken. Auch Pflaumen- und Sauerkrautsaft so wie Apfelessig sind hilfreich.

Einstimmungstag: Beginnen Sie mit einem Einstimmungstag und enden Sie mit zwei bis drei Aufbautagen. Dazwischen sollten mindestens fünf bis sieben reine Fasttage liegen. Am Einstimmungstag reduzieren Sie die Nahrung, stoppen den Alkohol- und Nikotingenuss, verzichten auf gesüßte und gewürzte Nahrungsmittel und trinken mindestens zwei bis drei Liter Mineralwasser, gemischt mit naturtrüben Obstsäften.

Fastentag: An den Fasttagen trinken Sie (insgesamt mindestens drei Liter), stilles Mineralwasser, Tees, naturtrübe Obstsäfte. Jeden zweiten Tag zusätzlich zwei Tassen einer durchpassierten klaren Gemüsesuppe.

Aufbautag: Die Fastenkur klingt aus mit zwei bis drei Aufbautagen. An denen trinken Sie weiterhin zwei bis drei Liter - aber keinen Kaffee, keinen schwarzen Tee, keinen Alkohol. Ein halber Liter alkoholfreies Weißbier ist zu empfehlen. Nie während der Mahlzeiten trinken, würzen Sie schwach und verzichten Sie auf Salz. Essen Sie täglich fünf kleine Portionen - Ihr Magen ist geschrumpft. Essen Sie lauwarm, heiß ist schädlich. Wichtig ist ballaststoffreiche Kost, Weizenkleie oder Leinsamen, lieber Fisch als Fleisch, Kartoffel- und Gemüsegerichte, Milchprodukte in der Magerstufe, alles was leicht verdaulich ist (keine Hülsenfrüchte).

Sport und Bewegung unterstützt Heilfasten

Heilfasten ist keine Krankheit, sie sollten also normal leben und Ihrer Arbeit nachgehen. Mäßige Bewegung ist einer Fastenkur förderlich und verhindert den Abbau von Muskelmasse. Machen Sie Spaziergänge, steigen Sie Treppen, machen Sie jeden Morgen nach dem Aufstehen eine kleine Frühgymnastik am offenen Fenster. Falls es zu Schwindel kommt: Sofort aufhören. Vermeiden Sie auf jeden Fall starke Belastungen wie schweres Tragen oder anstrengende Touren. Sie sollten auf jeden Fall zweimal am Tag eine Stunde ruhen. An den Aufbautagen ist eine halbstündige Pause nach den Hauptmahlzeiten angebracht.

Was Ihnen das Heilfasten bringt

Vor allem der Darm profitiert davon. Seine Funktionen werden reguliert, seine Gesunderhaltung verbessert. Das ist gut für die Verdauung und damit für unsere Allgemeingesundheit. Befindlichkeitsstörungen werden reduziert, unsere Leistungsfähigkeit steigt und selbst chronische Herz-Kreislauferkrankungen werden besser. Der positive Einfluss des Heilfastens ist nachgewiesen bei:

  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Schlechter Verdauung
  • Bluthochdruck
  • Rheumatischen Erkrankungen und Gicht
  • Schwächelndem Immunsystem
  • Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
  • Allergien
  • Migräne
  • Leber- und Gallenblasenentzündungen
  • Hauterkrankungen

Das geschieht im Körper beim Heilfasten

  • Die Energieversorgung des Körpers und seiner Organe erfolgt nicht mehr über Nahrungszufuhr, sonder über den Abbau innerer Reserven.
  • Der Fettabbau tritt in den Vordergrund und liefert die nötige Energie.
  • Der Darm kann Schlacken abbauen und ausscheiden.
  • Die inneren Selbstheilungskräfte werden aktiviert.
  • Der Hormonhaushalt verändert sich, Sie erleben Glückszustände, Ihr Wahrnehmungsvermögen schärft sich, sie riechen und schmecken besser, Ihre Kreativität steigert sich.
  • In den ersten zwei bis drei Tagen verlieren Sie sehr schnell einige Kilo, weil der Körper Flüssigkeit ausscheidet. Das reguliert sich dann auf einige 100 Gramm pro Tag ein. Am Ende einer einwöchigen Fastenkur sollten Sie etwa drei bis fünf Kilo los sein.
  • Beim Heilfasten werden Schadstoffe und Schlacken auch über die Zunge und die Haut ausgeschieden. Es kann zu Mundgeruch und unangenehmen Ausdünstungen kommen. Dagegen hilft: Kauen Sie Salbei- oder Basilikumblätter oder Anissamen und gurgeln mit Holundertee. Achten Sie auf eine sorgfältige Körperpflege.

Verschiedene Heilfasten-Kuren

Das Heilfasten kennt verschiedene Fastenarten und -kuren. Da müssen Sie die Entscheidung welche Sie anwenden wollen individuell treffen. Das aber sollten Sie - wie das gesamte Thema Heilfasten - unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Ich nennen Ihnen einige bekannte Fastenkuren:

  • Das Heilfasten nach Buchinger
  • Die Fastenkur mit Säften
  • Die Schroth-Kur
  • Das Teefasten
  • Das Heilfasten nach den Regeln der Hildegard von Bingen
  • Die F.X. Mayr-Kur
  • Das Molke-Fasten
  • Das Obstfasten

Zum Schluss noch eine wichtige Bemerkung: Es gibt Menschen, die auf keinen Fall fasten sollten. Das sind:

  1. Menschen mit Durchblutungsstörungen im Gehirn
  2. Diabetiker mit dem Typ 1
  3. Menschen, die an einem Tumor erkrankt sind
  4. Schwangere und stillende Frauen
  5. Patienten mit einer Überfunktion der Schilddrüse
  6. Kinder unter 12 Jahren
  7. Bluter
Share