Share

Gesund durch den Herbst

Gesund durch den Herbst

© detailblick - Fotolia.com

Die Tage werden kürzer, die Sonne wird immer blasser und wärmt auch nicht mehr so richtig. Es gibt schon noch ein paar warme Tage, vor allem in den Bergen, wenn der Föhn einfällt. Aber ansonsten? Sommer ade, die Herbstdepression fällt mit aller Wucht über uns her, wir verlieren sichtbar an Lebensfreude und Energie, der Urlaub ist schon wieder Jahrmillionen von uns weg. Dagegen müssen wir ankämpfen. Wir müssen unserem Körper helfen, damit unsere Seele wieder fröhlich wird. Denn es ist eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang, der sich in uns, in unserem Stoffwechsel und in unserem Leben abspielt: Unsere gesamte Psyche und Physis stellt sich auf den Winter ein.

Das war früher richtig: Auf den heißen Sommer kam die schwere Erntezeit, die Menschen haben sich verausgabt. Jetzt kommen noch ein paar Feste - und dann beginnt die Tristesse und -früher war es so - die Notzeit des Winters. Ist vorbei, wollen wir nicht, müssen wir nicht haben. Was Sie alles dagegen tun können.

 

Überwinden Sie das herbstliche Energieloch

Ich weiß nicht, was die Leute gegen den Herbst haben. Die drückende Hitze ist vorbei, die lähmende Schwüle die uns manchmal so geplagt hat ist einer kühlen und klaren Luft gewichen. Nachts kühlt es ab - man schläft einfach besser. Trotzdem haben wir das Gefühl: Im Sommer waren wir besser drauf. Wir waren leistungsfähiger, schneller, unsere Gedanken funktionierten blitzschnell - und wir waren fröhlicher. Das lag aber nicht an der Sommerwärme - sondern an der viel längeren Sonneneinstrahlung. Wir bekamen jeden Tag (auch bei Bewölkung) einfach mehr Sonnenlicht. Und das erzeugte die Hormone, die uns das Leben erleichterten. Jetzt aber beginnt der Körper, mehr und mehr Melantonin auszuschütten. Und das ist ein Schlafhormon, das unseren Kreislauf und vor allem den Stoffwechsel runterschaltet und auf Sparflamme dreht. Dieses herbstliche Energieloch müssen wir überwinden. Dafür gibt es Tricks, gibt es die richtige Ernährung und die richtigen Vitalstoffe. Um den Körper aus dieser beginnenden Lethargie zu reissen, brauchen wir vor allem viel Bewegung - und zwar die richtige. Die Sonne können wir uns übrigens auf der Sonnenbank holen - im richtigen Mass.

Frische Luft für gute Laune

Unser Blut ist ein ganz besonderer Saft. Es hat viele Eigenschaften, zwei aber sind es, die wir jetzt am meisten benötigen: Es transportiert Sauerstoff zu den Muskeln und ins Gehirn und es ernährt die beiden Organe, versorgt sie mit den lebenswichtigen Nähr- und Vitalstoffen. Also müssen wir den Körper an der frischen Luft bewegen. Wir müssen raus, Leistung bringen, die Lungen zum Durchatmen zwingen. Dazu brauche wir keinen Leistungssport. Was wir brauchen ist eine gleichmäßige Belastung, die unseren Puls hochgehen lässt, die unsere Atemfrequenz schneller werden lässt. Radfahren, Wanderungen bei denen wir Steigungen überwinden müssen, Tennis, Golf spielen - das alles ist Bewegung an frischer Luft. Stellen Sie sich jetzt jeden Morgen ans offene Fenster, machen Sie Dehn- und Streckübungen, Armkreisen und beenden Sie diese Übungen nach zehn Minuten mit 14 tiefen Atemzügen - langsam einatmen, schnell ausatmen. Das hebt den Sauerstoffspiegel, Sie starten ganz anders in den Tag, von Herbstlethargie keine Spur.

Die richtige Kleidung für Draußen

Bei solcher körperlichen Belastung werden durch die erhöhte Sauerstoff- und Nahrungszufuhr im Gehirn Endorphine ausgeschüttet. Das sind Hormone, die uns mit Glücksgefühlen erfüllen, die aber auch unser seelisches Gleichgewicht wieder ins rechte Lot bringen. Sie können also der Herbst-Depression regelrecht davonlaufen. Was auch wichtig ist: Unternehmen Sie diese sportlichen Übungen in Gemeinschaft. Dabei entsteht ein positiver Gruppenzwang: Sie führen die Übungen oder den Lauf oder was immer Sie machen durch, ohne vorher aufzugeben, weil Ihr „innerer Schweinehund“ Ihnen zuflüstert: „Komm, es reicht. Für heute ist es genug. Dafür machst Du morgen länger.“ Was man natürlich nicht tut. Ganz wichtig ist, dass Sie für Ihre herbstliche Outdoor-Bewegung die richtige Kleidung und das richtige Schuhwerk tragen. Die uralten, abgelatschten Turnschuhe und der schlabberige Trainingsanzug sind sicherlich falsch. Bequem und atmungsaktiv müssen die Sachen sein.

Kampf den Kalorienbomben

Jetzt kommen wir zu einem Herbstproblem, dem wir uns stellen müssen: Je kürzer und kühler die Tage werden, desto mehr steigt unser Bedürfnis nach energiereicher Nahrung. Wir haben Gelüste auf Schokolade, Kuchen, Süßigkeiten, Chips, gerösteten Erdnüssen und ähnlichem. Das sind schnelle Energiebringer, sie lassen den Zuckerspiegel rasch ansteigen, wir spüren den Energiezuwachs. Ich kann da nur warnen: Erstens sinkt der Zuckerspiegel danach sehr rasch wieder ab, man braucht noch mehr von diesen Sachen. Zweitens sind es natürlich Fett- und Kalorienbomben. Da unser Stoffwechsel im Herbst aber langsamer arbeitet, wandert die nicht verbrauchte Energie und das nicht verbrannte Fett in die körpereigenen Vorratslager: Das sind Oberarme, Hüften, Po und Oberschenkel. Wir wirken so der Herbstderpression zwar entgegen, bauen aber eine Frühjahrsdepression auf, weil wir ganz konsequent Kilo um Kilo zunehmen.

Gut drauf mit Herbstgemüse

Weil wir aber fröhlich und gesund durch den Herbst in den Winter kommen wollen, habe ich einen ganz einfachen Rat für Sie: Greifen Sie zu gesunden und langfristigen Energiebringern, die zudem noch die trübe Herbststimmung aufmuntern. Das sind Obst und Gemüse und Vollkornprodukte. Die bringen den Stoffwechsel in Schwung, die bringen vor allem die dringend benötigten Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Das sind die klassischen Zitrusfrüchte (Orange, Grapefruit und Zitrone), aber auch das frische Herbstgemüse und -obst, das jetzt auf die Märkte kommt. Zum Beispiel die Kohlsorten, das Sauerkraut, Paprika, Kürbis (beugt auch Blasenerkältungen vor), die vielen Beeren, erntefrischer Brokkoli. Jetzt sollten Sie auch die aus den frisch geernteten Früchten gepressten Säfte trinken: Hollundersaft, naturtrüber Apfelsaft, Saft von roten Trauben, Rote Bete-Saft. Holen Sie sich die Sommerstärke direkt aus unserem heimischen Obst und Gemüse - dort ist sie nämlich gelagert.

Herbstcheck für die Gesundheit

Da wir schon dabei sind: Machen Sie heute bei Ihrem Arzt einen Termin für einen Generalcheck. Das große Programm: Ultraschall, EKG, Bluttest. Sie müssen wissen, wo Sie stehen: Wie Ihre Harnsäure- und Cholesterinwerte sind, wie die Leber und die Nieren funktionieren, wie es um Ihren Blutzuckerspiegel steht. Was ist mit dem Blutdruck, Kreislauf, mit Ihrem Herzen? Alles checken.

Proteine die wir brauchen

Aber nicht nur mit den Vitaminen und Vitalstoffen aus Obst und Gemüse können wir gegen die Herbst-Depression angehen. Wir brauchen dazu auch Proteine Milch, Fisch und Fleisch. In diesen Nahrungsmitteln sind Spurenelemente enthalten, die für einen ausgeglichenen Körperhaushalt genau so wichtig sind wie zum Beispiel Vitamine. Beim Fleisch sollten Sie allerdings mehr auf Geflügelfleisch setzen, und auf die oft sehr fette Haut (vor allem bei gegrilltem Geflügel) verzichten. Halten Sie sich an eine einfache Faustregel: Die Hälfte Ihrer täglichen Nahrungsaufnahme sollte aus diesen Bestandteilen bestehen. Um Ihren Energiepegel den ganzen Tag über auf einem möglichst effizienten Stand zu halten, sollten Sie fünf kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Essen Sie nur dreimal am Tag, dann ergeben sich grosse Schwankungen mit absolut energieleeren Stunden. Das ist nicht gut.

Jetzt ist es höchste Zeit: Sie müssen ja nicht nur Ihren Körper herbst- und winterfest machen, sondern auch Ihre Garderobe. Also: Durchsicht, Ausmusterung und überlegen, was angeschafft werden muss. Ganz wichtig sind die richtigen Schuhe und eine wärmende Kopbedeckung. 90% unserer Körperwärme verlieren wir bei Kälte über den Kopf.

Viel trinken gegen trockene Heizungsluft

Es ist kühl geworden, wir schwitzen weniger. Automatisch verlieren wir einen Teil unseres Durstgefühls. Viele Menschen schrauben jetzt Ihren Flüssigkeitsbedarf zurück. Das ist grundlegend falsch. Unser Körper braucht auch im Herbst genau so viel Wasser zum Funktionieren wie im heißen Sommer. Zu wenig Flüssigkeit schwächt den Stoffwechsel, schädigt die Nieren in ihrer blutreinigenden Funktion, verdickt das Blut und kann so zu Kreislaufproblemen führen. Zusätzlich kommt jetzt der Heizungseffekt dazu: Wir verlieren ständig Flüssigkeit, die trockene Luft trocknet unsere Haut aus, die Lippen werden rissig. Versuchen Sie mit grosser Konsequenz zu jeder vollen Stunde einige Schlucke Wasser zu trinken. Es muss nicht immer Mineralwasser sein, unser heimisches Leitungswasser ist oft genau so gut. Oder greifen Sie zu ungesüßten Früchtetees. Jetzt im Herbst rate ich gerne zu einem belebenden und stärkenden Weißdorn-Tee (Herz, Kreislauf). Blüten und Blätter in der Apotheke kaufen, zerkleinern, mit heissem Wasser aufgiessen und einige Minuten ziehen lassen.

So bringen Sie den Darm in Schwung

Rettich oder Radieschen kommen auch im Herbst erntefrisch auf den Markt. Sie sollten sie jetzt verstärkt zu sich nehmen. In der kalten Jahreszeit ändert sich unsere Ernährung: Wir essen deftiger und fetter. Dagegen können wir natürlich mit den kalorienarmen und ballaststoffreichen Radieschen und Rettichen wunderbar angehen.

Beide haben die Inhaltstoffe Raphanol und Glucoraphanin - das sind schwefelhaltige ätherische Öle. Damit stärken sie den Magen, die Galle, die Leber und den Darm. Machen Sie ganz konsequent einen tag der Woche zum Rettich-Tag. Damit fördern Sie die Entgiftung und Entschlackung, Sie bringen Stoffwechsel und Verdauung in Schwung und Sie helfen der Leber bei der Fettverdauung.

Das könnte Sie auch interessieren