Fitness für Autofahrer

Fitness für Autofahrer

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Wir alle sitzen zu viel und bewegen uns zu wenig. Das trifft vor allem auf das Autofahren zu. Da werden - gerade zur Urlaubszeit - Hunderte von Kilometern runter gespult, und nur zum Tanken oder für eine "Pinkelpause" wird schnell ausgestiegen, der Rücken einmal durch gebogen - und schon geht es weiter. Das ist schlimm für den Kreislauf, die Wirbelsäule, generell für unser gesamtes Wohlbefinden. Dabei gibt es ganz einfache Übungen und Tipps, damit wir auch im Auto fit bleiben.

Beginnen wir mit dem Problem der Nachtfahrt. Die ist bei vielen Autofahrern beliebt, weil da die Autobahn (vielleicht) leerer ist und weil man den ersten Urlaubstag schon am Ziel ist und ihn nicht für die Anfahrt verbraucht. Generell sollten Sie die Nachtfahrt nicht vor 2.00 Uhr morgens beginnen und vorher unbedingt ein paar Stunden geschlafen haben. Bevor Sie starten: Fünf Minuten Stretch- und Dehnübungen, kräftig auf der Stelle laufen und die Arme kreisen lassen - das bringt den Kreislauf in Schwung.

Das ewige Thema Kaffee. Natürlich macht starker Kaffe wach, er ist auch gut fürs schnelle Denken und Ihre Reaktionen - aber seine wachmachende Wirkung setzt erst ca. 3 Stunden nach dem Genuss ein. Das müssen Sie einkalkulieren.

Pausen einhalten

Der gut gemeinte Rat: "Alle zwei Stunden 20 Minuten Pause" ist eigentlich illusorisch und unrealistisch. Jeder Mensch hat einen anderen Lebensrhythmus. Der eine braucht die Pause schon nach anderthalb Stunden anstrengender Autobahnfahrt oder nach ermüdendem Herumkurbeln auf schmalen Landstrassen, der andere ist auch noch nach drei Stunden fit. Aber der Körper sendet Warnsymptome, wenn er eine Pause braucht. Zum Beispiel:

  • Augenbrennen und immer häufigeres Zwinkern.
  • Sie stellen fest, dass Sie den Abstand nicht mehr einhalten und immer wieder zu dicht auffahren.
  • Die Fehler anderer Autofahrer beginnen Sie immer mehr zu nerven.
  • Hände und Finger liegen nicht mehr locke am und um das Lenkrad. sie verkrampfen.
  • Das Sitzen wird immer quälender, Sie rutschen immer öfter hin und her.
  • Sie haben das Gefühl, dass Ihnen gleich die Augen zufallen.

Leichte Ernährung belastet nicht den Magen

Ihre Ernährung ist viel wichtiger, als Sie annehmen. Auf keinen Fall vor einer langen Fahrt ein üppiges Mahl einnehmen. Nach dem Motto: "Dann halte ich lange durch." Das letzte Essen sollten Sie ca. zwei Stunden vor Abfahrt einnehmen: Viel Eiweiß (Milchprodukte, Fisch), gedünstetes Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, kein fettes Fleisch. Für unterwegs gut geeignet sind: Bananen, Äpfel, Tomaten, Weintrauben. Weniger gut sind dick belegte Wurstbrote, Süßigkeiten. Auch Schokolade ist nicht so gut, weil sie den Mund-Rachenraum schleimig macht und Sie Durst bekommen. Wenn Sie merken, dass Kraft und Konzentration nachlassen, dann hilft schnell ein Kraftriegel mit Weizenkeimen und Traubenzucker.

Trinken nicht vergessen

Die meisten Autos fahren mit Klimaanlage, das bedeutet, dass Sie eine extrem trockene Luft einatmen. Deshalb sollten Sie wirklich im Abstand von einer Stunde Flüssigkeit zu sich nehmen. Sehr gut sind stilles Mineralwasser, noch besser Apfelsaft-Schorle. Mit Kohlensäure versetztes Wasser ist nicht so gut, das bläht den Bauch auf. Gar nicht gut sind süße Limonaden, Kinderlimonaden, gesüßte Tees (Eistee) oder Coca-Cola. Die trockene Luft schadet auch den Augen: Sie trocknen aus, beginnen zu brennen. Dagegen hilft häufiges und heftiges Augenzwinkern: Das verteilt neue Tränenflüssigkeit auf der Augenoberfläche. Notfalls einen Wattebausch mit Wasser tränken und die Augen befeuchten.

Machen Sie aus Ihrem Auto einen "Sportwagen". Spannen Sie immer wieder bestimmte Muskelgruppe (Oberarme, Unterarme, Finger, Oberschenkel fest an - und lassen Sie wieder locker. Fünf- bis zehnmal. Das stört nicht beim Fahren, da Sie sich ja dabei nicht im Sitz bewegen.

Beziehen Sie auch andere Körpermuskeln dabei mit ein. Den Kaumuskel zum Beispiel: Beißen Sie auf die Zähne, lassen Sie wieder locker. Ziehen Sie den Bauch ein, entspannen Sie wieder. Diese Muskelspiele halten den Kreislauf in Schwung, das Gehirn wird gut mit Blut versorgt.

Besonders unsere Wirbelsäule ist beim Autofahren sehr stark belastet. Belasten Sie während der Fahrt immer mal wieder eine andere Rückenpartie, indem Sie sie fest gegen die Rückenlehne drücken. Bewegen Sie das Becken, indem Sie abwechselnd die Pomuskeln an- und entspannen.

Übungen für die Pause

Das alles aber kann nicht eine Pause ersetzen. Die sollte nicht zu kurz sein. Aussteigen, erst einmal ca. drei bis vier Minuten einfach nur herumgehen um die Blutzirkulation wieder in Gang zu bringen. Dann kurz auf den Fußballen gehen, abwechseln mit den Fersen. Danach in der Grätsche aufstellen, Armkreisen, danach versuchen Sie, mit der linken Hand den rechten Fuß zu berühren und umgekehrt. Im schnellen Wechsel ca. 10 bis 12 mal. Stellen Sie sich mit gegrätschten Beinen weg vom Auto auf, stützen Sie sich mit den Armen auf das Wagendach und drücken Sie sich acht- bis zwölfmal kräftig ab. Vor dem Beginn der Weiterfahrt sollten Sie sich fest auf den Boden stellen, den Oberkörper so weit Sie können nach links und nach rechts drehen. Danach können Sie die nächsten zwei- dreihundert Kilometer unter die Reifen nehmen.

Geistige Frische ist auf langen Fahrten genau so wichtig wie körperliche. Sprechen Sie mit dem Beifahrer: Über den bevorstehenden Urlaub, über Ihre Pläne, über Ausflüge, die Sie machen wollen. Versuchen Sie, so oft wie möglich den Blickwinkel zu verändern. Wer nur stur bei Tempo 150 den Auspuff seines Vordermanns im Auge hat, der wird schnell müde. Fahren Sie mit abwechselndem Tempo. Kauen Sie zwischendurch einen Kaugummi. Wählen Sie für lange Reisen die CD´s mit Ihrer Lieblingsmusik aus. Versuchen Sie auf keinen Fall, aufkommende Müdigkeit im Auto zu überwinden - raus auf den Parkplatz, Pause machen.