Feinstaub: Gefahr für Herz, Kreislauf und Lunge

Die Vorschriften sind verschärft worden, die Belastung aber wächst: Feinstaub gefährdet die Gesundheit von Millionen Menschen in Grossstädten. Die giftigen Partikel gelangen über unsere Atemwege ins Blut, schädigen Herz, Kreislauf und Lungre. Was Feinstaub ist, wie schädlich er ist, wo es die grössten Konzentrationen gibt, und was Sie dagegen machen können.

 

1. Was ist Feinstaub?

Als Feinstaub, Schwebstaub oder englisch "Particulate Matter" (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Die winzigen Partikel sind mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen. Lediglich während bestimmter Wetterlagen kann man Feinstaub in Form einer "Dunstglocke" sehen (Smog). Je nach Korngröße der Staubteilchen wird der Feinstaub unterteilt. Die Skala reicht bis zu Partikeln von nur 100 Milliardstel Meter.

2. Warum ist Feinstaub gefährlich?

Die Diskussion geht schon seit Jahren. Inzwischen weiss man mehr über die Gefährdung unserer Gesundheit durch Feinstäube. Das Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/feinstaub.htm) dazu:

"Es ist erwiesen, dass das Einatmen von Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen wirkt. Dies ist nicht nur dann der Fall, wenn sich an der Oberfläche von Stäuben gefährliche Stoffe wie Schwermetalle oder Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) anlagern. Auch die Staubpartikel selbst stellen ein Gesundheitsrisiko dar: Je kleiner die Staubpartikel sind, desto größer ist das Risiko zu erkranken. Kleine Partikel dringen nämlich tiefer in die Atemwege ein als größere. Dadurch gelangen sie in Bereiche, von wo sie beim Ausatmen nicht wieder ausgeschieden werden. Sie sind deshalb besonders gesundheitsschädlich. Ultrafeine Partikel können zudem über die Lungenbläschen in die Blutbahn vordringen und sich über das Blut im Körper verteilen. Deshalb können Störungen des einen Systems - wie etwa entzündliche Veränderungen im Atemtrakt - auch das andere System, also Herz oder Kreislauf, beeinträchtigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Untersuchungen festgestellt, dass Feinstaubkonzentration generell gesundheitsgefährdend sind. Nicht nur kurzzeitig erhöhte Konzentrationen führen zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen, gerade längerfristig vorliegende, geringere Konzentrationen wirken gesundheitsschädigend. Die Feinstaubbelastung sollte also so gering wie möglich sein.

3. Wo erfahre ich die aktuellen Feinstaubbelastungen?

An rund 450 Messstationen in Deutschland wird die Feinstaubkonzentration in der Luft gemessen und von den zuständigen Behörden der Länder aktuell im Internet veröffentlicht. Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht aktuelle Feinstaubdaten für ganz Deutschland in Kartenform und als Tabellen unter http://www.env-it.de/umweltbundesamt/luftdaten/index.html.

4. Wodurch entstehen gesundheitsgefährdende Feinstäube?

Das Bundesumweltamt nennt hier als Verursacher:

Wichtige Feinstaubquellen sind Kraftfahrzeuge (PKW, LKW, Traktoren) Kraft- und Fernheizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, der Schüttgutumschlag, die Tierhaltung sowie bestimmte Industrieprozesse. In Ballungsgebieten ist vor allem der Straßenverkehr eine bedeutende Feinstaubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren - vorrangig aus Dieselmotoren - in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes auf der Straßenoberfläche. Im Büro sind es Kopierer und Drucker.

5. Steigt die Feinstaubbelastung?

Trotz aller Gegenmassnahmen (Filter, Umweltzonen, verbesserte Bürotechniken) werden die Grenzwerte vielerorts an vielen Tagen weit überschritten. ADAC-Präsident Peters Meyer: "Die Umweltzonen haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. In einem Test in Städten mit und ohne Umweltzone wurden keine relevanten Unterschiede festgestellt. Umweltzonen sind ein Fehlschlag."

6. Wie wird unsere Gesundheit durch Feinstäube geschädigt?

Da die giftigen Partikel so unendlich klein sind, gelangen sie problemlos über die Atmung in die Lungenbläschen und von dort in die Blutbahn. Dadurch kommt es zu Schädigungen der Lunge und der Atemwege (verringerte Lungenkapazität, chronische Bronchitis etc.). Ebenfalls angegriffen wird das Immunsystem, das herz und der Kreislauf (Bluthochdruck). Bei Kindern die in Gebieten mit starker Feinstaubbelastung aufwachsen kommt es häufiger zu Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen. Das ergab eine Studie des Instituts für Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums München.

Weitere Studien haben inzwischen ergeben, dass auch das Gehirn durch Feinstaub-Partikel geschädigt wird. Diese gelangen übers Blut bis ins Gehirn und verursachen dort entzündliche Reaktionen, die zu einer reduzierten geistigen Leistungsfähigkeit führen können. Eine Studie der Harvard School of Public Health hat nachgewiesen, dass mit steigender Luftverschmutzung die Denkleistung von Kindern sinkt.

7. Was können Sie gegen Feinstaub tun?

  • Altfahrzeuge mit einer vollwertigen Partikelabscheidung nachrüsten
  • Privatfahrten verringern
  • Keine Holz- oder Laubverbrennung im Garten
  • Kein Arbeitsplatz in der Nähe eines Laserdruckers
  • Rüsten Sie solche Geräte notfalls mit einem Feinstaubfilter nach
  • Zigarettenrauch enthält viel giftigen Feinstaub - Rauchen einstellen
  • Wenn in Ihrem Wohngebiet die Grenzwerte überschritten werden, Fenster geschlossen halten
  • Bei Grenzwertüberschreitungen kein Sport im Freien
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