Demenz: Diese Faktoren machen Sie krank

Demenz: Diese Faktoren machen Sie krank

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Die Alterserkrankung Demenz trifft immer mehr Menschen. Sie wird wohl das grösste Gesundheitsproblem unserer Zukunft. Nun meinen sehr viele Menschen: Demenz ist genetisch bedingt und nicht vermeidbar, sie ist ein Schicksalsschlag der jeden treffen kann. Und damit auch die betroffenen Familien. Inzwischen ist jedoch die Medizinforschung weiter und hat etliche Faktoren entschlüsselt die zur Demenz führen. 

Wenn Sie diese Faktoren bei sich entdecken und dagegen angehen, dann vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit, das Sie einer Demenz vorbeugen, sie hinausschieben oder sie gar nicht erst erdulden müssen. Es ist also sehr sinnvoll wenn Sie wissen, welche Faktoren Sie krank machen.

Schwerhörigkeit führt in die Demenz

Schwerhörigkeit ist ein Seniorenschicksal. Von Jahr zu Jahr verschlechtert sich das Hörvermögen, Ihr Sozialleben leidet, Sie fühlen sich ausgegrenzt weil Sie Ihre Umwelt nicht mehr richtig verstehen. Auch das Gehirn wird durch die Schwerhörigkeit geschädigt. Schwerhörige Menschen verlieren ihre geistigen Fähigkeiten sehr viel schneller als ihre Altersgenossen die noch gut hören können. Dieser Zusammenhang wurde von Medizinforschern ihn den USA entdeckt. Da gibt es nur einen Rat: Die Schwerhörigkeit erkennen, sie beachten - und zum Hörgerät greifen. Das müssen Sie aber in Zusammenarbeit mit Ihrem Ohrenarzt und einem Hörgerätespezialisten aussuchen.

Säureblocker und Ihr Demenzrisiko

Im Alter wird der Magen immer empfindlicher. Er macht Ärger, er schmerzt. Vor allem in der Nacht, wenn überschüssige Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und dort zu brennenden Schmerzen führt. Gegen solche Reflux-Probleme werden meist Säureblocker verschrieben. Wenn die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, dann geschieht das nicht ohne Nebenwirkungen. Innerhalb einer Studie wurde festgestellt, das Senioren die solche Säureblocker über einen längeren Zeitraum einnahmen eine um 44 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit hatten an Demenz zur erkranken, als Probanden, die keine Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) einnahmen.  Ob die Säureblocker oder ein noch unbekannter gemeinsamer Faktor das Demenzrisiko erhöhten muss noch genau erforscht werden. Auf jeden Fall gilt: Säureblocker nur dann einnehmen, wenn sie unbedingt nötig sind.

Sonnenlicht schützt vor Demenz

Ältere Menschen meiden die Sonne und suchen lieber den Schatten. Das ist völlig in Ordnung und gesünder. Aber ein gewisses Quantum an Sonnenbestrahlung brauchen Sie auch im Alter. Denn nur mit Hilfe des Sonnenlichts kann der Körper das Vitamin D bilden. Bekommt die Haut zu wenig Sonnenlicht, gerät der menschliche Organismus in eine Mangelsituation. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Demenz um fast die Hälfte. Also: Täglich mindestens eine halbe Stunde Sonnenbestrahlung. Einige Nahrungsmittel enthalten zwar Vitamin D, zum Beispiel Fische, aber fast 90 Prozent des Bedarfs muss der Körper selbst herstellen. Und dazu braucht er genügend Sonnenlicht.

Medikamente können das Demenzrisiko erhöhen

Die Nächte sind im Alter nicht immer erholsam: Schlafstörungen, Depressionen oder häufiger Harndrang (Inkontinenz) halten Sie wach oder zwingen Sie zum Aufstehen. Wenn Sie deswegen über einen längeren Zeitraum die entsprechenden Medikamente einnehmen, dann scheint sich das Risiko für eine Demenz zu erhöhen. Auch dann noch wenn die Medikamente abgesetzt wurden. Viele dieser Medikamente enthalten Anticholinergika. Die helfen zwar, beeinträchtigen als Nebenwirkung aber die Gehirntätigkeit und erhöhen das Demenzrisiko. Bitte setzen Sie nur niedrigste Dosierungen ein und beenden Sie die Behandlung mit diesen Medikamenten wenn Sie die Nebenwirkungen verspüren. Sehr oft helfen bei diesen Problemen Mittel aus der Natur- und Erfahrungsmedizin auf natürliches Basis.

Mentaler Stress macht Sie anfällig für eine Demenz

Sie sind ein eher unsicherer Mensch, reagieren emotional sehr schnell und heftig, regen sich leicht auf, sind nervös, ängstlich launisch und unkontrolliert - dann ist Ihr Demenzrisiko höher als bei einem gefestigten und sicheren Menschen. Trainieren Sie Ihr Selbstbewusstsein. Lernen Sie mit emotionalem Stress fertig zu werden. Besonders belastend sind eine Scheidung, der Tod des Partners oder zum Beispiel psychisch kranke Angehörige. Eine Langzeitstudie der Universität Göteborg wies nach, das besonders Frauen durch solche Ereignisse ein höheres Demenzrisiko entwickeln als Männer. Möglicherweise führt dieser Stress zu hormonellen Veränderungen, die auf das zentrale Nervensystem eine negative Auswirkung haben. Dazu gehören auch die Probleme einsam sein und sich einsam fühlen. Menschen die unter diesen Problemen leiden haben ein zweieinhalb mal höheres Risiko schnell in eine Demenz hineinzugleiten als Menschen, die Kontakte haben, einen beständigen Freundeskreis oder ein ausgefülltes Familienleben mit den Enkeln. Knüpfen Sie rechtzeitig ein stabiles soziales Netz.

Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes  fördern die Entstehung einer Demenz

Nicht nur mental, sonder auch körperlich gibt es grosse Demenzrisiken. Dazu gehören ein schon in frühen Jahren beginnender Bluthochdruck und Diabetes.  Menschen mit diesen Gesundheitsproblemen werden im Durchschnitt zwei Jahre früher altersdement als Ihre Altersgenossen die keinen Diabetes und keinen Bluthochdruck haben. Besonders ein über viele Jahre nicht erkannter hoher Blutdruck erhöhte die Demenz-Gefahr um 62 Prozent, wenn er schon ab dem 32. Lebensjahr auftritt. Auch das Rauchen unterstützt die Ausbildung einer Demenz. Nikotin verengt die Gefässe, das behindert die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen. Es kommt zu Einbußen im Denkvermögen - das führt in die Demenz.

Starke Luftverschmutzung ist schuld am Demenz-Risiko

Wir alle leiden unter der ständig wachsenden Luftverschmutzung. Vor allem wenn wir in den großen Städten wohnen. In einer Studie mit älteren Frauen wurde nachgewiesen, dass alle, die in einem Großstadtviertel mit sehr hoher Luftverschmutzung lebten, ein um 93 Prozent höheres Risiko hatten an Demenz zum erkranken, als Frauen, die in einer ländlichen Gegend wohnten. Wie die mikroskopisch kleinen Feinstaubpartikel ins Gehirn gelangen ist noch unklar. Es wird vermutet, dass sie mit dem Blut dorthin transportiert werden.