Darmkrebs-Vorsorge rettet Ihr Leben

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 30.000 Menschen an Darmkrebs. Dabei gibt es Methoden der Früherkennung, mit denen man in 9 von 10 Fällen die Krankheit heilen oder verhindern könnte. Die Erkenntnisse von heute zeigen, dass niemand an Darmkrebs sterben muss. Die Voraussetzung dafür: Die Darmkrebs-Vorsorge muss für alle so selbstverständlich sein wie die Zahnvorsorge.

 

Falsches Essen schädigt den Darm

Der Darm ist das Zentrum unseres Lebens: Hier wird zu 70 Prozent unsere Immunkraft aufgebaut. Hier wird die Nahrung für unseren Körper verwertet und aufgeschlossen. Hier gehen Tag für Tag, Stunde für Stunde ungeheure biochemische Vorgänge vor sich. Was können wir tun, damit dieser Darm ein Leben lang gesund bleibt ? Wie sollten wir uns ernähren, damit das Krebsrisiko niedrig bleibt? Wie sehr leidet unser Darm unter Stress und Ärger?

Warum ist es so wichtig, dass man so früh wie möglich den Darm bei den ersten Verdachtsmomenten für Krebs mit Hilfe einer Darmspiegelung untersuchen lässt ? Ganz einfach: Weil in Deutschland 57.000 Menschen alljährlich neu an diesem tückischen Tumor erkranken und 30.000 davon sterben müssen, weil die Krankheit im Darm zu spät entdeckt wurde. Das passiert, weil wir uns ums Herz, um das Blut , um die Leber kümmern, aber viel zu wenig um unseren Darm. Wir müssen uns immer vor Augen halten: Falsches Essen, vor allem zuviel Fleisch, Stress, Medikamente und Umweltschadstoffe schädigen nicht nur den Magen, sondern auch den Darm. Der Darm muss ja alles, was wir dem Körper zuführen, kontrollieren, sichten, zerlegen, verwerten. Wenn er bei dieser Arbeit nachlässt, dann wird der ganze Organismus vergiftet.

Darmpolypen sind ein Alarmzeichen

Das erste Anzeichen, dass im Darm Vieles nicht so läuft, wie es soll, ist die Entstehung von Darmpolypen an der Dickdarm-Innenwand. Mit einem Endoskop kann der Fachmann die Polypen im Frühstadium erkennen, kann sie abtragen. Aus diesen vorerst meist harmlosen Polypen entwickelt sich sehr oft Darmkrebs. Das dauert aber in den meisten Fällen bis zu 10 Jahre.

Es gibt natürlich auch eine Reihe von anderen Krankheiten, die den Darm belasten. Dazu gehören: der Reizdarm, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Entleerungsstörungen. Jeder hat schon dann und wann an Verdauungsstörungen gelitten. Kritisch wird es erst, wenn diese Störungen chronisch werden. Anhaltende Probleme müssen daher immer vom Arzt abgeklärt werden.

Das "Gehirn" im Bauch

Vielen Menschen ist auch nicht bewusst: Ärger, Stress und seelische Verstimmungen können sich negativ auf den Darm auswirken, weil der Darm ähnlich wie bei einer Datenautobahn mit dem Gehirn über den Vagus-Nerv verbunden ist. In beiden Organen agieren die gleichen Nervenzellen und die gleichen Botenstoffe. Und sie kommunizieren miteinander. Was im Darm geschieht, wirkt sich aufs Gehirn aus. Was im Gehirn entsteht, hat seine Auswirkungen auf den Darm. Ein typischer Ausspruch zeigt das deutlich: „Ich mach mich an vor Angst!“

Prof. Dr. Michael Gershon von der Universität New York, der diese Verbindung zwischen Gehirn und Darm nachgewiesen hat, spricht von einem „zweiten Gehirn im Bauch“. Und das sind die Anzeichen, die wir bei Darmbeschwerden ernst nehmen sollten:

  • Verdächtig ist bleistiftdünner Kot. Er deutet auf eine Verengung durch Polypen hin.
  • Blut im Kot kann aus dem Dickdarm stammen.
  • Verstopfung und Durchfall, die länger als 3 bis 5 Tage dauern, sollten ärztlich kontrolliert werden.
  • Ein plötzlicher Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursachen, aber auch ständige Appetitlosigkeit können Zeichen einer chronischen Darmentzündung sein.

Vorsorge mit Messer und Gabel

Das alles mag unser Darm gar nicht: große Mengen starken Bohnenkaffee, aktives und passives Rauchen, scharfes Essen, Alkohol, mangelnde Bewegung und Medikamente. Dazu gehören vor allem zu große Mengen an Antibiotika. Sie zerstören die Darmflora, die Welt der guten, schützenden Darm-Bakterien. Hier werden Vitamine erzeugt, hier werden alle lebenswichtigen Stoffe aus den verdauten Speisen geholt und durch die Darmwand dem Blut zugeführt. Hier werden feindliche, gefährliche Bakterien bekämpft und eliminiert. Hier werden 70 Prozent der Immunkraft für den ganzen Organismus aufgebaut.

Ganz wichtig: Man kann mit Messer und Gabel Prävention betreiben. Man kann mit gezielter Ernährung das Risiko für Darmkrebs senken. Üppiges Essen, hastiges Essen, zu fettes und zu süßes Essen schaden dem Darm. Auch zuviel Salz. Wir sollen reichlich Ballaststoffe, viel Obst und Gemüse, weniger Fleisch und nur selten Wurst essen. Wir sollten viel Flüssigkeit zu uns nehmen, damit Giftstoffe abtransportiert werden. Wir sollten tierische Fette durch Pflanzenöle ersetzen.

Wir sollten Speisen zuführen, die uns mit Vitamin C und D, mit Beta Carotin und mit Selen versorgen. Wir sollten aber auch die Schutzfunktionen der sekundären Pflanzenstoffe nützen: Zitrusfrüchte enthalten Naringenin, Sellerie und Petersilie sowie Thymian sind reich an Apigenin, Zwiebeln, Grünkohl, Äpfel liefern uns Quercetin und Polyphenole, Äpfel und Tee verfügen über Catechine, Kirschen, blaue Trauben, schwarze Johannisbeere und Heidelbeeren versorgen uns mit dem dunklen Farbstoff Anthocyan.

Speziell dieses Gemüse stellt eine interessante Darmkrebs-Vorsorge dar:

  • sämtliches Kohlgemüse
  • Tomaten, Kürbis, Sauerkraut
  • milchsauer vergorene Gemüsesäfte.
  • Ganz wichtig für den Darm: 5 mal am Tag Obst und Gemüse in allen Farben, soviel man in eine Hand hineinbekommt.
  • Für ein vermindertes Krebsrisiko im Darm brauchen wir täglich 30 bis 35 Gramm Ballaststoffe, weniger Fett , nicht zuviel rotes Fleisch. Wir sollten auf Alkohol und Nikotin verzichten.

Was die regelmäßige Bewegung betrifft: Radfahren tut dem Darm gut. Aber auch die Gymnastik-Übung in Rückenlage Radfahren mit den Beinen in der Luft. Oder mehrmals am Tag Bauchschnellen, um die Darmpassage zu fördern. Dabei mit angezogenen Knien auf den Rücken legen.

Die richtige Darmkrebs-Vorsorge

Und so sieht die vorbildliche Darmvorsorge aus, mit der man das Krebsrisiko senken kann: Ab dem 45.Lebensjahr jedes Jahr zum Arzt gehen. Einen Test auf Blut im Stuhl machen. Alle 3 bis 5 Jahre Spiegelung des Enddarms. Einmal im Leben eine vollständige Dickdarmspiegelung. Es gibt aber auch einen Vortest für den Darm, den man selbst ganz einfach zu Hause durchführen kann. Es handelt sich um einen Antikörpertest, der nachweist, ob im Darm kleinste Blutspuren vorhanden sind oder nicht. Dieses Blut kommt von Darm-Polypen. Gibt der Test aus der Apotheke ein Alarmzeichen, muss man zur Darm-Spiegelung. Sie wird seit 2002 bei Frauen und Männer ab 55 als Darmvorsorge von den Krankenkassen erstattet.

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