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Darmkrebs: Hilfe und Vorsorge

Darmkrebs: Hilfe und Vorsorge

© Alexander Raths - Fotolia.com

Jedes Jahr sterben in Deutschland 30.000 Menschen an Darmkrebs. Dabei gibt es Methoden der Früherkennung, mit denen man in 9 von 10 Fällen die Krankheit heilen oder verhindern kann. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse von heute zeigen, dass niemand an Darmkrebs sterben muss. Die Voraussetzung dafür: Die Darmkrebs-Vorsorge muss für alle so selbstverständlich sein wie die Zahnvorsorge.

Der Darm ist das Zentrum unseres Lebens: Hier wird unsere Immunkraft aufgebaut. Hier wird die Nahrung für unseren Körper verwertet und aufgeschlossen. Hier gehen Tag für Tag, Stunde für Stunde ungeheure biochemische Vorgänge vor sich. Was können wir tun, damit dieser Darm ein Leben lang gesund bleibt? Wie sollten wir uns ernähren, damit das Krebsrisiko niedrig bleibt? Wie sehr leidet unser Darm unter Streß und Ärger? Und warum ist eine Darmspiegelung so wichtig und kann Leben retten ?

Warum ist es so wichtig,daß man so früh wie möglich den Darm nach ersten Anzeichen von Krebs untersuchen läßt ? Weil in Deutschland 57.000 Menschen alljährlich neu an diesem tückischen Tumor erkranken und 30.000 davon sterben müssen, weil der Tumor im Darm zu spät entdeckt wurde. Das passiert, weil wir uns ums Herz, um das Blut , um die Leber kümmern, aber viel zu wenig um unseren Darm.

Falsches Essen, vor allem zuviel Fleisch, Streß, Medikamente und Umweltschadstoffe schädigen nicht nur den Magen, sondern auch den Darm. Der Darm muß ja alles, was wir dem Körper zuführen kontrollieren, sichten, zerlegen, verwerten. Wenn er nachläßt, dann wird der ganze Organismus vergiftet.

Das erste Anzeichen, das im Darm Vieles nicht so läuft, wie es soll, ist die Entstehung von Darmpolypen an der Dickdarm-Innenwand. Mit einem Endoskop kann der Fachmann die Polypen im Frühstadium erkennen, kann sie abtragen. Aus diesen Polypen entwickelt sich sehr oft Darmkrebs. Das dauert aber oft bis zu 10 Jahren.

Diese Krankheiten belasten den Darm

Ein Reizdarm, weiters Blähungen, Verstopfung, Durchfall. Jeder hat schon dann und wann an Verdauungsstörungen gelitten. Kritisch wird es erst, wenn diese Störungen chronisch werden. Anhaltende Probleme müssen daher immer vom Arzt abgeklärt werden. Wieso können sich auch seelische Stimmungen, Ärger und Streß negativ auf den Darm auswirken? Weil der Darm wie mit einer Datenautobahn mit dem Gehirn über den Vagus-Nerv verbunden ist. In beiden Organen agieren die gleichen Nervenzellen und die gleichen Botenstoffe. Und sie kommunizieren miteinander. Was im Darm geschieht, wirkt sich aufs Gehirn aus. Was im Gehirn entsteht, hat seine Auswirkungen auf den Darm. Ein typischer Ausspruch zeigt das deutlich: „Ich mach mich an vor Angst!“ Prof. Dr.Michael Gershon von der Universität New York, hat diese Verbindung zwischen Gehirn und Darm nachgewiesen. Er spricht von einem „zweiten Gehirn im Bauch“.

Was für Anzeichen sollten wir bei Darmbeschwerden ernst nehmen?

Wir sollten regelmäßig den Stuhl kontrollieren. Vedächtig ist bleistift-dünner Kot. Er deutet auf eine Verengung durch Polypen hin. Blut im Kot kann aus dem Dickdarm stammen. Verstopfung und Durchfall, die länger als 3 bis 5 Tage dauern, sollten ärztlich kontrolliert werden. Ein plötzlicher Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursachen, oder aber Appetitlosigkeit können Zeichen einer chronischen Darmentzündung sein.

 

Was schadet dem Darm

Zuviel Kaffee, Rauchen, Alkohol, scharfes Essen. mangelnde Bewegung, Medikamente. Vor allem Antibiotika, welche die Darmflora zerstören. Diese aber ist sehr wichtig für unsere Gesundheit. Die Darmflora ist die Welt der positiven, gesundheitsfördernden Darm-Bakterien. Hier werden Vitamine erzeugt, alle lebenswichtigen Stoffe aus den verdauten Speisen geholt und durch die Darmwand dem Blut zugeführt. Hier werden feindliche Bakterien bekämpft und eliminiert. Hier werden 70 Prozent der Immunkraft für den ganzen Organismus aufgebaut. Üppiges Essen, hastiges Essen, zu fettes und zu süßes Essen schaden dem Darm. Auch zuviel Salz. Wir sollten reichlich Ballasstoffe, viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch essen. Wir sollten viel Flüssigkeit zu uns nehmen, damit Giftstoffe abtransportiert werden.

 

Was hilft dem Darm

Wir sollten tierische Fette durch Pflanzenöle ersetzen. Wir sollten Speisen zuführen,die uns mit Vitamin C und D,mit Beta Carotin und mit Selen versorgen. Wir sollten aber auch die Schutzfunktionen der sekundären Pflanzenstoffe nützen: Zitrusfrüchte enthalten Naringenin, Sellerie und Petersilie sowie Thymian Apigenin, Zwiebeln, Grünkohl, Äpfel Quercetin und Polyphenole, Äpfel und Tee Catechine, Kirschen, Trauben, schwarze Johannisbeere Cyanidine.

 

Folgendes Gemüse stellt eine interessante Darmkrebs-Vorsorge dar: alle Kohlgemüse, Tomaten. Ganz wichtig für den Darm: 5 Mal am Tag Obst und Gemüse in allen Farben, soviel man in eine Hand hineinbekommt. Für ein vermindertes Krebsrisiko im Darm brauchen wir täglich 30 bis 35 Gramm Ballaststoffe, weniger Fett,kein rotes Fleisch, keinen Alkohol, kein Nikotin. Wir sollten Milchsäur-Bakterien zuführen: mit Sauerkraut, Brottrunk, milchsauer vergorene Gemüsesäfte.

Welche Bewegung tut dem Darm gut? Radfahren im Liegen. Wie ein Storch auf einen Bein stehen,den anderen Oberschenkel heranziehen, mit den Armen umfassen, an den Bauch ziehen, 15 Sekunden so bleiben. Mehrmals am Tag Bauchschnellen, um die Darmpassage zu fördern. Bauch herausstrecken, Bauch einziehen, Bauch herausstrecken, Bauch einziehen. Viele Male. Dabei mit angezogenen Knien auf den Rücken legen. Sehr sinnvoll sind auch Entspannungs-Übungen.

 

Mit welchen Maßnahmen kann man den Darm gesund erhalten? Auf das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper achten. Giftstoffe meiden. Keine Hungerkuren machen. Wenn man die Ernährung umstellt - etwa auf Vollkorn - , dann bitte langsam.

Krebsvorsorge - Was sie wissen müssen

Der Stuhltest nach Blut ist so wichtig,weil man damit nicht sichtbares Blut entdecken kann. Das Blut kommt von den Polypen im Dickdarm. Auch wenn das Eindringen eines Koloskops für die Spiegelung auf den ersten Blick Angst macht, es ist unkompliziert und tut nicht weh. Der Arzt gibt dem Patienten Tage zuvor eine Salz- und Reinigungslösung zum Trinken. Damit entfernt man einige Stunden vor der Untersuchung jegliche Rest vom Darminhalt. Das Trinken dieser Spüllösung ist das Unangenehmste. Der Arzt schiebt durch den After einen langen,biegsamen Schlauch mit einer winzigen Kamera in den Dickdarm bis zum Übergang in den Dünndarm.Die Schleimhaut wird Zentimeter für Zentimeter untersucht.Man liegt auf deer Seite und kann das Geschehen beobachten,wenn man will. Wer das nicht miterleben will, der kann sich ein Beruhigungsmittel geben lasssen und befindet sich in einer leichten Narkose. Entdeckt der Arzt Polypen, dann können die mit einer Schlinge sofort abgetragen werden.

Wie sieht die vorbildliche Darmvorsorge aus, um das Krebsrisiko zu senken?

Ab dem 45.Lebensjahr jedes Jahr zum Arzt gehen. Test auf Blut im Stuhl machen. Alle 3 bis 5 Jahre Spiegelung des Enddarms. Einmal im Leben eine vollständige Dickdarmspiegelung. Man arbeitet an zukünftigen Untersuchungen. Doch am sichersten ist derzeit die Darmspiegelung in Kombination mit der Stuhlkontrolle. Und diese Möglichkeit sollte jeder nützen, zumal seit Oktober 2002 jeder ab 55 die Darm-Vorsorge von den Krankenkassen erstattet wird.

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