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Chili gegen Schmerzen

Chili, das scharfe Gewürz aus Südamerika und Südostasien, erobert unsere Küche. Das ist gut so, denn diese kleinen roten Teufelchen sind nicht nur höllisch scharf - sie sind auch ein Wunder an Heilkraft. Sie liefern Vitamine, stärken unsere Immunkraft, töten Bakterien ab und schaffen Glücksgefühle. Deshalb: wer sie verträgt, der sollte immer mal wieder zu Chilischoten greifen.

Gesunde Lebensmittel - Chili gegen Schmerzen Foto:© Rynio Productions - Fotolia.com
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Chili, schärfer als Paprika

Chili-Schoten sind die kleine und sehr viel schärfere Variante des Paprikas. Sie sind eine nachgewiesene Naturarznei mit sovielen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Chilis liefern reichlich Vitamin C und Vitamin E, schützen uns daher vor Erkältungen und stärken die Immunkraft. Der Hauptwirkstoff ist das Capsaicin. Und dieses Capsaicin hilft uns, so manche Eßsünde zu entschärfen. Es fördert die Verdauung und wirkt antibakteriell. Das bedeutet in der Praxis: Wer in der Küche Chilis verarbeitet, der sorgt dafür, dass krankheitserregende Bakterien in Magen und Darm abgetötet werden. Auch Pilze kann man damit besiegen.

Es ist daher verständlich, dass in heißen Ländern, wo das Klima das Bakterienwachstum enorm begünstigt, scharf gekocht wird. Es gibt übrigens besonders scharfe Chili-Sorten wie den Red Savina Habanero. Dieser Chili ist eine Herausforderung. Er verfügt - was den Schärfegrad betrifft - über 560.000 sogenannte Scoville-Einheiten. Man beachte: Ab 2.000 Scoville-Einheiten spricht man bereist von einem scharfen Chili. Daher nimmt man den Red Savina Habanero nicht mehr als Geschmack, sondern nur mehr als Schmerz wahr.

Was passiert nun eigentlich, wenn man Chilis konsumiert? Da passiert sehr viel im Organismus:

Es kommt durch die Chili-Schärfe im Körper zu einer Stresssituation. Es werden körpereigene Opiate - sogenannte Endorphine - ausgeschüttet. Sie regulieren nicht nur den Schärfe-Schmerz, sondern schaffen in uns ein Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit. Daher erzeugt scharfes Essen ein euphorisches Gefühl, ähnlich wie beim Laufsport. Die Magendrüsen werden angeregt, vermehrt Säure zu bilden. Das regt die Verdauung an. Das Herzschlag-Volumen wird verstärkt. Das bedeutet: Das Herz wird gestärkt und pumpt besser das Blut durch die Gefäße. Dadurch kann das Blut weniger verklumpen und bleibt flüssig. Das ist eine gute Unterstützung von Herz und Kreislauf.

Damit können Chilis aber auch das Risiko für eine Thrombose senken.

An der Poliklinik der Technischen Universität München wiesen Forscher nach, dass die Chili-Wirkstoffe einen vollen und trägen Magen anregen, dass er den Speisebrei schneller als sonst an den Dünndarm abgibt. Damit wird die Verdauung beschleunigt.

Außerdem können die Wirkstoffe der Chilis das gefürchtete Bakterium "Helicobacter pylori" bekämpfen, das die Ursache für Magen- Geschwüre, Magenschleimhaut-Entzündung und unter Umständen auch für Krebs-Entstehung ist.

Man hat in den Chilis einen Stoff entdeckt, den man zuerst für ein Vitamin gehalten und als Vitamin P bezeichnet hat. Heute weiß man, dass es sich um einen Flavonoid-Farbstoff handelt, der für die Leuchtkraft der Chilis verantwortlich ist. Forscher an der Universität von Alabama in Birmingham haben nachgewiesen, das dieser Farbstoff in den Chilis vor Herzerkrankungen, vor frühzeitigem Altern und vor chronischen Gelenks-Beschwerden hilft.

Capsaicin lindert Nervenschmerzen

Viele von uns essen mit Leidenschaft, vor allem aber zu oft und zuviel. Die Folge: Übergewicht und zu hohe Cholesterinwerte. Kalorienreiche Mahlzeiten lassen sich durch Chili entschärfen. Wenn man mit Chili würzte, dann wird nach dem Essen die innere Erwärmung des Körpers angeheizt. Und dabei werden überschüssige Kalorien regelrecht verbrannt. Durch die Schärfe wird der Stoffwechsel angeregt, was zu einem verstärkten Energieumsatz führt.

Das Capsaicin in der Chili-Schote löst Verspannungen, lindert Nerven-Schmerzen bei einer Gürtelrose. Das hat Prof. Dr. Jörg Häseler vom Deutschen Institut für Ernährungs-Forschung in Potsdam in einer Studie festgestellt.

Eines aber muss man bedenken: Wer einen empfindlichen Magen hat oder sehr oft unter Sodbrennen leidet, der sollte sparsam mit Chili-Schoten oder Chili-Pulver in der Küche umgehen, oder sollte besser ganz darauf verzichten.

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