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Brain-Fitness: So bleibt Ihr Gehirn fit

Demenz, Alzheimer, Vergesslichkeit - im Alter ist unser Gehirn in Gefahr, seine Leistung lässt nach. Dagegen müssen wir rechtzeitig angehen. Wie Sie das Gehirn fit und gesund erhalten, wie Sie es trainieren können, warum es körperliche Bewegung braucht und was die richtige Nahrung für Ihre grauen Zellen ist.

Vitalität - Brain-Fitness: So bleibt Ihr Gehirn fit Foto:© PhotoSG - Fotolia.com
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Fitness fürs Gehirn lernen

Kennen Sie das? Man kann sich nicht konzentrieren, vergisst wichtige Termine und muss sich eingestehen, dass man plötzlich vertraute Namen, Adressen und Telefonnummern nicht mehr weiß. Das ist keine Frage des Alters. Das hat absolut nichts mit einem ersten Symptom für eine Demenz-Erkrankung zu tun. Das passiert oft auch jungen Menschen. Das ist eine Frage der geistigen Konstitution. In den letzten Jahren haben Studien eindeutig bewiesen, dass jeder von uns sein Gehirn trainieren kann. Und das sich - allen ursprünglichen Behauptungen zum Trotz - Gehirnzellen sehr wohl wieder nachbilden können. Man kann somit Fitness fürs Gehirn lernen.

Wichtig: Eine gute Durchblutung

Das Gehirn ist ein kostbares, aber auch sehr heikles Organ. Es besteht aus dem Großhirn, dem Kleinhirn und dem Mittelhirn, und es beherbergt über 10 Milliarden Nervenzellen. Kein anderes Organ ist bei einem Rückgang der Durchblutung so schnell und so intensiv gefährdet. Wenn die Blutzufuhr gestört ist, können die Gehirnzellen binnen weniger Minuten absterben. Das passiert zum Beispiel bei einem Schlaganfall.

Daher ist oft die erste Handlung des Arztes, bei Vergesslichkeit die Durchblutung im Kopfbereich des Patienten messen zu lassen. Wenn es Störungen der Durchblutung in den feinsten Blutgefäßen im Bereich des Kopfes und damit auch des Gehirns gibt, dann setzt die Medizin heute den hochdosierten Extrakt aus dem Blatt des Ginkgo-Baumes ein. Studien am Institut für Mikrozirkulation in Berlin haben ergeben, dass dieser Extrakt in relativ kurzer Zeit die Kapillaren - die feinsten Blutgefäße - wieder regeneriert und einen schnellen Durchfluss des Blutes wieder herstellen kann. In vielen Fällen kehrt damit auch wieder die geistige Fitness zurück. Eine bessere Durchblutung im Kopf schafft man aber auch mit Knoblauch, mit Fischöl- oder Krillöl-Präparaten aus der Apotheke.

Das Gehirn braucht viel Sauerstoff

Durchblutungsstörungen sind aber nur eine von vielen Ursachen für die Vergesslichkeit, Denkblockaden und für Konzentrationsstörungen. Unser Gehirn und sein Umfeld müssen mit vielen anderen Grundsubstanzen, Nährstoffen und Bedürfnissen des Lebens versorgt werden. Das alles braucht unser Gehirn für optimales Denken, für gute Konzentration, für ein schnelles Erinnerungsvermögen. Das alles gehört zum geistigen Fitness-Programm :

Unser Gehirn braucht Sauerstoff. Lernen Sie nicht ohne Pause viele Stunden lang in einem Stück . Sie müssen zwischendurch hinaus ins Freie, sollten Atemübungen machen. Unser Gehirn braucht viel Sauerstoff. Es wiegt zwar nur 2 Prozent unseres Körpergewichts. Aber es beansprucht 40 Prozent unseres eingeatmeten Sauerstoffs.Treiben Sie in Lern-Pausen Freizeitsport: Radfahren, Joggen, Gymnastik-Übungen . Auch dabei kann das Gehirn mehr Sauerstoff aufnehmen. Außerdem werden Verspannungen von Nacken und Rücken, die durch zu langes Sitzen entstanden sind, abgebaut. Diese Verspannungen blockieren ebenfalls das Denken.

Unser Gehirn braucht Flüssigkeit. Trinken Sie über den Tag verteilt, wenn Sie geistig fit bleiben wollen, 2 Liter stilles Mineralwasser oder gutes Leitungswasser. Unser Gehirn besteht zu 70 Prozent aus Wasser, kann also nur im feuchten Milieu aktiv sein. Wer beim Lernen zu wenig trinkt, wird denkfaul, kann sich nichts merken. Man hat das an Schulen beobachtet: Wenn Kinder sich während des Unterrichts nicht mehr konzentrieren können, lässt man sie einfach in den Waschraum zum Wasser trinken.

Wer zu wenig trinkt, baut ab

Die Folge: Mädchen und Jungen sind danach wieder voll fit im Kopf. Übrigens: Es muss nicht immer nur Wasser sein. Ein ideales Getränk ist die allseits bekannte Apfelschorle: Apfelsaft und Mineralwasser 50 zu 50. Damit bekommt das Gehirn genau jene Menge Mineralstoffe, die es zum Arbeiten braucht. Das hat eine Studie an der Münchner Universität ergeben. Wer zu wenig trinkt, wird nicht nur denkfaul, baut Fitness im Kopf ab, er wird oft auch depressiv.

Unser Gehirn braucht wertvolle Nahrung. Ein ganz wesentliches Kapitel beim Gehirn-Service ist die gesunde, ausgewogene Ernährung. Wir sollten 50 bis 60 Prozent Kohlenhydrate aufnehmen, maximal 30 Prozent Fett und nur 10 bis 20 Prozent Eiweiss. Das heißt: Vollkornprodukte, Kartoffeln, Grün-Gemüse. Weiters Pflanzenöle statt tierischer Fette und Fisch. Pflanzenöle und Fisch liefern Omega 3-Fettsäuren. Und die sind wertvolle Baumsteine für neue Gehirnzellen.

Vitamine fürs Gehirn

Sehr wichtig für geistige Fitness sind B-Vitamine aus Vollkornprodukten und Salat, Hülsenfrüchten, Milch, Blattgemüse, Eier und Käse. Wir benötigen Eiweiß für die Konzentration und für den Langzeit-Speicher im Gehirn. Kohlenhydrate sind wichtige Energie-Spender für die Gehirnzellen. Unterzuckerung hat nicht nur Müdigkeit, sondern auch Konzentrationsstörungen zur Folge.

Das Gehirn-Training

Das Gehirn ist wie ein Muskel. Wird es nicht trainiert, verkümmert es. Es gibt im Alltag so viele Möglichkeiten, die „graue Zellen“ zu fordern:

  • Schreiben Sie vor dem Besuch im Supermarkt alle Waren, die Sie einkaufen wollen und benötigen, auf ein Blatt Papier. Stecken Sie diesen Merkzettel aber weg und benützen Sie ihn nicht. Kaufen Sie ein und versuchen Sie, sich an alles, was Sie aufgeschrieben haben, zu erinnern. Vor der Kasse werfen Sie dann einen Blick aufs Papier und kontrollieren, was Sie vergessen haben. Je öfter Sie diesen Test machen, desto weniger Waren werden Sie vergessen.
  • Gehen Sie geistigen neuen Aufgaben nicht aus dem Weg. Befassen Sie sich mit einem Computer oder mit einem Videorecorder. Machen Sie Sprach-Kurse. Lernen Sie Fremdsprachen.
  • Pflegen Sie regen Kontakt mit anderen Menschen, führen Sie viele Gespräche.
  • Rechnen Sie doch wieder mal im Kopf. Verwenden Sie nicht immer nur den elektronischen Taschenrechner. Manche verwenden ihn ja sogar für Rechnungen wie 3 mal 3, oder 4 und 4.
  • Lernen Sie wieder einmal ein Gedicht auswendig. Und sagen Sie es dann laut auf. Üben Sie solange, bis Sie die Verse perfekt beherrschen.
  • Lösen Sie Kreuzwort-Rätsel. Aber bitte nicht immer in derselben Zeitschrift. Da wiederholen sich Fragen und Antworten. Manche können die Felder dann bereits automatisch ausfüllen. Das ist dann kein geistiges Training, sondern nur mehr Routine.

Fordern Sie Ihr Gehirn

Wenn wir gegen Vergesslichkeit und mangelnde Konzentration ankämpfen wollen, sollten wir uns immer vor Augen halten: Man ist niemals am Ende der Gehirn-Kraft. Man kann das Gehirn auch nicht überfordern, kann nicht zuviel denken. Im Kopf gibt es so unendlich viele Vernetzungen unter den Nervenzellen. Das alles sind Chancen für erneute geistige Fitness. An der Memory Clinic in Essen hat man vor einigen Jahren nachgewiesen: Wir alle nützen im Durchschnitt nur rund 20 Prozent unseres Gehirns. Das heißt: Jeder von uns kann mit geistigem Training noch viel mehr aus sich herausholen.

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