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Autoreisen: Die besten Gesundheitstipps

Autoreisen: Die besten Gesundheitstipps

© gosphotodesign - Fotolia.com

Die meisten Menschen fahren mit dem Auto in den Urlaub. Das ist gefährlich: Lange Strecken, Ermüdung, hoher Stress schädigen Gesundheit und vermindern die Aufmerksamkeit. Wie viele Pausen Sie brauchen, was Sie trinken sollten, welche Alarmzeichen unbedingt beachtet werden müssen.

Den Unfallgefahren vorbeugen

Gerade im Sommer sind viele im Auto unterwegs. Die einen fahren in den Urlaub, die anderen kommen aus dem Sommerferien zurück. In den Städten und draußen auf den Autobahn-Kreuzungspunkten gibt es Stau. Grund genug, dass jeder, der einen Wagen besitzt und lenkt, darüber nachdenkt, was er tun kann, um den Stress am Steuer so gering wie möglich zu halten oder zu verhindern. Und ebenso wichtig: Wir müssen Unfallgefahren vorbeugen.

Übermüdung ist auf der Fahrt in den Urlaub die häufigste Unfallursache. Sie löst Fehler und verspätete Reaktionen aus, die das Risiko dramatisch erhöhen. Jeder Autofahrer müsste viel genauer auf die ersten Warnungen des Organismus hören: Wenn es zu Verspannungen im Nacken, in den Schultern, sowie im Rücken, zu Kopfschmerzen, zu erhöhter Reizbarkeit und starker Lichtempfindlichkeit kommt. Ein Alarmzeichen für den Lenker ist es, wenn er Straßen und Autos doppelt sieht. In diesem Fall gilt die Regel: Sofort an den Straßenrand, anhalten, ausruhen.

Der beste Plan gegen Übermüdung am Steuer: Alle 60 bis 90 Minuten eine Pause von 10 Minuten machen, umhergehen, ein paar Kniebeugen machen.

Viele wollen den Stau überlisten und machen sich bei Überland- und Rückfahrten aus dem Urlaub nachts auf den Weg. Das ist gefährlich: Nachtfahrten sind Schwerstarbeit und besonders riskant. In der Zeit zwischen 1 Uhr und 5 Uhr ist die Unfallhäufigkeit 15 Mal höher. Der Grund: Der Biorhythmus steuert stark auf den Schlaf zu.

Wenn Fahrer und Beifahrer sich ablösen, dann sollte immer zuerst der weniger geübte Lenker ans Steuer. Denn er baut auch neben dem Fahrer während der Reise ab und übernimmt dann bereits kaputt das Steuer.

Sehr gefährlich auf langen Strecken ist der Sekundenschlaf des ermüdeten Fahrers. Die Vorboten: Schweißausbrüche, Augenbrennen, Gähnen. Sofort parken, am besten schlafen. Turnübungen und Kaffee sind nur Nothilfen, die keine wirkliche Lösung darstellen.

Wer auf Grund einer chronischen Erkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte grundsätzlich auf anstrengende, weite Autofahrten verzichten. Die Arzneien beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit. Das gilt ganz besonders bei Mittel gegen Grippe und Kopfschmerzen.

Wer am Steuer eines Wagens sitzt, sollte Trockenfrüchte kauen, weil sie den Mineralstoff Magnesium enthalten. Magnesium wird von Wissenschaftlern als das Anti-Stress-Mineral schlechthin bezeichnet. Es beruhigt, macht aber nicht müde.

Streß abbauend wirkt am Steuer übrigens auch das Kaugummi-Kauen, wie Prof. Johannes Einwang, Leiter des Zahnärztlichen Fortbildungszentrums Stuttgart, nachgewiesen hat.

Und noch ein Anti-Streß-Trick, der sich oft und oft bewährt hat: Ein zärtlicher Kuss des Partners vor Fahrtantritt.

Der grosse Feind des Autofahrers: Die Hitze

Heiße Sommertage können für den Autofahrer, der in die Ferien unterwegs ist oder zurückreist, zur Qual und zu einer großen Gefahr werden, wenn er sich nicht entsprechend darauf einstellt. Viele unterschätzen die Situation. Der Autofahrer ist in seinem Wagen einem enormen Hitze-Stress ausgesetzt. Das Fahrzeug wird zum Backofen. Es herrschen Zustände wie in den Tropen oder wie in einer Bio-Sauna. Durch die schrägen Front- und Heckscheiben kommt es durch die Sonneneinstrahlung zu einem Glashauseffekt. Er kann auch mit einer guten Lüftung nicht ausgeglichen werden.

Medizinmeteorologen, Ärzte und Verkehrspsychologen der Universität Wien haben dazu eine Untersuchung durchgeführt. Das Ergebnis ist alarmierend: Wenn es draußen 31 Grad Celsius hat, kann man im Inneren des Autos in Kopfhöhe des Fahrers bis zu 55 Grad messen.

Diese extreme Hitze im Wagen hat negative Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit des Lenkers. Bereits bei 35 Grad Innentemperatur im Auto wird die Fahrleistung um 30 Prozent schlechter. Der Autofahrer reagiert wie unter Alkohol-Einfluss. Die Bewegungsabläufe werden langsamer. Kritische Situationen werden nicht so schnell erfasst. Die Kombinations-Fähigkeit lässt nach. Die Gefahr für Fehlreaktionen steigt. Der Fahrer steht unter einem starken seelischen Druck. Er hat aber auch körperliche Probleme. Bei etwa 55 Grad Celsius im Auto verliert der Organismus mit dem Schweiß innerhalb von nur einer Stunde bis zu drei Liter Flüssigkeit. Das bringt für die Nieren und für den Kreislauf erhebliche Probleme. Es kommt zu Schwindelanfällen, Herzbeschwerden, mitunter auch zu einem Hitzekollaps und Sonnenstich. Weitere Folgen der Hitze im Auto sind Reizbarkeit , Erschöpfung, depressive Zustände, Ängste.

Schutz vor der Hitze

Wer das ganze Jahr über viel mit dem Wagen unterwegs ist, der muss damit rechnen, dass er etwa 60 bis 80 Tage während des Sommers diesem Hitze-Stress ausgesetzt ist. Und so kann man sich schützen :

  • Ideal : ein Auto mit Klima-Anlage. Da kann es nicht zum Hitzestress kommen.
  • Wer keine Klima-Anlage besitzt, muss vorsichtig sein. Wenn der Wagen stundenlang auf einem Parkplatz in der Sonne abgestellt war: Niemals sofort einsteigen und wegfahren. Zuerst alle Fenster öffnen, wenn vorhanden auch das Schiebedach. Schalten Sie die Lüftung voll ein, lassen Sie sie einige Zeit laufen. Dann erst einsteigen und losfahren.
  • Wenn Ihnen auf der Fahrt im überhitzten Auto übel wird: Stellen Sie den Wagen ab, fahren Sie mit dem Taxi oder einem öffentlichen Verkehrsmittel weiter. Oder: Aussteigen, einen kühlen Ort aufsuchen. Erst weiterfahren, wenn Sie sich besser fühlen.
  • Sehr vorteilhaft ist es, wenn man in der Hitze mit einem hellfarbenen Wagen unterwegs ist. Die Sonnenstrahlen werden besser reflektiert. Die Innentemperatur in einem hellen Auto im Sommer beträgt 6 Grad weniger.
  • Sie sollten im Auto immer Mineralwasser, ungesüssten Kräutertee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte dabei haben. Trinken Sie in kleinen Schlucken in kurzen Abständen. Damit gleichen Sie den enormen Flüssigkeitsverlust schnell aus.
  • Steigen Sie an heißen Tagen niemals mit vollem Magen ins Auto. Essen Sie vor einer längeren Fahrt frische Früchte, am besten mit Joghurt, damit Sie auch mit Eiweiß versorgt sind.
  • Wählen Sie lockere, leichte und atmungsaktive Kleidung, am besten aus Leinen oder Baumwolle.
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