Wir wollen möglichst lange gesund bleiben, vital und fit durchs Leben gehen. Dazu braucht unser Organismus eine Reihe von Vitalstoffen, die er nur zu einem Teil selbst herstellen kann, sonst aber zuführen muß. Die ideale Lösung ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Doch es gibt diese Nährstoffe nicht nur im Essen, sondern auch in Form von Kapseln, Tabletten oder Pulver.
Überall werden sie uns angeboten: in der Apotheke, im Drogeriemarkt, im Reformhaus und in Supermärkten. Auf meterlangen Regalen. Der Boom ist nicht zu übersehen. Das sind die Nahrungsergänzungen, die Gesundheit, Schönheit und eine verbessert Leistungskraft versprechen. Brauchen wir sie oder brauchen wir sie nicht? Sind Nahrungsergänzungen sinnvoll, unnötig oder vielleicht sogar gefährlich? Und in welchen Situationen werden sie vom Arzt sehr oft sogar empfohlen?
Prof. Dr.Michael Kunze und Frau Prof. Dr. Mag. Ingrid Kiefer vom Institut für Sozialmedizin an der Universität Wien haben dazu eine Erhebung gemacht. Daraus geht hervor: In Deutschland konsumieren zwischen 20 bis 35 Prozent der Erwachsenen Nahrungsergänzungsmittel. Frauen nehmen sie häufiger. Die Einnahmefreudigkeit steigt mit zunehmendem Alter und hängt mit einem höheren Bildungsniveau zusammen.
Die Zahlen stimmen mit den Ergebnissen anderer internationaler Studien überein. Eine niedersächsische Erhebung zeigt weiters:
Wenn jemand immer sehr gesundheitsbewusst lebt, sich ausgewogen ernährt und sich dabei nach dem Motto hält: nicht zu süß, nicht zuviel, nicht zu fett, der wird kaum Nahrungsergänzungen brauchen. Wer heimisches, reifes Gemüse und Obst aus der Region - vielleicht sogar aus Bio-Anbau - in den Speiseplan einbaut, wer nicht zuviel Stress hat und regelmäßig Sport treibt, der wird mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen und Bioaktiv-Stoffen bestens versorgt sein, solange er unter 60 Jahre alt ist.
Sicher geht das. Hier ein Beispiel:
Wer jeden Tag 1 Liter Milch oder 1 Liter Joghurt konsumiert, hat er genügend Calcium für die Knochen und B-Vitamine für die Nerven und für Vitalität. Wer 2 bis 3 mal täglich je 2 Gabeln voll rohem Sauerkraut kaut, wie es viele Familien mit ihrem Kim-Chi in Korea tun, ist reichlich mit Vitamin C und mit Milchsäure-Bakterien für den Darm versorgt. Mit 4 Möhren und 1 Melone deckt man den Tagesbedarf an Vitamin A. Man muß also die tägliche Ernährung planen und gut überdenken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät daher zu 5 mal am Tag Obst und Gemüse in allen Farben, soviel, wie jedesmal in eine Hand hineingeht.
Aber das beweist: Die gesunde Ernährung ist die wichtige Basis für eine optimale Vitalstoff-Versorgung. Unsere Vorfahren zum Beispiel - etwa in der Steinzeit - haben vorbildlich gelebt: mit Wurzeln, Beeren, Wild, Nüssen und Fisch. Das Essen hat damals 3 mal so viele Vitamine und 2 mal so viele Mineralstoffe enthalten. Der Ernährungsplan hat sich im Lauf der Evolution verändert. Viele greifen nahezu ausschließlich zu einer schlappen Industriekost. Und durch moderne landwirtschaftliche Anbau- Methoden finden wir in Obst und Gemüse nur mehr sehr wenig Vitalstoffe, weil die Böden entweder ausgelaugt sind oder die Mineralstoffe und Spurenelemente durch chemische Verbindungen der Düngemittel, Insekten- und Unkraut-Vertilgungsmittel im Boden gebunden werden und nie den Menschen erreichen.
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