Hinter diesen Symptomen könnte sich eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse verbergen. Oft vergehen Jahre, bis es zu einer richtigen Diagnose kommt. Daher sollte man bei all den harmlosen Verdauungs-Störungen zur Sicherheit immer den Facharzt aufsuchen. Nur der kann feststellen, was wirklich lost ist in Ihrem Bauch.
Die wichtigste Drüse für die Verdauung
Die
Bauchspeicheldrüse - auch
Pankreas genannt - ist mit ihrer Länge von 15 Zentimetern die größte Speicheldrüse des Menschen. Und sie ist die wichtigste Drüse für die Verdauung. Sie produziert jeden Tag rund zwei Liter Bauchspeichel, der reich an lebenswichtigen Verdauungs-Enzymen ist. Dazu gehören die Lipasen für die Fettverdauung, die Amylasen für den Abbau von Kohlenydraten und die Proteasen für die Aufspaltung von Eiweiß
Die Enzyme machen somit Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß für den Organsimus erst richtig verwertbar. Die Bauchspeicheldrüse liegt hinter dem Magen zwischen dem Zwölffingerdarm und der Milz. Der Saft der Bauchspeicheldrüse wird über einen Gang abgegeben, der gemeinsam mit dem Gallengang in den Zwölffingerdarm mündet.
Ihr Hauptfeind ist der Alkohol
Außer ihrer Arbeit für die Vetrdauung hat die Bauchspeicheldrüse noch eine weitere lebenswichtige Aufgabe: Sie stellt die Hormone Insulin und Glukagon her, die den Zuckerhaushalt regeln. Wenn diese Funktion gestört ist, dann führt das zum Beispiel zu Diabetes. Wie kommt es nun zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse? Sie tritt zu 80 Prozent durch den Konsum von zuviel Alkohl auf. Aber auch Diabetes und Gallensteine sind oft die Ursachen. Was bisher nicht bekannt war: Auch die Raucher gehören zur Risikogruppe. Der Hauptfeind der Bauchspeicheldrüse aber ist der Alkohol. Die erste Hilfsmaßnahme bei einer derartigen Erkrankung lautet daher: Mit dem Alkohol-Trinken aufhören.
Die ersten Anzeichen für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse sind meistens undefinierte Bauchschmerzen. In der Folge kommt es durch die mangelhafte Produktion der Enzyme Protease, Lipase und Amylase zu häufigen Durchfällen und zu starken Blähungen. Die Betroffenen nehmen ungewollt ab. Fette Speisen, Kohlgemüse und Hülsenfrüchte werden schlecht vertragen. Sobald jemand den Arzt aufgesucht hat und die exakte Diagnose Bauchspeicheldrüsenentzündung bekommt, stehen zuerst die Linderung der Schmerzen und die Beseitigung der Verdauungsstörungen im Vordergrund. Wichtig ist der völlige Verzicht auf Alkohol. Allein dadurch klingen bei jedem zweiten Patienten schon nach kurzer Zeit die Schmerzen ab.
Erst, wenn diese Maßnahme nicht genügt, setzt man Schmerzmittel ein.
Der Betroffene bekommt Ernährungsempfehlungen: Das Essen solte fettarm und kohlenhydratreich sein. Fettfrei ist aber nicht sinnvoll. Sehr oft lassen sich Verdauungs-Beschwerden durch den Einsatz von Enzympräparaten reduzieren, welche die fehlenden Enzyme der Bauchspeicheldrüse ersetzen. Diese Enzyme wurden früher ausschließlich aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen. Heute werden sie mehr und mehr aus japanischen Pilzen hergestellt. Man nimmt die Enzyme in Form von Kapseln aus der Apotheke ein. Bei Beschwerden, die einen Verdacht auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse aufkommen lassen, muß sofort ein Arzt aufgesuchtwerden.
Der Tee für die Bauchspeicheldrüse
Bei der Therapie nach einer Diagnose müssen die Anweisungen des behandelnden Arztes befolgt werden. Allerdings macht es auch Sinn, unterstützend die Bauchspeicheldrüse mit natürlichen Rezepten zu kräftigen.
Der legendäre österreichische Kräuterpfarrer Hermann Josef Weidinger, der im vergangen Jahr starb, hat eine Teemischung für die Bauchspeicheldrüse entwickelt. Lassen Sie in der Apotheke folgende Mischung anfertigen: 3 Teile Käsepappel, 3 Teile Löwenzahn, 3 Teile Odermennig, 3 Teile zerriebener Maiendistelsamen, 2 Teile Mistel, 1 Teil Ringelblume, 1 Teil Schafgarbe, 1 Teil Spitzwegerich, 1 Teil Tausendguldenkraut.
Und so wird der Tee für die Bauchspeicheldrüse zubereitet: 2 Teelöffel dieser Heilkräuter-Mischung werden mit 2 Liter kaltem Wasser übergossen und dann zum Kochen gebracht. Einmal aufkochen, danach 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durchseihen. Man trinkt im Rahmen einer Kur 3 Wochen lang 3 mal täglich - mittags, morgens und abends - 1 Tasse, am besten lauwarm und unbedingt ungesüßt. Dann setzt man eine Woche aus und wiederholt die Kur. Dieser Tee für die Bauchspeicheldrüse wird in der Naturmedizin als sehr wertvoll eingestuft. Sehr sinnvoll ist es auch, zur Kräftigung der Bauchspeicheldrüse ein Sitzbad in der Wanne bis zur Taille zu nehmen.
So wird die Brühe für das Bad zubereitet: Mischen Sie 30 Gramm Pfefferminze und 30 Gramm Kamille. Übergießen Sie die getrockneten Kräuter mit 2 Liter kochendem Wasser. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durchseihen und ins Badewasser gießen. Man sollte 10 bis 15 Minuten darin baden.
Danach abtrocknen und den Unterleib mit kaltgepreßtem Olivenöl, Weizenkeimöl oder Kamillenöl einreiben. Man kann - wenn man sich danach besonders wohl fühlt - eine Zeit lang dieses Sitzbad jeden Tag durchführen.
Wichtig danach wäre, wenn man etwa 1 Stunde im Bett ruht und sich entspannt.Eine wunderbare Ergänzung der Kur für die Bauchspeicheldrüse sind tägliche Spaziergänge in freier Natur, am besten in einer waldreichen Gegend. Und wenn man dann nach Hause kommt, sollte man wieder im Bett 30 bis 60 Minuten ruhen.
Alle diese naturheilkundlichen Maßnahmen ersetzen nicht die ärztliche Therapie für die Bauchspeicheldrüse. Aber es handelt sich dabei um wertvolle Unterstützungen.