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Gesundheitsreform - Früherkennung

Was ist Früherkennung?

Früherkennung umfasst alle Maßnahmen zur Entdeckung früher Krankheitsstadien, noch bevor die Symptome dieser Krankheiten sichtbar oder spürbar sind. Früherkennungsuntersuchungen haben das Ziel, mögliche Gefährdungen für die Gesundheit rechtzeitig zu erkennen und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.


Früherkennung ist keine Vorsorge, da sie nicht vor Krankheiten bewahren kann. Aber durch die rechtzeitige Entdeckung einer Krankheit und eine Behandlung im frühen Stadium sind die Heilungschancen am größten und das Risiko dauerhafter Schädigungen wird deutlich gesenkt.

Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen sind dringend zu empfehlen und deshalb ein wesentlicher Bestandteil im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Der genaue Umfang der Früherkennungsuntersuchungen wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss in Richtlinien festgelegt.

Muss ich bei einer Früherkennungsuntersuchung auch die Praxisgebühr bezahlen?

Ein wesentliches Ziel der Gesundheitsreform 2007 ist es, die Prävention zu fördern. Dazu gehört die Förderung der gesundheitlichen Mitverantwortung des Einzelnen. Wer die Ärztin oder den Arzt wegen einer Früherkennungsuntersuchung aufsucht, bezahlt keine Praxisgebühr.

Nur wenn sich aus der Untersuchung ein Abklärungs- oder Behandlungsbedarf ergibt, werden die zehn Euro Quartalsgebühr fällig.

Welche speziellen Untersuchungen gibt es zur Früherkennung von Krebs?

Frauen und Männer haben ab einem bestimmten Alter Anspruch auf Krebsfrüherkennungsuntersuchungen:

Frauen

  • sollten ab dem Alter von 20 Jahren eine jährliche Genitaluntersuchung wahrnehmen,
  • sollten ab dem Alter von 30 Jahren zur jährlichen Brustuntersuchung (in Verbindung mit einer Untersuchung der Haut) gehen,
  • sollten ab dem Alter von 50 Jahren eine jährliche Dickdarm- und Rektumuntersuchung in Anspruch nehmen,
  • sollten ab dem Alter von 55 die Früherkennungsmöglichkeiten einer Darmspiegelung nutzen und
  • sollten ab dem Alter von 50 bis zum Alter von 69 Jahren die Einladung zum Mammographie-Screening annehmen, sobald diese Programme angeboten werden.

Männer

  • sollten ab dem Alter von 45 Jahren die Früherkennungschancen einer jährlichen Prostata- und Genitaluntersuchung (in Verbindung mit einer Untersuchung der Haut) nutzen,
  • sollten ab dem Alter von 50 Jahren ein Mal im Jahr die Dickdarm- und Rektumuntersuchung in Anspruch nehmen und
  • ab dem Alter von 55 Jahren die Möglichkeiten einer Darmspiegelung nutzen.

Auf der Basis von Ergebnissen eines Hautkrebsscreening-Projektes in Schleswig-Holstein wird derzeit im Unterausschuss Prävention des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über die Einführung eines umfassenden qualitätsgesicherten Hautkrebs-Screenings und eine entsprechende Richtlinienausgestaltung beraten.

Welche speziellen Untersuchungen gibt es für Schwangere?

Die sogenannten Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen dienen vor allem der Beratung der Schwangeren und der Überwachung der Schwangerschaft durch Arzt oder Hebamme.

Ihr Ziel ist es, zu einem frühest möglichen Zeitpunkt Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf oder drohende Frühgeburten zu erkennen.

Nur durch konsequente Vorsorge können dauerhafte Schäden während oder nach der Schwangerschaft verhindert werden.

Muss ich bei einer Früherkennungsuntersuchung auch die Praxisgebühr bezahlen?

Ein wesentliches Ziel der Gesundheitsreform 2007 ist es, die Prävention zu fördern. Dazu gehört die Förderung der gesundheitlichen Mitverantwortung des Einzelnen. Wer die Ärztin oder den Arzt wegen einer Früherkennungsuntersuchung aufsucht, bezahlt keine Praxisgebühr.

Nur wenn sich aus der Untersuchung ein Abklärungs- oder Behandlungsbedarf ergibt, werden die zehn Euro Quartalsgebühr fällig.

Welche speziellen Untersuchungen gibt es für Kinder und Jugendliche?

Für Kinder bis zum Alter von sechs Jahren gibt es insgesamt neun Früherkennungsuntersuchungen (U1 bis U9). Die Untersuchungen haben das Ziel, die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder zu beobachten sowie mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zwischen dem 13. Und 14. Lebensjahr haben die jugendlichen Mädchen und Jungen Anspruch auf eine weitere Früherkennungsuntersuchung (J-Untersuchung). Es wird geschätzt, dass etwa jeder zehnte Jugendliche unter Asthma leidet und etwa jeder Dritte allergische Symptome aufweist.

Rund 15 Prozent der jungen Menschen sind übergewichtig, bei fast jedem Fünften wird eine Sehbeeinträchtigung diagnostiziert.

Welche Vorteile habe ich, wenn ich regelmäßig zu Früherkennungsuntersuchungen gehe?

Wer regelmäßig an Früherkennungsuntersuchungen teilnimmt, tut nicht nur seiner Gesundheit etwas Gutes. Die gesetzlichen Krankenkassen können die regelmäßige Teilnahme an Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen oder die erfolgreiche Teilnahme an qualitätsgesicherten Präventionsprogrammen durch einen Bonus belohnen.

Hierbei kann es sich um einen finanziellen Bonus oder um Sachprämien handeln.




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