Die Leiden sind oft kaum zu ertragen, die Lebensqualität sinkt rapide ab: Wer jemals unter Bandscheibenproblemen gelitten hat, der weiss, wovon wir da reden. In den letzten Jahren bekam man da immer öfter von den Ärzten den Rat: "Sie sollten sich operieren lassen. Das ist besser, als ewig zu leiden." Der Trend ist gestoppt, jetzt rücken gezieltes Rückentraining, Schmerzmittel und die Hemmung der Entzündung wieder in den Vordergrund. Ein wichtiges Thema.
Geschädigte Bandscheiben sind ein echtes Volksleiden geworden. Die Gründe sind schnell gefunden: Wir sitzen zu viel im Auto, bei der Arbeit, am Computer. Und sehr oft sitzen wir total falsch, belasten die Bandscheiben und geben ihnen kaum Zeit zur Erholung. Wir bewegen uns zu wenig und wir machen vor allem keine gezielte Rückengymnastik. Hinzu kommt sehr häufig Übergewicht. Ein dicker Bauch, den sehr viele Menschen vor sich her tragen, belastet nun mal auf Dauer auch das Kreuz, die Wirbel und die Bandscheiben.
Dagegen wurden in den letzten Jahren immer häufiger Bandscheibenoperationen vorgeschlagen. Nun aber haben Studien ergeben, dass es oft besser ist zu warte statt zu operieren. Dass konservative Behandlungen im Vergleich zu Operationen oft die gleichen oder sogar die besseren Ergebnisse bringen. Da sich häufig nach einer Operation Narbengewebe bildet, das auf den schon empfindlichen Nerv drückt und die Schmerzen wiederkehren lässt, sollte die Operation wirklich der Weisheit letzter Schluss sein.
Eine grosse amerikanische Studie (veröffentlicht im "Journal of the American Medial Association") deckt sich da mit deutschen Erkenntnissen:
Beim Volksleiden Rückenschmerz liegen in vielen Fällen trotz heftiger Schmerzen gar keine Bandscheibenvorfälle vor, sondern es handelt sich um Abnutzungserscheinungen an den kleinen Wirbelgelenken, um Muskelverspannungen oder Verengungen an den Austrittsstellen der Nerven aus der Wirbelsäule. Jedenfalls finden Ärzte in vielen Fällen, in denen Patienten über Rückenschmerzen klagen, überhaupt keinen Auslöser – zumindest keinen, der sich auf Röntgenbildern oder in Blutwerten zeigen würde. Andererseits wurden bei Patienten, die keinerlei Rückenschmerzen spürten, im Rahmen von Röntgenuntersuchungen schwerwiegende Bandscheibenvorfälle festgestellt.
Noch ein Phänomen ist zu beachten
Die neue US-Studie deutet auch darauf hin, dass die Psyche bei der Entstehung von Rückenschmerzen eine wichtige Rolle spielt. Danach senken negative Gefühle und psychischer Druck die Schwelle der Schmerzempfindung. Leichte Beschwerden werden erheblich stärker empfunden.
Deshalb setzt sich auch in der Schulmedizin die Meinung durch: Eine Operation sollte bei Bandscheibenvorfällen immer nur das letzte Mittel sein. Nach Ansicht vieler Experten ist eine Operation nur dann erforderlich, wenn die Funktionen von Blase oder Darm gestört sind oder wenn Lähmungen an den Beinen auftreten.
Die längere Zeitdauer bis zur Besserung ist der einzige Nachteil der konservativen Behandlung mit Schmerz lindernden Spritzen, Krankengymnastik, Bewegung, Muskelentspannung und Entzündungshemmung: Es dauert ein bis eineinhalb Jahre, bis sich der Nerv wieder beruhigt hat. Andererseits zeigen Langzeitbeobachtungen, dass Komplikationen aufgrund von Operationen oft erst viele Jahre nach dem Eingriff auftreten. Auch dies spricht für eine Behandlung von Bandscheibenproblemen ohne Skalpell.
Wenn die Kreuzschmerzen bei Ihnen los gehen, dann sollten Sie wissen, dass es ausser der schulmedizinischen Behandlung auch bewährte und gute Mittel gegen dieses Volksleiden gibt. Hier eine Auswahl von Tipps:
Ernährungstest
Ratgeber Gesundheit