Das bei Jugendlichen beliebte "Komasaufen" macht schlicht dumm, schädigt die Gesundheit und führt in die soziale Vereinsamung: Das haben spanische Forscher in Studien bewiesen. Warum Alkoholmissbrauch bei jungen Menschen so katastrophale Folgen hat, wie das Gehirn geschädigt wird, warum Jugendliche durch Alkoholgenuss schlechter lernen.
Zu unserem Gehirn gehört das sogenannte deklarative Gedächtnis. Das ermöglicht es uns, mündliche Informationen aufzunehmen und Neues zu erlernen. Gier wird neues Wissen abgespeichert, sowie Erinnerungen und Fakten in Zusammenhängen gemerkt. Die Forscher der Universität von Santiago de Compostela hatten in einer Studie festgestellt, dass sich Studenten, die sich an Besäufnissen beteiligten wesentlich schlechter lernten und deutlich geringere Leistungen erbrachten, als ihre Mitstudenten, die beim Alkoholgenuss zurückhaltend waren.
Die Forscher hatten 122 Studenten beiderlei Geschlechts im Alter von 18 bis 22 Jahren untersucht. Sie teilten sie in zwei Gruppen (Alkoholmissbraucher und Nichttrinker) ein. Dann mussten die Studenten eine Reihe von Lern- und Gedächtnistests machen. Dabei zeigten die Alkoholtrinker deutlich schlechtere Leistungen als ihre abstinenten Kollegen. «Komasaufen steht in Zusammenhang mit einem schlechteren verbalen deklarativen Gedächtnis, unabhängig vom Geschlecht», schreiben Studienleiterin Parada und Kollegen.
Den wenigsten Studenten sei die hirnschädigende Wirkung des Alkohols bewusst gewesen. Besonders bedenklich sei, dass der Hippocampus - eine Hirnregion die entscheidend am Lernen und an der Gedächtnisleistung beteiligt ist - bei Heranwachsenden besonders empfindlich für die schädigende Wirkung von Alkohol ist. Deshalb lässt sich auch die Faustregel für die Verträglichkeit von Alkohol (Männer 40 g reinen Alkohol am Tag, Frauen 20 g) auf Heranwachsende in diesem Alter nicht anwenden: Sie sollten wesentlich weniger trinken.
Um so bedenklicher ist es deshalb, dass im Suchtbericht 2011 der Bundesregierung festgestellt wird, dass die Zahl der jugendlichen "Komasäufer" immer noch steigt. Allein im Jahr 2009 mussten 26 400 Jugendliche und Kinder zwischen 10 und 20 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs in Krankenhäusern behandelt werden.
Fazit: Die Gesetze zum Schutz der Jugend müssen noch strenger befolgt werden. Schulen und vor allem das Elternhaus müssen noch deutlicher auf die Wirkungen von Alkohol hinweisen. Am Besten wirkt bei Kindern und Jugendlichen immer noch das Vorbild der Eltern: Das richtige Trinkverhalten lernen sie zu Hause.
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