Viele EHEC-Patienten kämpfen in den Spezialkliniken um ihr Leben. Jetzt hat man offenbar ein Heilmittel gegen das tödliche Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) gefunden: Es sind sogenannte monoklonale Antikörper. Drei Kleinkinder konnten im vergangenen Jahr damit gerettet werden, nachdem sie an EHEC erkrankt waren. Gleichzeitig warnen Experten: "Die Epidemie ist noch nicht vorüber."
Die drei Kinder litten nach einer Infektion mit dem aggressiven Erreger an akutem Nierenversagen und schweren Nervenstörungen. Da die Nieren nicht mehr arbeiteten mussten sie an Dialyse-Geräte angeschlossen werden. "Nachdem ein mehrmaliger Austausch des Blutplasmas ohne Wirkung geblieben war, haben wir uns zu einem Behandlungsversuch mit Eculizumab entschlossen", erklärt Prof. Franz Schaefer vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg laut der Internetseite www.netdoktor.de.
Das ist ein monoklonaler Antikörper, der seit vier Jahren zur Behandlung von HUS zugelassen ist. Prof. Schaefer und seine Kollegen konnten beweisen, dass dieses Medikament auch gegen das durch den EHEC-Erreger verursachte Nierenversagen helfen kann. So wurde ihnen geholfen:
Die Kinder bekamen Eculizumab. Bereits innerhalb von 24 Stunden verbesserte sich ihr Zustand: Die Nieren wurden wieder funktionsfähig, die Zahl der Blutplättchen stiegt auf Normalwerte an. Eine Dialyse war nach einiger Zeit nicht mehr notwendig. "Wir hoffen nun, dass diese Ergebnisse den akut Erkrankten zu Gute kommen", sagt Prof. Schaefer im Hinblick auf die derzeit herrschende EHEC-Epidemie. Seiner Ansicht nach könnte die Therapie mit dem Antikörper auch bei erwachsenen Patienten funktionieren.
Inzwischen breitet sich die Epidemie weiter aus. Immer mehr Menschen erkranken, die Zahl der Todesopfer steigt. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts: "Der Ausbruch geht weiter."
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