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Darminfektion: Lebensgefahr durch Fleisch und Gemüse

Eine schwere, ansteckende Darmkrankheit breitet sich immer mehr und immer schneller in Deutschland aus: Es ist eine sehr aggressive Sonderform von Koli-Bakterien. Besonders betroffen: Frauen im jüngeren bis mittleren Alter. Die ersten Fälle wurden in Norddeutschland festgestellt, jetzt kam es auch in Bayern zu Erkrankungen. Wie gefährlich die Bakterien sind, was man gegen sie tun kann.


Todesgefahr durch Koli-Bakterien

Die sich ausbreitende Darmkrankheit kann schwere, ja sogar tödliche Komplikationen nach sich ziehen. Es sind anhaltende, blutige Durchfälle, die den Patienten besonders zu schaffen machen. Denn die Koli-Bakterien zerstören nicht nur die Darmflora, sie setzen außerdem ein Gift (Toxin) frei, das zur Vernichtung von roten Blutkörperchen führt. Auch die für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen werden angegriffen. Die Folgen: Es kommt zur Blutarmut und zu akutem Nierenversagen, was zu einer weiteren Vergiftung im Körper führt. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (Lehre von der Niere) warnt: Die Abbauprodukte der roten Blutkörperchen verkleben die feinen Gefäße in den Nieren, die können nicht mehr arbeiten.

Normalerweise trifft diese Krankheit vor allem Babies und Kleinkinder. Die jetzt schon auf fast ein halbes Tausend angewachsenen Fälle sind jedoch in der Mehrzahl erwachsene Frauen. Sehr häufig kommt es bei dieser Form der Erkrankung auch zu einer Schwellung im Gehirn. Im schlimmsten Fall endet eine Ansteckung tödlich.

So steckt man sich an

Die lebensgefährlichen Bakterien leben in den Körpern von Wiederkäuern, vor allem in Rindern, Schafen und Ziegen. Auf den Menschen übertragen werden sie durch Kontakte mit Tierkot, über kontaminierte Lebensmittel (Rohmilch, Käse, Eier, Obst, Gemüse und Wasser). Erkrankte Personen können die Bakterien dann direkt an andere Menschen weitergeben (Schmierinfektion).

  • Laut Robert Koch-Institut konnte noch kein bestimmtes Lebensmittel als Infektionsquelle identifiziert werden. Sicherheitshalber raten Experten aber generell zu Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Lebensmitteln. Dazu gehört der Verzicht auf Rohmilch, Rohmilchprodukte und rohes Fleisch. Rohes Obst und Gemüse wie Salat sollte gründlich gewaschen werden. Am besten ist es, Lebensmittel vor dem Verzehr ausreichend zu erhitzen. Das RKI empfiehlt hierbei eine Kerntemperatur von mindestens 70°C für 10 Minuten.
  • Küchengeräte, die mit den verdächtigen Lebensmitteln in Kontakt waren, sollte man gründlich mit heissem Wasser reinigen.
  • Körperliche Kontakte mit Menschen sollte man reduzieren.
  • Wer bereits an blutigem Durchfall leidet, sollte auf eine strikte Hände-Hygiene achten, besonders bei Kontakt mit Kindern oder immungeschwächten Menschen. Vor allem aber sollten Durchfall-Geplagte unbedingt zum Arzt gehen.

Bild: © Denis Pepin - Fotolia.com




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