Arbeitslosigkeit und Gesundheit: Erwerbslose sterben früher
Kein Job, keine Lebensperspektive, das macht mutlos, das macht krank und das lässt betroffene Menschen früher sterben: 63% der Arbeitslosen sterben früher als ihre Altersgenossen, die einen Job haben. Das ergab eine grosse Langzeitstudie an 20 Millionen Menschen aus 15 überwiegend westlichen Nationen. Warum Arbeitslosigkeit krank macht (Herz, Diabetes, Kreislauf, Burn-out Syndrom), was man tun kann.
Das Arbeitslosigkeit Menschen krank macht, das hat man schon seit längerer Zeit gewusst. Das aber der Jobverlust eine direkten Einfluss auf das Sterberisiko hat, das hat nun diese Studie ergeben. Die wichtigsten Gründe:
- Mit dem Verlust der Arbeitsstelle sinkt das Selbstwertgefühl der Betroffenen. Sie fühlen sich überflüssig, nutzlos und haben das Gefühl: "Ich werde nicht mehr gebraucht, ich gehöre zum alten Eisen."
- Immer noch ist Arbeitslosigkeit ein Makel, der sehr oft zum Verlust des sozialen Status führt. Beziehungen zerbrechen, Freundschaften und Ehen gehen auseinander.
- Der Lebensstandard sinkt, weil das Geld knapp wird. Was man sich früher leisten konnte, darauf muss nun verzichtet werden: Urlaub, Auto, eine Wohnung in einer "anständigen" Gegend. Arbeitslosigkeit ist oft mit einem Abstieg in eine andere "niedrigere" Schicht verbunden.
- Der Geldmangel führt zu einer Ernährungsumstellung: Sehr oft wird gesunde und wertvolle Nahrung durch billige Industrieprodukte ersetzt.
- Sehr viele Menschen, die in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden, greifen zu "Seelentröstern": Erhöhter Nikotin- und vor allem Alkoholkonsum.
Die Studie ergab: Das Risiko des frühen Sterbens wegen der Arbeitslosigkeit besteht auch in Ländern, deren Gesundheitsversorgung einen hohen Standart hat. Von diesem früheren Tod sind Männer wesentlich häufiger betroffen als Frauen:
- Risiko für einen vorzeitigen Tod bei männlichen Arbeitslosen: 73%
- Risiko für einen vorzeitigen Tod bei weiblichen Arbeitslosen: 37%
Offenbar ist für Männer der Verlust des Arbeitsplatzes wesentlich belastender als für Frauen. Besonders hoch - so die Studie - ist die Früh-Sterberate, wenn die Betroffenen ihre Arbeit schon vor dem 50. Lebensjahr verlieren.
- Ganz wichtig ist für Menschen die arbeitslos werden, der Zusammenhalt der Familie. Sie dürfen nicht ausgegrenzt werden, Sie brauchen mehr Zuspruch und Hilfe.
- Sport vertreibt trübe Gedanken, gibt Kraft und macht Hoffnung. Beim Sport werden Hormone frei gesetzt, mit denen Sie sich besser fühlen.
- Vergraben Sie sich nicht in Selbstvorwürfen und Grübeleien: "Warum ich? Es gibt doch viel Schlechtere, warum hat es mich getroffen?"
- Bleiben Sie geistig beweglich. Suchen Sie nach neuen Betätigungen. Nutzen Sie Angebote zur Aus- und Weiterbildung.
- Sprechen Sie sich Ihren Kummer von der Seele: Ein starker Partner ist jetzt ein wahrer Segen.
- Die Suche nach Schuldigen und Vorwürfe gegen die Ihnen widerfahrene Ungerechtigkeit sind sinnlos.
- Alkohol bringt nur für ein paar Stunden Vergessen - dann ist das Elend noch stärker wieder da.
- Industrie- und Fast food-Ernährung ist nur scheinbar preiswerter - aber Sie schädigen damit auf Dauer Ihre Gesundheit.
bild: © matttilda - Fotolia.com
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