Die Chemotherapie bei Krebs - oft eine Horrovorstellung, eine Hölle von Übelkeit und Schmerzen bei einer Lebensqualität nahe Null. Das können Sie positiv beeinflussen. Durch eine kontrollierte Einnahme gezielt ausgewählter Mikronährstoffe. Welche Vitamine und Biuonährstoffe das sind, was da geschieht.
Der deutsche Wissenschaftler Uwe Gröber, Apotheker, Leiter der Akademie für Mikronährstoff-Medizin und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Onkologie der deutschen Krebsgesellschaft, tritt mit einem Bericht an die Öffentlichkeit, der zweifellos Aufsehen erregt und beweist: Schulmedizin und Natur-sowie Ernährungsmedizin gehen in vielen Fällen bei der Krebstherapie gemeinsam gegen die Krankheit vor und bieten damit dem Patienten eine bessere Lebensqualität.
Länger überleben durch Mikronährstoffe
Uwe Gröber betont: In den letzten Jahren konnten die schulmedizinischen Maßnahmen bei der Behandlung von Krebs-Erkrankungen nach längerer Stagnation erstmals deutlich verbessert werden. Es konnten auch längere Überlebenszeiten erreicht werden. Zum Teil durch neue medikamentöse Therapie-Prinzipien, durch verbesserte Diagnose-Methoden, durch optimierte Bestrahlungstechniken. Aber auch durch eine vom Arzt kontrollierte Einnahme gezielt ausgewählter Mikronährstoffe.
Man muss zugeben: Die moderne, verbesserte Krebs-Therapie ist aber auch zum Teil intensiver und aggressiver geworden, bringt daher in manchen Fällen mehr Nebenwirkungen. Das Bedürfnis der Patienten nach sanften Therapieverfahren führt seit einiger Zeit dazu, dass manche – oft ohne den Arzt zu fragen – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Bioaktivstoffe zuführen, um die Nebenwirkungen der Therapie zu verringern, indem sie die Immunkraft unterstützen und deshalb antioxidative Wirkstoffe nehmen. Genau für diese Selbst-Medikation bestehen berechtigte Bedenken von Seiten der Ärzte.
Besser Verträglichkeit der Krebs-Medikamente
Dafür aber beweisen Studien, dass bei einer vom Arzt empfohlenen und kontrollierten Zufuhr von Vitalstoffen viele Vorteile für den Patienten entstehen: eine bessere Verträglichkeit der Krebs-Medikamente und die Möglichkeit einer höheren Dosierung ohne Verstärkung der Nebenwirkungen. Und was besonders wichtig ist: Es werden weniger oft Krebstherapien vom Patienten eigenwillig abgebrochen. Daher meint Uwe Gröber: „Der von der Medizin kontrollierte und der Therapie angepasste Einsatz von Mikronährstoffen bei Krebs entwickelt sich immer stärker zu einem wichtigen Baustein von Therapie-Konzepten!“
Damit da kein Missverständnis entsteht: Die Zufuhr von Vitalstoffen – wie etwa das Spurenelement Selen – ist kein Ersatz und auch keine Alternative zur konventionellen Schulmedizin. Die Zufuhr von Vitalstoffen ist eine sinnvolle Ergänzung und Bereicherung der Therapie. Man kann damit die Behandlung für den Patienten erträglicher gestalten.
Erhöhter Bedarf an Mikronährstoffen
Krebspatienten haben nämlich oft einen Mangel oder einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen. Dazu kommt es zum Beispiel durch Appetitlosigkeit , durch Geruchs- und Geschmacksstörungen, durch Magen-und Darmbeschwerden sowie durch die Krankenhauskost in manchen Kliniken. Es kommt zu einem Mehrbedarf an Vitaminen und Mineralstoffen durch eine Veränderung des Stoffwechsels, durch das Entstehen entzündlicher Prozesse, durch Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie. Es kann da nämlich zu Erbrechen, Übelkeit, zu Schluckstörungen und Schleimhautschäden kommen. Auch auch Ängste, Depressionen und Erschöpfung können dazu führen.
Da der Erfolg einer Therapie und der Heilungsprozess bei Krebs-Erkrankungen, wie man heute weiß, auch vom Ernährungsstatus beeinflusst werden, sollte sofort nach der ersten Diagnose eine ernährungsmedizinische Betreuung des Patienten erfolgen. Da es bei Krebs oft zu Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust kommt, ist Mangelernährung eine der häufigsten Todesursachen. In einer Untersuchung über die Mangelernährung in deutschen Krankenhäusern waren 41 Prozent der Tumorpatienten nicht ausreichend ernährt.
Wichtige Vitamin und Spurenelemente
Uwe Gröber zieht einen wichtigen Vergleich: Anders wie bei gesunden Menschen gibt es im Körper des Betroffenen lange vor dem eigentlichen Auftreten der Krebserkrankung niedrige Konzentrationen bestimmter Vitamine und Spurenelemente wie etwa Vitamin D 3, Vitamin B 12, Selen, aber auch Vitamin C und E, weiters B 1, Folsäure und Vitamin K. Kritisch ist bei Krebspatienten aber auch die Versorgungslage mit Zink, Eisen, Magnesium, Kalium, Calcium, Omega 3 Fettsäuren, Coenzym Q 10, L-Carnitin und den Aminosäuren Glutamin, Cystein, Glutathion und Arginin.
Viele Krebspatienten brauchen auch eine kontrollierte Versorgung mit Vitaminen, die der Körper nur mit geringer Kapazität speichern kann. Dazu gehören B 1,B 2, B 3 , B 6, D 3, K, C und E.
Natürlich ist es von großer Bedeutung, dass der Krebspatient so gesund wie möglich ernährt wird, dass er über die täglichen Mahlzeiten mit reichlich Vitalstoffen versorgt wird. Doch in vielen Fällen ist durch die Krankheit und durch die Behandlung der Bedarf am Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen derart erhöht, dass es auch durch gesunde Vollwertkost nicht möglich ist, eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Vor allem in der Zeit von Chemo-und Strahlentherapie, wo Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten können. Dabei treten Störungen des Basen-Säuren-Haushaltes und des Elektrolyt-Haushaltes auf. Diese ausgeprägten Mikronährstoff-Verluste werden heute von vielen erfahrenen Ärzten durch die gezielte Zufuhr von fehlenden Nährstoffen ausgeglichen. Dabei spielen Folsäure und Vitamin B 12 eine bedeutende Rolle.
Verständlich, dass über dieses Thema, das relativ neu ist, heftig diskutiert wird. Es gibt medizinische Meinungen, dass die Zufuhr von Selen und anderen Antioxidantien die Chemo-und Strahlen-Therapie beeinträchtigen könnte. Uwe Gröber schreibt dazu: „Wenn antioxidativ wirksame Nahrungsinhaltsstoffe die Chemotherapie beeinträchtigen würden, dann dürften die behandelten Patienten vor allem keine anitoxidanzienreichen Lebensmittel wie Obst und Gemüse verzehren oder Grüntee und frische Säfte trinken. Die häufig pauschale Ablehnung einer Supplementierung von antioxidativ wirksamen Mikronährstoffen während der Phase der Chemotherapie ist demnach nicht gerechtfertigt.“
Antioxidantien und Nebenwirkungen
Aktuelle Arbeiten kontrollierter randomisierter Studien kommen zu dem Schluss, dass die Zufuhr von Antioxidantien sich nicht nachteilig auf die Chemotherapie auswirkt, sondern eher einen günstigen Einfluss auf die Nebenwirkungsrate und auf die Behandlung hat.
Uwe Gröber betreut seit über 10 Jahren regelmäßig Krebspatienten in Arztpraxen und in Apotheken. Er ist für diese Erfahrungen dankbar. Er hat darüber auch zwei Bücher geschrieben. Er kommt zu dem Schluss: Die wichtigen Maßnahmen im Umgang mit einem Krebspatienten sind: ein Beratungsgespräch, eine Dokumentation seiner Ernährungs-Gewohnheiten, Empfehlungen für seine künftige Ernährung, und die Klärung, welche Mikronährstoffe für die einzelnen Therapie-Phasen wichtig wären. Wobei in den meisten Fällen das Spurenlement Selen eingesetzt wird, speziell in der Gynäkologie L-Carnitin.
Eines aber zeigt sich deutlich: Schulmedizin und Nährstoff-Wissenschaft rücken im Interesse des Krebspatienten näher zusammen.
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