Viele Jahre lang galt es als das "Volksheilmittel" bei Herzproblemen wie Vorhofflimmern und Herzinsufffienz oder als Vorbeugung gegen einen Schlaganfall: Das Aspirin. Millionen Menschen haben den Blutverdünner Azetylsalizylsäure (ASS) täglich geschluckt. Jetzt hat die Medizinforschung etwas Neues entdeckt und getestet. Was es ist, wie es wirkt.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Aspirin auf die Liste der "unentbehrlichen Arzneimittel" gesetzt. Erstmals wurde es am 27. August 1897 in seiner jetzigen Form hergestellt. Seitdem gilt es als Allround-Mittel bei vielen Beschwerden, vor allem bei Schmerzen. Es hat eine entzündungshemmende, schmerzstillende, antirheumatische und fiebersenkende Wirkung. In den letzten Jahrzehnten hat es vor allem wegen seiner blutverdünnenden Wirkung eine grosse Rolle bei der Prophylaxe und Behandlung von Herzerkrankungen gespielt (Herzinsuffienz, Schlaganfall).
Millionen von Menschen mussten ASS-Präparate über lange Zeiträume regelmässig (täglich) einnehmen. Da spielten dann die Nebenwirkungen eine grosse Rolle. Die gingen hin bis zu Magenschmerzen und Magenblutungen. Dennoch war die Verwendung von ASS-Präparaten unverzichtbar in der modernen Medizin.
Neue Studie mit Apixaban
Jetzt wurde eine Studie über einen neuen Gerinnungshemmer im "New England Journal of Medicien" veröffentlicht. Am der Studie nahmen 5 600 Patienten mit Vorhofflimmern statt. Die ein Hafte nahm täglich Aspirin in einer Dosierung zwischen 81 und 344 Milligramm ein, die andere Hälfte bekam zweimal täglich fünf Milligramm Apixaban - ein neuer Gerinnungshemmer - verabreicht. "Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da sich eine hoch signifikante Verminderung von Schlaganfällen in der Patientengruppe ergab, die mit Apixaban behandelt wurde", erklärt Prof. Hans Christoph Diener, Direktor der Essener Uni-Klinik für Neurologie und Mitautor der Studie.
In der Gruppe die mit Apixaban behandelt wurde sank das Schlaganfall-Risiko um 55 Prozent. Die Zahl der Blutungskomplikationen war die gleiche wie bei Aspirin. Prof. Diener bezeichnete dieses Ergebnis als "einen Durchbruch in der modernen Schlaganfallprävention".
Das gefürchtete Vorhofflimmern ist eine Form von Herzthythmusstörung. In Deutschland sind davon etwa eine Millionen Menschen - meist ältere - betroffen. Zur Vorbeugung müssen Menschen mit Vorhofflimmern dauerhaft grinnungshenmmende Medikamente einnehmen. Das sind zu fast 100 Prozent entweder Aspirin oder Marcumar - beide haben teilweise schwere Nebenwirkungen. Das könnte in Zukunft entfallen.
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