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Was Sie heimlich dick macht: Gene, Viren, Schlafmangel

Fett macht fett, Bewegungsarmut macht Übergewicht, zu viel Nahrung macht einen Schwabbelbauch - stimmt alles. Aber das sind nicht die einzigen Gründe, warum Menschen dick werden. Es gibt sie nämlich wirklich, die heimlichen und unbekannten Dickmacher. Wissenschaftler haben sie entdeckt: Das sind unsere Gene, das sind Viren, Bakterien und das ist auch Schlafmangel.


Der eine legt sich von Sofa zu Sofa, haut sich den Bauch voll mit Crackers und Süssigkeiten und ist bekennender Schweinebratenfan - und nimmt einfach nicht zu. Der andere würde das alles auch gerne tun, seufzt aber: "Ich brauche einen Kuchen nur anzuschauen, schon habe ich zugenommen" - und lässt es bleiben. Wird aber immer dicker. Über den haben wir bisher gelacht und ihn heimlicher Fressorgien verdächtigt. Jetzt haben Wissenschaftler die "heimlichen Dickmacher" aufgespürt.

1. Machen uns Schnupfenkeime dick?

Es wurde festgestellt, dass nach einer Erkrankung an dem Schnupfenvirus AD26, bestimmte Antikörper entwickelten und viel dicker wurden, als andere Kinder die sich nicht mit mit diesem Virus infiziert hatten. Die Forscher entdeckten im Laborversuch, dass dieser Virus Stammzellen dazu brachte, sich in Fettzellen zu verwandeln. Da der Virus ansteckend ist, wäre damit auch das Dickwerden ansteckend. Eine Erklärung dafür, dass immer mehr Menschen dick werden.

2. Übergewicht durchs Erbgut

Dass dicke Eltern meist auch dicke Kinder haben, das wissen wir aus eigener Anschauung. Dass das aber nicht nur am ständig mampfenden Elternvorbild liegt, das ist neu. Forschungen ergaben: Unsere Figur wird zu 70 Prozent von den Genen bestimmt. Bisher wurden im menschlichen Erbgut 32 Abschnitte ermittelt, die mit dem Körpergewicht im Zusammenhang stehen. Diese Gene sind verantwortlich für:

  • Den Hunger des Menschen, der Eine hat mehr, der Andere weniger.
  • Der Eine verbraucht kaum Energie und sammelt Fettreserven, de andere "verheizt" die Kalorien und bleibt schlank.
  • Gene bestimmen auch, wie die Fettreserven verwaltet werden.
  • Und, wo sich das Fett ablagert.

Nun kann man ja sagen: "Moment mal. Das Erbgut hat sich ja Inch so schnell verändert. Und vor einigen Jahrzehnten waren die Menschen bei weitem nicht so übergewichtig wie heute." Stimmt. Aber inzwischen weis man, dass der Lebensstil darüber entscheidet, ob bestimmte Gene aktiviert oder abgeschaltet werden. Das könnte bedeuten:

  • Bei regem Sport werden die Dickmachergene gar nicht erst aktiv
  • Gesundes Essverhalten wirkt sich günstig auf die Genaktivität aus
  • Fastfood-Ernährung schaltet die Dickmachergene an.

3. Schlafmangel macht dick

Früher sagte man: Wer sich die Nächte um die Ohren schlägt, der wird nicht dick. Heute weiss man: Je kürzer die Nacht, desto dicker der Bauch. In einer gross angelegten amerikanischen Langzeitstudie wurde festgestellt, dass bereits eine verkürzte Schlafdauer auf durchschnittlich sechs Stunden das Risiko zum Übergewicht um 23 Prozent vergrösserte. Wer vier Stunden oder noch weniger schlief, der hatte schon ein Risiko von 73% übergewichtig zu werden. Einer der Gründe könnte sein: Im Schlaf produziert der Körper das Hormon Leptin. Dieser Botenstoff unterdrückt Hungergefühle, damit man nachts nicht mit knurrendem Magen erwacht. Kurzschläfer produzieren dagegen größere Mengen des Hungerhormons Grehlin - und essen deshalb mehr.

4. Darmbakterien sorgen für Übergewicht

Die Entscheidungsschlacht ums Dickwerden wird im Darm geschlagen. Die Darmflora wird von mindestens tausend verschiedenen Mikroorganismen gebildet. Aber: Manche Menschen haben besonders fleissige und tüchtige Darmbakterien. Die spalten auch Kohlenhydratmoleküle auf, die bei anderen Menschen unverdaut wieder ausgeschieden werden. Die Folge: Diese Menschen brauchen weniger Nahrung um die gleiche Menge Energie zu erzeugen, wie andere. Da sie aber meistens nicht weniger essen, werden sie eben dick. Untersuchungen haben bewiesen, dass bestimmte Darmbakterien bei übergewichtigen Menschen häufiger vorkommen.

5. Zusatzstoffe schaufeln Fett auf die Hüfte

Wir bekommen kaum noch naturbelassene Nahrungsmittel auf den Tisch. Ob in Fruchtsäften, Joghurt, Snacks - überall sind Aromen, Würzen, Geschmackverstärker oder Zuckerzusätze drin. Da wird zum Beispiel Fruchtzucker als Lösung angeboten. Dabei haben Studien ergeben, dass er die Insulinresistenz und damit Diabetes fördert. Ausserdem soll er zu einer stärkeren Zunahme führen als andere Kohlenhydrate.

Auch Glutamat steht im Verdacht, ein heimlicher Dickmacher zu sein: Er soll die Esslust ankurbeln. Generell kann man sagen, dass besonders süsse, würzige oder fette Speisen das Belohnungszentrum im Gehirn anregen - wie eine Droge. Wer ständig aufgepeppte Nahrung zu sich nimmt, der verspürt eine immer grössere Lust auf Essen, er wird sozusagen süchtig auf den Kalorienkick - und damit immer dicker.




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