Täglich berichten alle Medien über den Dioxin-Skandal. Es gibt immer wieder neue Meldungen über die Belastungen von Eiern, Hühnerfleisch. Man hört Aussagen von „ sehr gefährlich“ bis „ keine akute Gefahr“. Der Konsument ist verunsichert. Und er vermisst in all dem Chaos Ratschläge, was er tun kann, um die Dioxin-Gefahr im eigenen Körper zu reduzieren. Hinweise, dass er auf Bio-Ware zurückgreifen oder längere Zeit auf Eier und Hühnerfleisch verzichten sollte, verstärken die Angst, sind aber keine wirkliche Hilfe in der gegewärtigen Situation, Prof. Hademar Bankhofer sprach über dieses heikle Thema mit einem der führenden Umweltmediziner Deutschlands, Doz.Dr. Bodo Kuklinski, Facharzt für innere Medizin, für Umwelt- und Nährstoffmedizin, Leiter des Diagnostik- und Therapie-Zentrums für Umweltmedizin in Rostock.
Bankhofer: Millionen Konsumenten fühlen sich im Zusammenhang mit dem Dioxin-Skandal allein gelassen. Vor allem gesundheitsbewusste Menschen wollen wissen: Kann ich selbst überhaupt etwas tun? Gibt es eine Chance, meinen Körper vor dem Dioxin-Gift zu schützen? Kann ich mir selbst helfen, wenn ich auch schon belastetet Eier gegessen habe?
Doz.Dr. Kuklinski: Natürlich kann man etwas tun.
Bankhofer: Was kann jeder Einzelne für sich tun, um das Dioxin wieder aus dem Körper auszuleiten?
Doz.Dr. Kuklinski:
Auf Ihre Frage gibt es eine einfache Antwort: Wir können die Kraft vom Spurenemelent Silicium nutzen. Dioxine sind fettlösliche Substanzen, die sich im Fettgewebe des Körpers speichern. Der Körper versucht sie über die Leber und Galle auszuscheiden. Daher treten speziell hier hohe Konzentrationen auf. Das Verhängnisvolle dabei ist, dass diese fettlöslichen Substanzen im Darm wieder rückresorbiert, also gleich wieder aufgenommen werden.
Bankhofer: Und wie kann Silicium hier helfend eingreifen?
Doz.Dr. Kuklinski: Das Silicium kann diesen sogenannten enterohepatischen Kreislauf unterbrechen. Seine Kristallstruktur bindet toxische – also giftige – Substanzen, tauscht diese gegen gesundes Kalium, Magnesium und Calcium aus dem Kristallgitter aus und scheidet damit diese über den Stuhl aus.
Bankhofer: Ist das eine hochaktuelle, neue Erkenntnis?
Doz.Dr. Kuklinski: An und für sich ist dieses Wissen nicht neu. Schon zur Zeit unserer Urgroßmütter war es auf dem Land – vor allem im Salzburger Lungau - vielfach üblich, dass die ganze Familie während der Wintermonate Zinnkraut-Tee getrunken hat. Die Heilpflanze Zinnkraut ist auch unter dem Namen Ackerschachtelhalm bekannt. Sie enthält 75 Prozent hochreines, biologisch gewachsenes Silicium. Der Tee musste 15 Minuten köcheln, wurde vormittags und nachmittags zwischen 10 Uhr 15 Uhr getrunken. Vom November bis März. Dieser interessante Ansatz zeigt uns wieder einmal eine Weisheit der Volksmedizin. Da im Winter auch in früheren Zeiten mehr Fett gegessen wurde, weil Fett Wärme produziert, wurde der Gallenfluss ageregt. Die Gallenblase zog sich zusammen, entleerte sich, wobei auch damals schon Gifte ausgeschieden wurden. Vermutlich beruht diese Volksweisheit unserer Vorfahren vor tausenden Jahren, die aufmerksam beobachteten, dass Tiere oft Schlamm aus weißer Tonerde aufpickten oder aufleckten. Diese Erkentnis war ja auch im Zweiten Weltkrieg für viele Soldaten eine Hilfe. Bei einer Erkrankung wie der Ruhr war die Einnahme von Weißtonerde die einzig wirksame Maßnahme.
Bankhofer: Das klingt so einfach. Macht es Sinn, auch für das Ausscheiden von Dioxin Zinnkraut-Tee trinken?
Doz.Dr. Kuklinski: Man sollte zweimal täglich eine Tasse von dem Tee trinken. Man kann ihn für den ganzen Tag in einer Kanne vorbereiten und dann über den Tag konsumieren.
Bankhofer: Sollten Patienten, die Medikamente einnehmen müssen, auf etwas achten?
Doz.Dr. Kuklinski: Sie müssen darauf achten, dass zwissen dem Trinken des Zinnkraut-Tees und der Einnahme der Medikamente eine Pause von zwei bis drei Stunden eingehalten wird.
Bankhofer: Kann man Silcium auch in einer anderen Form zuführen?
In Apotheken und Reformhäusern wird Silicium aus Zinnkraut in Form von Gels oder in flüssiger Form angeboten. Da verrührt man täglich einen Esslöffel in einem Glas Wasser. Am preiswertesten ist der Zinnkraut-Tee.
Gilt diese Wirkung des Zinnkraut-Tees und des Siliciums nur für das Dioxin?
Doz.Dr. Kuklinski: Nein. Durch die giftbindende Wirkung werden auch Schwermetalle gebunden und ausgeschieden.
Bankhofer: Wie sehen Sie die Dioxin-Belastung, die uns jetzt alle Angst einjagt?
Doz.Dr. Kuklinski: Das ist nur ein Mosaiksteinchen in der Situation der gesamte Belastungen. Alle Jahre erfahren wir von Erdbeeren, die mit Antipilzmittel belastet sind, von Trauben, die pestizid belastet sind, von Birnen, Beeren und Paprika aus benachbarten Ländern. Die Zeitschrift Ökotest berichtet immer wieder von Biociden, Pestiziden und anderen Substanzen in Karotten, Kartoffeln und Salaten aus europäischen Ländern. All diese Belastungen summieren sich.
Bankhofer: Wie steht es um die Altlasten, die heute kaum mehr im öffentlichen Bewusstsein vorhanden sind?
Doz.Dr. Kuklinski: DDT-Belastungen aus den Fünziger-Jahren sind heute noch in der Nahrunskette – besonders beim Fisch – nachzuweisen. Dann sind da die PCP-Belastungen aus mit Holzschutz-Mittelen belasteten Häusern. Ganz zu schweigen von den PCB-Belastungen aus elastischem Verfugungsmaterial bei Betongebäuden der Fünfziger- und Siebzigerjahre. Und dann sind da noch die Bisohenol-A-Belastungen in Plastik, Farben, Konservendosen. All diese Substanzen wirken ähnlich wie Dioxine als Proöstrogene. Sie greifen die Nerven an, hemmen das Immunsystem und sind krebserregend. Vor allem in den Wintermonaten kommt zu all dem noch die hohe Nitratnelastung von Blatt- und Wurzelgemüse dazu: vor allem im Spinat, Feldsalat, Blattsalat, Eisbergsalat, Rote Bete. Nitrate sind Vitamin-C -Fresser , verbrauchen das Vitamin E im Magensaft, wirken ebenfalls krebserregend. Man muss aber auch auf die Trinkwasser-Belastungen durch Antibiotika und Hormone hinweisen, die Kindern im Mutterleib schaden können. Wie gesagt: Die gegenwärtige Dioxin-Affäre ist nur ein Mosaiksteinchen der gesamten Belastungsituation.
Bankhofer: Gibt es eine Rettung aus diesem Teufelskreis der Giftbelastungen?
Doz.Dr. Kuklinski: Zum Glück denken viele Menschen bereits um. Das zeigt die positive Entwicklung zur biologischen Landwirtschaft. Leider drängen viele Menschen bei der Ernährung zu Billigprodukten, die von einer industrialisierten und chemisierten Landwirtschaft produziert werden. Der Einzelne sollte auf natürliche Weise entgiften und sollte die Kraft von Silicium nutzen. Das ist übrigens auch ganz wichtig für alle Menschen, die abnehmen. Im Fett eines Übergewichtigen sind fettlösliche Gifte wie Dioxine, PcB, DDTund Bisphenole gespeichert. Werden Sie durchs Abnehmen aus dem Fett geholt, sind sie im Blut und im Gallensaft unterwegs.
Doz. Dr. Kuklinski, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
| Doz.Dr. Bodo Kuklinski, einer der führenden Umweltmediziner Deutschlands, Facharzt für innere Medizin, für Umwelt- und Nährstoffmedizin, Leiter des Diagnostik- und Therapie-Zentrums für Umweltmedizin in Rostock. |
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