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Dioxin-Skandal: Höhere Strafen gefordert

Zum brennend aktuellen Thema Dioxin-Skandal und seine Folgen hat www.bankhofer-gesundheitstipps.de die Leiterin der Ernährungsabteilung der Verbraucherzentrale Bayern, Sabine Haeberlein (48), interviewt.


Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Warum konnten diese dioxinverseuchten Fett überhaupt in die Futtermittel gelangen?

Sabine Haeberlein: Es gibt zu wenig Kontrolleure, die auf diesem Gebiet Produktion und Weiterverkauf überwachen. In einigen Bundesländern kommt ein Kontrolleur auf 1 200 Betriebe.

Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Fehlt es an gesetzlich vorgeschriebenen Tests?

Sabine Haeberlein: Es gibt Tests, aber denen können sich gewissenlose Hersteller leicht entziehen. Die Tests müssten bereits bei den Vorläufern der Futtermittelhersteller stattfinden.

Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Würde ein Einfärben von Industriefetten helfen?

Sabine Haeberlein: Das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit. Aber noch besser wäre eine strikte Trennung der Produktion: Das eine ist industrielles Fett, das andere ist Fett, das über die Futtermittel in die Nahrungskette kommt.

Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Müssen die Strafen für solche Delikte erhöht werden?

Sabine Haeberlein: Das ist mit Sicherheit nötig. Was nützt es Bußgelder zu verhängen, wenn der Täter in die Tasche greift und sie locker bezahlt? Da muss es Berufsverbote geben, da müssen die Bußgelder so hoch sein, dass jeder weiß: Wenn ich erwischt werde, dann ist mein Betrieb auch futsch.

Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Jetzt heißt es wieder: Ja, irgendwo ist der Verbraucher doch selber auch schuld, es müssen die Lebensmittel ja immer billiger werden. Stimmt das?

Sabine Haeberlein: Das ist Unfug und eigentlich eine Unverschämtheit. Denn auch preiswerte Lebensmittel müssen gesund und wertvoll sein. Auch billig darf nicht kontaminiert sein und krank machen. Dafür muss der Anbieter einfach sorgen.

Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Wurden in diesem Fall schon Dioxins in Bio-Eiern festgestellt?

Sabine Haeberlein: Dioxine sind in fast jedem Lebensmittel. Sicher ist nur, dass es in Bio-Eiern keine erhöhten Werte gibt, denn die dürfen solche Futtermittel nicht verwenden.

Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Hat der Kunde eigentlich eine Chance durch Rückfrage beim Kauf festzustellen, ob die gerade gekauften Eier zu den belasteten gehören?

Sabine Haeberlein: Ja, die hat er. Das geht über die Stempel auf den Eiern.

Bankhofer-Gesundheitstipps.de: Mit der bisher bekannten Menge von ca. 3 500 Tonnen ausgeliefertem Dioxin-Fett können bis zu 150 000 Tonnen Futtermittel verseucht worden sein. Kann eine solche unglaubliche Menge eigentlich kontrolliert werden?

Sabine Haeberlein: Das muss geschehen. Obwohl ich denke, dass es sehr schwer sein wird.




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