Sauerkraut ist die beste einheimische Naturarznei die wir haben. Ob gekocht, gedünstet, roh oder gebraten es versorgt uns mit vielen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Wie Sie es selbst zubereiten können, warum es gut für Herz, Darm, Gehirn und Knochen ist, warum es auch die Liebeskraft stärkt.
Vielfach ist das Wetter daran schuld, dass jetzt schon wieder so viele Menschen erkältet sind. Da ist die Vitamin-C-Zufuhr ganz wichtig. Und ein klassischer Lieferant für Vitamin C ist ja das Sauerkraut. Doch Sauerkraut kann viel mehr. Es ist eine Naturarznei, ideal für die kalte Jahreszeit.
Man kann heimisches Sauerkraut im Reformhaus, aber auch im Supermarkt kaufen. Man kann es aber auch selbst herstellen. Das ist gar nicht so schwer. Und es hat den Vorteil , dass man ein besonders mildes Sauerkraut zur Verfügung hat. Außerdem macht es Spaß, sein eigener Sauerkraut-Produzent zu sein.
Man schneidet frisches Weißkraut in feine Streifen, gibt diese in ein verschließbares Glas, am besten in ein Einweck-Glas, und drückt die Krautstreifen mit einem Holzlöffel fest zusammen, nachdem man Kümmel und Wacholderbeeren daruntergemischt hat. Ein Geheimtipp: Geben Sie zwei Esslöffel Brottrunk aus dem Reformhaus als Gärungshilfe dazu. Und füllen Sie das Glas mit abgekochtem, kaltem Wasser auf. Pro Liter Wasser geben Sie 15 Gramm Salz dazu. Schliessen Sie das Glas und lassen sie es 4 Wochen stehen. Und dann haben Sie bereits ein mildes, schmackhaftes Sauerkraut. Man kann das Sauerkraut natürlich auch im großen Stil in einem kleinen Fass oder in einem großen Tongefäß ansetzen.
Es ist nicht gut, Sauerkraut aus dem Handel mit Wasser milder zu machen, wenn es zu salzig oder zu scharf schmeckt. Dabei wäscht man nämlich die wertvollen Wirkstoffe heraus.
Die Chinesen, Phönizier, später die Griechen und Römer kannten schon Sauerkraut. Der griechische Arzt Hippokrates hat seinen Patienten Sauerkraut als Stärkungsmittel verordnet. Bei den römischen Legionären war es ein Teil der Pflichtverpflegung. Captain Cook hat auf seinen Seereisen immer 60 Fässer Sauerkraut mit an Bord gehabt. Und es gab für die Matrosen Prügelstrafe, wenn einer sein tägliches Sauerkraut nicht aß. Man hat damals die Erfahrung gemacht: Wenn Matrosen auf ihren weiten Reisen Sauerkraut aßen, dann bekamen sie kein Scorbut. Die Zähne fielen ihnen nicht aus. Heute wissen wir: Das Sauerkraut schützte vor dem Vitamin-C-Mangel. Sein größte Bedeutung aber bekam das Sauerkraut im Laufe der Zeit als Naturarznei auf dem Land. Da konsumierte man es, damit die bäuerliche Familie gesund durch den Winter kommen konnte.
In Korea ist es heute noch üblich, dass in vielen Familien in der Küche immer ein Fässchen „ Kimchi“ – so nennt man dort das Sauerkraut – bereit steht. Man holt sich ein oder zweimal am Tag eine Gabel voll heraus und kaut das milchsaure Kraut intensiv.
Das Vitamin C ist natürlich nicht das einzig Wertvolle, das uns das Sauerkraut liefert. Da kommen noch viele andere Wirkstoffe zum Tragen:
Und das kann man gezielt mit Sauerkraut für die Gesundheit tun:
Der Wirkmechanismus dieser Substanzen ist so faszinierend, dass amerikanische Forscher bereits daran arbeiten, den Gärungsprozess beim Sauerkraut so zu beeinflussen und zu verbessern , damit dabei noch mehr Isothiocyanate produziert werden.
100 bis 150 g am Tag genügen
Die Frage ist nun: Wie viel Sauerkraut muss ich denn so essen, damit ich eine medizinsche Wirkung erreiche? Die Ernährungswissenschaft gibt vor: 100 bis 150 Gramm pro Tag. Das sind etwa 2 bis 3 gehäufte Gabeln voll. Wichtig ist auch, dass man das Sauerkraut sehr gut und intensiv kaut. Auch Diabetiker dürfen Sauerkraut essen. Es handelt sich um eine sogenannte „freie“ Gemüsesorte, die den Diabetiker überhaupt nicht belastet. Wenn man Sauerkraut für die Gesundheit konsumiert, dann sollte es in rohem Zustand sein. Und man sollte darauf achten, dass keine chemischen Zusätze zur Herstellung verwendet wurden.
Wichtig ist auch: Wer regelmäßig Sauerkraut isst, sollte salziges Essen meiden, weil im Sauerkraut viel Salz enthalten ist. Damit der Körper nicht zuviel davon abbekommt.
Und wenn man Sauerkraut zubereitet, dann sollte man es nicht länger als 20 bis 25 Minuten sanft köcheln lassen. Sonst wird es weich und inhaltlos. Und es schmeckt besonders gut , wenn man vor dem Servieren ein paar Tropfen Olivenöl darauf gibt. Dazu mein persönlicher Tip: Geben Sie auf das gekochte Sauerkraut eine kleine Gabel voll feingehacktes rohes Sauerkraut obendrauf. Dann ist das Ganze besonders gesund.
Bild: © Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia.com
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