Milch und Milchprodukte, Buttermilch oder auch Käse werden zu den "gesunden" Nahrungsmitteln gezählt. Leider nicht für alle Menschen: Rund 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Milchzucker-Unverträglichkeit, Laktose genannt. Die Folgen: Kopfschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit Darmkoliken. Was Laktose ist, wie man sie entdecken kann, wie Sie Laktose behandeln können.
Die wenigsten Betroffenen ahnen, dass gar keine Infektion dahinter steckt. Sie schreiben ihre regelmäßigen Durchfälle auf das Konto von Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr. Dabei steckt ein harmloser Stoff dahinter, den gesunde Menschen problemlos vertragen: Milchzucker.
Und der steckt in sehr vielen Lebensmitteln. Wir essen mehr Milchprodukte als je zuvor. Dies vielfach auch, ohne es überhaupt zu wissen. Denn Milchzucker steckt eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Quark, sondern auch häufig in Wiener Würstchen, Backwaren, Zuckersachen, Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten.
Es ist also nicht einfach, laktosefrei zu leben. Aber ist nicht schwer, festzustellen ob die oben erwähnten gesundheitlichen Probleme von einer Milchzucker-Unverträglichkeit herrühren: Gehen Sie zum Arzt und lassen dort einen Laktose-Test machen. Zu diesem Zweck muss man morgens nüchtern erscheinen und erhält eine Lösung mit 50 Gramm Milchzucker zu trinken. Dann wird in zeitlichen Abständen etwas Blut entnommen, beziehungsweise der Wasserstoffanteil in der Atemluft gemessen. Beide Verfahren geben Aufschluss darüber, ob der Milchzucker in abnormaler Weise vom Körper verwertet wird.
Laktose-Intoleranz ist ein Enzymdefekt Der ist bei Männern wie Frauen etwa gleich häufig. Der Organismus bildet zu wenig (oder gar kein) Enzym Laktase. Das braucht er aber, um den Zweifachzucker Laktose in seine Bestandteile Traubenzucker und Galaktose aufzuspalten.
Mit zunehmendem Alter bildet der Körper immer weniger Laktase. Wenn dieses Enzym fehlt, wird der Milchzucker nicht verdaut, sondern in tiefere Abschnitte des Darms abgeschoben, wo Bakterien ihn zu Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan zersetzen. Diese Kleinmoleküle ziehen Wasser aus dem Organismus in den Darm; entstehende organische Säuren aktivieren die Darmbewegung, und schon haben Sie einen Durchfall.
Dazu können folgende gesundheitlichen Probleme kommen:
Hier kann Milchzucker drin sein:
Deshalb ist es wichtig, sich zu erkundigen ob die angebotenen Lebensmittel laktosefrei sind.
Auf der sicheren Seite sind Sie bei folgenden Lebensmitteln:
Zum Glück gibt es zwei Milchprodukte, die von den meisten Laktose-Patienten recht gut vertragen werden: Joghurt und Kefir. Der Grund: Die darin enthaltenen Laktobakterien ersetzen sozusagen die Laktase – und helfen den Milchzucker im Darm abzubauen.
Noch etwas: Milchzucker wird als leichtes Abführmittel angepriesen, dabei jedoch die manchmal schädliche Wirkung auf den Organismus nicht erwähnt.
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