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Herzinfarkt: Mehr Frauen sterben

Herzinfarkt: Mehr Frauen sterbenAlarm für die Frauen: Ihre Überlebenschance bei einem Herzinfarkt ist wesentlich geringer als die von Männern! Und die Zahl der Infarkte bei Frauen steigt, die der Männer nimmt ab. Inzwischen erleiden 130 000 Frauen jährlich einen Herzinfarkt. Der Grund: Frauen wissen viel weniger über die Risikofaktoren, über Herzschutz und herzgerechte Ernährung. Und sie haben andere Risikofaktoren als Männer. Welche das sind, was Frauen tun müssen, wie sie den Infarkt vermeiden können.


56% überleben den ersten Herzinfarkt nicht

Bei einem Herzinfarkt entscheiden Sekunden über Leben und Tod. Daher ist es einfach ungeheuerlich, dass Frauen nach einem erlittenen Herzinfarkt durchschnittlich 30 Minuten später in ein Krankenhaus eingeliefert werden als Männer. Deshalb sterben auch mehr Frauen als Männer mit Herzinfarkt schon vor dem Erreichen des Krankenhauses. Der Grund: Ein Infarkt verursacht bei Frauen andere Beschwerden als bei Männern - sie leiden anders, der Infarkt wird nicht erkannt. 56% der Frauen überleben ihren ersten Infarkt nicht. Ihr Überlebenschancen sind damit viel geringer als die von Männern.

Frauen haben andere Risiken als Männer, einen Infarkt zu erleiden:

  • Berufstätige Frauen sind durch ihre Doppelrolle in Beruf und Familie einer viel höheren Stressbelastung als Männer ausgesetzt.
  • Diabetikerinnen sind sechsmal stärker als gesunde Frauen durch Herzinfarkt bedroht – und damit doppelt so sehr wie Männer.
  • Frauen, die rauchen und gleichzeitig die Anti-Baby-Pille nehmen, haben ein 20 Mal höheres Infarktrisiko als Nichtraucherinnen – das wissen vor allem jüngere Frauen kaum.
  • Bei Frauen erhöht sich das Risiko bei erhöhten Triglyzeriden etwa doppelt so stark wie bei Männern. Auch niedrige Werte des „guten Cholesterins HDL“ wirken sich bei ihnen negativer aus. Das bedeutet: Die Cholesterin-Problematik ist für Frauen viel gefährlicher als für Männer.
  • Inzwischen bezeichnen Ärzte das Zusammentreffen der Risikofaktoren Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörung bei Frauen als „tödliches Quartett“.

Ein "herzgesunder" Lebensstil rettet Ihr Leben

Herzspezialist Prof. Alois Sedlmayer von der Uniklinik München: "Etwa fünfundneunzig Prozent aller Herzinfarkte die Frauen in Westeuropa betreffen, wären durch einen herzgesunden Lebensstil vermeidbar. " Der ist relativ einfach zu erreichen:

Eine fettärmere, dafür an Obst, Gemüse, Salat und Vollkornprodukten reichere Ernährung. Abbau von Übergewicht (kommt da eigentlich automatisch), Verzicht auf Nikotin und übermässigen Alkoholgenuss und regelmässig betriebener Sport. Eigentlich alle ganz einfach und für jede Frau durchführbar.

Bisher war der Herzinfarkt eine Männerdomäne. Jetzt aber ist es höchste Zeit, sich um die weibliche Seite dieser oft tödlichen Erkrankung zu kümmern. Die Kardiologin Verena Stangl von der Charite´ in Berlin ist da Spezialistin: "„Bei nahezu jeder zweiten Frau treten die klassischen Infarktbeschwerden wie Engegefühl in der Brust und ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm überhaupt nicht auf“.

Dafür gibt es Infarkt-Warnungen, die überwiegend bei Frauen auftreten:

  • Kurzatmigkeit (42% der Fälle)
  • Schlafstörungen (48% der Fälle)
  • Ungewöhnliche plötzliche Müdigkeit (70% der Fälle)
  • Übelkeit bis zum Erbrechen (40% der Fälle
  • Schmerzen in Nacken und Hals (16% der Fälle)

Nur wenige Frauen wissen über die Bedeutung dieser Anzeichen bescheid, auch viele Ärzte nicht. Die Folge: Der drohende Infarkt wird nicht erkannt, es kommt zur Katastrophe: Weil niemand den dringend benötigten Rettungsarzt ruft.

Verringern Sie Ihr Herzinfarkt-Risiko

Deshalb ist es ganz wichtig, dass Frauen ihre ganz speziellen Risiken für einen Infarkt verringern. Durch Vorbeugung. Prof. Sedlmayr hat da eine Liste aufgestellt:

  1. Das Risiko kann um 50% gesenkt werden, wenn das Rauchen aufgegeben wird.
  2. Ihr Risiko sinkt um 36%, wenn sie "herzgesund" essen: Mehr als 400 g Obst und Gemüse am Tag, viele Vollkornprodukte, Nüsse, nur mageres Muskelfleisch und zweimal in der Woche fetter Meeresfisch (Hering, Makrele, Lachs). Eingeschränkter Alkoholkonsum (halber Liter Bier, Viertelliter Wein), nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz pro Tag.
  3. Regelmäßig Sport (drei- bis viermal die Woche, je 20 bis 40 Minuten). Wenn Sie jeden Tag 30 Minuten schnell gehen, dann hilft das schon deutlich.
  4. Sie haben Übergewicht? Runter damit. Ihr Taillenumfang sollte 88 Zentimeter betragen, besser noch nur 80.
  5. Beobachten Sie Ihren Blutdruck. Er sollte unter 140/90 liegen.
  6. Verringern Sie Ihre Stressbelastun in Beruf und Familie.
  7. Normalisieren Sie Ihre Blutfettwerte. Das LDL-Cholesterin sollte unter 130, das HDL über 45, die Triglyzeride unter 200 mg/dl liegen.

Information: www.obx-medizindirekt.de




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