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Gesundheit & Vorsorge

Frühjahrsputz: Unfälle vermeiden

Frühjahrsputz: Unfälle vermeidenMit dem Frühling kommt der Frühjahrsputz - und schon schnellt die Zahl der Hausunfälle steil nach oben. Wußten Sie, dass es mehr tödliche Unfälle im Haus gibt als auf der Strasse? Das muss ja nun wirklich nicht sein. Deshalb habe ich für Sie ein kleines Brevier zusammengestellt, wie man die Hausunfälle beim Frühjahrsputz vermeiden kann. Und Kreuzschmerzen und Bandscheibenverschleiß ebenfalls.


Hauptproblem: Der Staubsauger



Wenn der Winter allmählich zuende geht, stehen viele von uns bereits in den Startlöchern zum großen Frühjahrs- Putz. Das Ergebnis ist dann eine blitzblanke Wohnung, in der alle Spuren des Winter eliminiert sind. Doch die Arbeit an sich, die bis dahin zu verrichten ist, kann ganz schön gefährlich sein. Ärzte wissen da aus dem Kreis Ihrer Patienten eine Menge zu erzählen. Es werden beim Sauubermachen viele Fehler gemacht. Es kommt zu Abschürfungen, zu Schnittwunden, Knochenbrüchen, Rückenschmerzen, zu Bandscheiben- Vorfällen, hin und wieder auch zu einem Sturz, der tödlich ausgeht.


Eines der wichtigsten Geräte im Haushalt für das Saubermachen ist der Staubsauger. Das eifrige Hantieren damit führt oft zu Rückenschmerzen und anderen Beschwerden. Schuld daran sind die Handstangen vieler Staubsauger. Sie sind zu kurz. Die Folge: Wer den Staubsauger bedient, der arbeitet ständig in vorgebeugter Haltung. Damit sind Schmerzen im Kreuz vorprogrammiert.


Wenn man jetzt in dieser nicht gesunden Haltung eine Drehung des Oberkörpers und der Wirbelsäule macht, dann steigt das Risiko für einen Bandscheibenvorfall ganz enorm. Man muß sich das so vorstellen: Der Faserring einer Bandscheibe reißt. Der gallertartige Kern wird herausgedrückt.


Kaum jemacht denkt daran, daß Staubsaugen -speziell in falscher Haltung - die Pulsfrequenz auf etwa 113 Schläge pro Minute bringt. Das schafft eine Belastung von Herz und Kreislauf wie beim schnellen Gehen. Damit ist auch erklärt, warum soviele Menschen bei der Arbeit mit dem Staubsauger so oft ins Schwitzen kommen.


Staubsaugen - aber richtig




Kaufen Sie Geräte, die körpergerecht sind. So muß zum Beispiel die Stange des Staubsaugers so lange sein, daß man bei der Bedienung eine aufrechte Haltung einnehmen kann. Wenn jemand besoders großp ist, sollte er einen Staubstauger mit einer Stange kaufen, die man ausfahren kann.

Damit der Körper stabil bleibt, sollte man beim Staubsaugen aufrecht dahinschreiten. Die Muskeln am Bauch und am Gesäß sollten beim der Arbeit angespannt sein. Man muß Drehungen vermeiden. Das geht ganz einfach: Man geht einfach beim Wenden einen Schritt zur Seite.

Wenn man die Etage in der Wohnung oder im Haus wechselt, dann muß man den Staubsauger über die Treppe tragen. Wenn man das Gerät hebt, sollte man in die Knie gehen und sollte sich dann mit geradem Rücken aus den Beinen heraus aufrichten. Sie dürfen das Gerät niemals aus dem kreuz hochheben

Tragen Sie den Staubsauger ganz nahe am Körper. Je weiter Sie ihn vom Körper halten, desto schwerer ist er zu transportieren und belastet ganz stark die Bandscheiben sowie die ganze Wirbelsäule.


Speziell ältere Menschen müssen darauf achten, daß sie nicht über den Staubsauger stürzen, weil sie sich zum Beispiel am Kabel verfangen haben.


Wenn jemand unter einer Hausstaub-Allergie leidet, so muß er einen Staubsauger kaufen, der über einen speziellen Mikrofilter verfügt. Es gibt speziellen Geräte für Allergiker.

Sehr gefährlich kann auch ein durchgescheuertes Kabel am Staubsauger sein. Das Gerät wird dann zur tödlichen Elektro-Falle.


Die Leiter: Das grösste Risiko




Wenn es um den Frühjahrsputz geht, ist die Leiter ein ganz besonders gefährliches Instrument. Es kommt Jahr für Jahr zu vielen Stürzen von der Leiter. Viele betroffene müssen in eine Unfallstation eingeliefert werden. Man benötigt beim Saubermachen sehr oft eine Leiter: Wenn man die Vorhänge abnimmt oder wieder aufhängt, wenn man die Deckenleuchten sauber macht oder wenn man die Fenster putzt.


So kann man gefährliche Leiterstürze vermeiden:


Ältere Menschen sollten nicht mehr auf eine Leiter steigen, ganz besonders dann, wenn sie allein zuhause sind. Auf einer Leiter muß man schwindelfrei sein. Das ist oft bei Menschen über 65 nicht der Fall.

Man sollte mit festen Schuhen auf die Leiter steigen und nicht mit weichen Pantoffeln.

Man sollte vorsichtig und langsam auf die Leiter steigen.

In erster Linie aber muß man, wenn man auf einer Leiter steht, bei sogenannten Überkopf-Arbeiten vorsichtig sein. Das ist vor allem beim Aufhängen eines Vohanges und beim Säubern einer Lampe der Fall. Da entstehen Situationen, in denen man den Kopf weit nach hinten beugt. Und dabei werden zwei wichtige Blutgefäße im Nacken abgeknickt. Der Blutdrom wird gedrosselt oder total unterbrochen. Diese Blutgefäße versorgen aber das Gehirn mit Nährstoffen und Sauerstoff. Die Folge: Man bekommt auf der Leiter einen Schwindelanfall. Oder man kann das Gleichgewicht nicht halten. Man stürzt von der Leiter.


Besonders verhängnisvoll können Stürze in der Wohnung bei älteren Menschen zu Oberschenkelhalsbruch führen. Solche Unfälle gehen in etlichen Fällen tödlich aus. Auch Brüche in der Wirbelsäule und im Becken sind sehr problematisch.


Was immer man im Zuge eines Frühjahrsputzes tut: Man sollte sich immer bemühen, in aufrechter Haltung zu arbeiten. Wer ständig vorgebeugt geht oder steht, der belastet damit ununterbrochen die Wirbelsäule. Und das wieder wirkt sich sehr negativ auf die Bandscheiben aus.


Man schont bei Hausarbeiten den Rücken am besten, wenn man aufrecht steht und die Knie leicht gebeugt hat. Das gibt eine gute Standfestigkeit und schont den gesamten Bewegungs-Apparat. Darauf sollte man beim Bügeln achten. Versuchen aber einmal, im Sitzen zu bügeln. Das ist viel gesünder.


Wer beim Wohnungsputz mit Wasser hantiert, sollte dabei Gummi-Handschuhe tragen. Oder man muß die Hände sofort abtrocknen. Wer mit nassen Händen arbeitet, der verstärkt das Risiko für Gelenkschmerzen. Durch die Nässe entsteht Verdunstungskälte. Dabei kommt es zu einem massiven Wärmeverlust. Die Gelenke werden gereizt, können sich entzünden.


Der Frühjahrsputz macht schlank



Doch der Frühlingsputz ist nicht nur gefährlich. Er hat auch seine positiven gesundheitlichen Aspekte. Vor allem für jene, die schlank bleiben oder schlank werden wollen, die aber weder Zeit noch Geld haben, in ein Kurzentrum zu gehen oder ein Fitness-Studio zu besuchen. Ein paar interessante Zahlen aus dem Alltag werden Ihnen beweisen, wie fit, vital und schlank Hausarbeit machen kann. Man kann damit täglich eine beachtliche Menge an Kilokalorien abbauen.


Wer zum Beispiel eine Stunde lang auf den Knien den Fußboden schrubbt, der stärkt den Oberkörper, die Muskeln der Oberarme und verbraucht 226 Kilokalorien. Wer eine Stunde lang die Fenster putzt, der trainiert die Armmuskeln und baut 216 Kilokalorien ab. Beim Staubsaugen verliert man 212 Kalorien und stärkt dabei die Muskeln von Armen und Händen.

Wer den Bauch und den Rücken trainieren möchte, der sollte eine Stunde lang Wäsche auf die Leine hängen. Kilokalorien-Verlust: 171. Ja, sogar Kartoffel schälen bringt es. Man baut 150 Kilokalorien ab und stärkt die Handmuskeln. Beim Staubwischen verliert man 148 und beim Bügeln 126 Kilokalorien. Welche Bilanz kann man aus all diesen Zahlen ziehen? Es lebe die Hausarbeit ! Es lebe der Frühjahrsputz. Doch bitte: Denken Sie an die Gefahren, die dabei entstehen und wie man sie vermeiden kann.