Vor der Flugreise steht die Durchleuchtung. Waren es bisher fast immer nur Metalldetektoren, so geht es jetzt um den weltweiten Einsatz von Körperscannern. Damit sollen auch unter der Kleidung versteckte Waffen und vor allem auf Metalldetektoren nicht ansprechender Sprengstoff gefunden werden. Was aber ist ein solcher Scanner, wie funktioniert er und ist er gefährlich für die Gesundheit?
Terahertz-Strahlen gehen unter die Haut
Bei Terahertz-Strahlen handelt es sich um elektromagnetische Wellen. Sie liegen in einem Spektrum zwischen den Infrarot- und den Mikrowellen und sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Ihr Bereich reicht von ein bis zehn Terahertz. Ein Terahertz entspricht einer Wellenlänge von einer Billion Schwingungen pro Sekunde, also extrem kurze Wellen.
So funktioniert der Terahertzstrahlen-Scanner
Die Technik hat zwei Möglichkeiten der Anwendung entwickelt:
1. Das passive Scanning
Dabei wird die natürliche Terahertzstrahlung des Körpers erfasst. Diese ist ein Teil der Wärmestrahlung, die jeder menschliche Körper hat. Dabei werden auf dem Bildschirm Gegenstände unter der Kleidung schemenhaft sichtbar.
2. Das aktive Scanning
Bei dieser Variante wird der Körper mit Terahertzstrahlen "beschossen". Aus deren Rückstrahlung - dem Echo sozusagen - wird ein genaues Bild des bestrahlten Körpers ermittelt. Der Bildschirm zeichnet ein dreidimensionales Bild auf, das die Figur genau erkennen lässt. Vor allem aber auch Gegenstände die auf oder am Körper getragen werden. Eine zugeschaltete Spektralanalyse könnte sogar die Beschaffenheit dieser erkannten Gegenstände ermitteln - also, ob es sich zum Beispiel um Sprengstoff handelt.
Das gesundheitliche Risiko von Ganzkörperscannern
Da liegen bisher kaum gesicherte Erkenntnisse vor. Das Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de) spricht sich jedoch eher für die passive Variante des Körperscannings aus, weil es dabei nicht zu einer zusätzlichen Strahlenbelastung des Körper kommt. Damit scheidet eine zusätzliche Gesundheitsgefährdung aus. Beim aktiven Scanning hingegen dringen die Strahlen einige Millimeter tief in den Körper ein. Dabei werden jedoch keine tiefer liegenden Organe erreicht. Aber: Die Eindringtiefe ist groß genug um die Zellen der Haut und des peripheren Blutkreislaufes zu erreichen. Dabei entstehende Schäden können sich sowohl lokal als auch in anderen Bereichen auswirken. Gesichert ist, dass diese Strahlung zu thermischen Wirkungen führen kann.
Das EU-Forschungsprogramm untersuchte laut Bundesamt für Strahlenschutz die Wirkung der Terahertzstrahlung auf Zellkulturen. Insbesondere die Einflüsse auf die DNA oder die Verteilung von Chromsomen (Gene , Erbmasse). Bei Bestrahlungen unter einer Stunde wurden keine Effekte entdeckt. Aber eine israelische Arbeitsgruppe (dort werden die Scanner schon eingesetzt) fand bei einer Bestrahlungen von mindestens zwei Stunden Störungen der Chromosomenverteilung.
Das Bundesamt für Strahlenschutz führt weitere Untersuchungen durch. Aber es zieht jetzt schon ein Fazit: Unter Strahlenschutzaspekten ist dem Einsatz von passiven Scannern eindeutig der Vorzug zu geben.
Hier werden Körperscanner schon eingesetzt
Auf dem Londoner Flughafen Gatwick wurden Körperscanner bereits vor sieben Jahren getestet. In Moskau sind die Geräte seit 2007 regulär im Einsatz. Bei Testläufen auf dem Amsterdamer Airport steht Passagieren ein Ganzkörperscanner derzeit offen. Weitere Geräte stehen auch in Israel, Australien, in der Schweiz und in den USA. In Deutschland wird der Körperscanner bisher nicht verwendet. Es wird jedoch diskutiert, ob sie nicht Mitte diesen Jahres auch bei uns zum Einsatz kommen.