Depression - die Krankheit, über die keiner spricht. Vor allem die Betroffenen nicht. Der Fall Torwart Enke - ein Selbstmord, der immer wieder passieren kann. Depressionen, das Schicksal vieler Prominenter: Ernest Hemmingway, Britney Spears, Virginia Wolf und Fußballstar Sebastian Deisler sind Beispiele dafür. Wenn die Gefühle versagen, wenn die Angst das Leben beherrscht - über vier Millionen Deutsche leiden daran, und sie leiden im Verborgenen. Und es kann jeden treffen. Die körperlichen und seelischen Symptome: Wie man sie erkennt, wie man helfen kann, was zu tun ist.
Depression vertreibt den Optimismus
Eine Depression ist wie ein schwarzes Loch, in dem man immer tiefer versinkt. Alles wird zur Last, Kleinigkeiten wachsen sich zu Problembergen aus, die Bewältigung des Alltags wird schwerer und schwerer. Vier Millionen Menschen leiden in Deutschland leiden an Depressionen, etwa 17 Prozent unserer Bevölkerung an einer Depression die unbedingt ärztlich behandelt werden muß. Wenn eine Depression auftritt, dann ist die gesamte Persönlichkeit und das ganze Leben betroffen: Das selbstständige Handeln, das Fühlen, die Planungen und auch das körperliche Befinden.
Die Leistungskurven gehen nach unten, die Kommunikation wird immer schlechter, depressive Menschen sind kaum noch ansprechbar und erreichbar. Das Denken und Handeln gleitet immer mehr ins Negative, sie sehen nur das Schlechte, das Unmachbare, haben keinen Optimismus mehr. Dazu kommen immer stärker werdende Selbstvowürfe. Sie verteidigen sich nicht mehr, Sie nehmen Schuld auf sich, Ihre Schuldgefühle wachsen ständig. In Ihnen wächst der Glaube, daß dieses Leben für Sie kein Glück mehr bereit hält, daß Sie nie mehr gesund werden, daß Sie nie mehr Karriere machen, daß Sie nie mehr mit einem anderen Menschen glücklich werden.
Depressionen machen den Körper krank
Depressive Menschen verschließen sich, sie schließen die Umwelt aus. Das bedeutet Konzentrationsverlust. Sie haben Angst, Entscheidungen zu treffen. Das reicht hin bis zu Kleinigkeiten wie: "Was ziehe ich heute an? Fahre ich wie immer zur Arbeit, oder nehme ich einen anderen Weg? Soll ich heute mittag richtig essen, oder erst am Abend?" Manchmal beginnt der Entscheidungskampf bereits mit der Frage: "Soll ich heute überhaupt aufstehen?" Und Ihre Gedanken bewegen sich wie in einem Teufelskreis immer um nur eine Frage: Sie grübeln sich richtig in die Depression hinein.
Ein solch miserabler seelischer Zustand wirkt sich natürlich auch auf den Körper aus. Sie haben keine Kraft mehr, Ihre Reserven sind erschöpft, Sie schleppen sich von Niederlage zu Niederlage. Sie stehen auf und sind wie gerädert, denn Sie finden keinen guten Schlaf mehr. Nach zwei drei Stunden tiefem Erschöpfungsschlaf drehen sich in Ihrem Kopf schon wieder die Mühlräder, beginnt schon wieder der gedankliche Teufelskreis. Das kann dann tagsüber ins Gegenteil umschlagen: Sie sind zappelig, ungeduldig, nervös und von leichter Erregbarkeit.
Keine Lust auf Sex
Bei Depressionen geht die Lust auf die Liebe verloren, es kommt zu Erektionsproblemen, zur Frigidität. Es kommt aber auch zu ganz handfesten Beschwerden wie Verstopfung oder Durchfall, zu Herzschmerzen, zu Magen-, Rücken- und vor allem zu Kopfschmerzen. Wir müssen diese Symptome beachten: Es sind Hilferufe des Körpers. Werden sie nicht beachtet, dann gerät der Betroffene immer tiefer in die Depression.
Und dann wird es ganz böse. Dann kommen die Selbstvorwürfe wie: "Ich schaffe es nicht mehr. Ich falle den anderen zur Last, ich vernachlässige meine Arbeit und meine Familie." Depressive Menschen reden sich ein Versagen und eine Schuld ein - und dann versagen sie oder werden schuldig. Depression führt in die Angst vor der Zukunft. Daraus wiederum resultiert, daß Arbeiten und Pläne nicht mehr ausgeführt werden. Nach dem Motto: "Hat ja doch keinen Sinn, ich schaffe es ja so wie so nicht."
Und dann kommt das größte Problem: Depressive Menschen teilen sich nicht mit. Sie schweigen, sagen höchstens: "Nein, nein, es ist alles in Ordnung. Ich komme da schon klar. Sehr nett, daß Du mir helfen willst, ist aber nicht nötig." Und ob es nötig ist.
Da müssen Sie zum Arzt
Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem eine ärztlich Behandlung unbedingt nötig ist. Der ist da, wenn:
- Betroffene nicht mehr fähig sind, den ganz normalen Alltag zu bewältigen.
- Wenn Rechnungen nicht mehr beglichen werden.
- Wenn sie nicht mehr auf ihr Äußeres achten, sich vernachlässigen, die Körperpflege schleifen lassen.
- Wenn sie regelmäßig zu Medikamenten und Stimmungsaufhellern greifen.
- Wenn Selbstmordgedanken aufkommen, wenn die Gedanken nur noch um düstere Themen kreisen.
- Wenn Lachen nur nach Alkoholgenuß möglich ist.
So können Sie sich selbst helfen
Natürlich hat die medizinische Wissenschaft eine ganze Reihe von Medikamenten entwickelt, die depressiven Menschen helfen. Aber Sie selbst können dagegen etwas unternehmen, sich mit bewährten Hausmitteln und Hilfen gegen die Depression wehren:
- Machen Sie eine Liste von Ihnen angenehmen Alltagsarbeiten und -aufgaben, die Sie durchführen.
- Mit das Wichtigste: Reden Sie mit Ihrem Partner, mit Freunden, mit Menschen zu denen Sie Vertrauen haben.
- Schrauben Sie Ihre Erfolgsansprüche zurück. Setzen Sie sich Ziele, die Sie auch erreichen können.
- Suchen Sie Licht und Sonne. Da kann auch die Sonnenbank helfen.
- Suchen Sie Selbstbestätigung im Sport. Auch hier müssen Sie sich erreichbare Ziele setzen.
- Weichen Sie Auseinandersetzungen nicht aus.
- Erkennen Sie, wie übertrieben Ihre "schwarzen Gedanken " sind - und fangen Sie an, diese nicht mehr ernst zu nehmen.
- Suchen Sie kein Mitleid, sondern eher handfesten Widerstand.
- Vertrauen Sie auf keinen Fall dem "Lustigmacher" Alkohol. Da kommt der Kater, die Depression wird tiefer.
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